Umfrage

Le Pen punktet bei den 25- bis 34-jährigen Franzosen

Die Altersgruppe scheint, einer aktuellen Umfrage nach zu urteilen, von Präsident Emmanuel Macron enttäuscht zu sein. Le Pen und die „Rassemblement national“ können Zuwächse verzeichnen. Jedoch nicht bei allen Altersgruppen.

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<p>Bild (Marine Le Pen 2012): Rémi Noyon / Global Panorama via <a href="https://www.flickr.com/photos/121483302@N02/13765930124">Flickr</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>] (Bild zugeschnitten)</p>

Bild (Marine Le Pen 2012): Rémi Noyon / Global Panorama via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Paris. – Wie das französische Magazin Valeurs actuelles berichtet, hat sich das Wahlverhalten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Frankreich in den letzten fünf Jahren verändert. Es beruft sich bei diesen Aussagen auf eine kürzlich erschienenen Umfrage des Meinungs- und Marktforschungsinstituts Ifop, welche von der Zeitung Le Monde in Auftrag gegeben wurde. Vor allem in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen sei eine Veränderung festzustellen.

Macron verliert bei den 25- bis 34-Jährigen merklich

So habe diese Altersgruppe im Wahljahr 2017 mit 29 Prozent überwiegend dem jetzigen Staatsoberhaupt Emmanuel Macron ihre Stimme gegeben, wäre aber nach den neusten Umfragen nun geneigter für Marine Le Pen zu stimmen. Macron verliert demnach ganze neun Prozent, die er vorwiegend an die Politikerin der „Rassemblement national“ (RN) abtritt. Ihr Stimmenanteil wächst laut der Umfrage von 23 Prozent im Jahr 2017 auf 29 Prozent an. Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon verlor in den letzten Jahren sieben Prozent und steht nun bei 17 Prozent. Die Grünen pendeln sich in der besagten Altersgruppe bei um die 10 Prozent ein.

Enthüllungen über die ÖVP

Für Brice Teinturier, stellvertretender Geschäftsführer von Ifop, welcher von der Le Monde zu den Ergebnissen der Umfrage interviewt wurde, ist interessant, dass die 25- bis 34-Jährigen im Jahr 2017 an Emmanuel Macron geglaubt hätten, hierbei nun jedoch eine Rückläufigkeit zu erkennen wäre. Bei den 18- bis 24- Jährigen sei es jedoch das genaue Gegenteil. Denn in dieser Altersgruppe sind laut der Umfrage die Ergebnisse für Le Pen im Vergleich zum Jahr 2017 mit 21 Prozent zwar stabil, doch eine Wiederwahl Macrons würden sich ganze 29 Prozent wünschen. 2017 gaben nur 17 Prozent dieser Altersgruppe dem Präsidenten ihre Stimme. Größter Verlierer ist Jean-Luc Mélenchon, der in vier Jahren zehn Prozent verloren hat.

„Rassemblement national“ keine „Tabu-Partei“ mehr

Laut Teinturier würden durch die aktuelle politische Lage Wähler der „traditionellen Parteien“, der Sozialisten oder Republikaner, entweder zur „Rassemblement national“ oder zu Linkspartei LFI abwandern. Er weist außerdem darauf hin, dass unter den 25- bis 34-Jährigen eine größere Wahlbeteiligung herrscht als bei den 18- bis 24-Jährigen. Dies könnte Le Pen zugutekommen. „Für die RN zu stimmen, scheint kein Tabu mehr zu sein“, bemerkt Frédéric Dabi, zweiter stellvertretender Geschäftsführer von Ifop. Wähler über 50 Jahre wären der RN gegenüber nicht mehr abgeneigt und bei den jungen Wählern würden fast 50 Prozent die Partei als „vertrauenswürdig“ einstufen. Ein „Generationseffekt“, der sich für die anstehenden Wahlen in Frankreich 2022 zugunsten von Marine Le Pen auswirken könnte.

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