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„Politisch nicht korrekt“

Streit um Heinos „Deutschen Liederabend“

Heino goes Klassik – ein deutscher Liederabend“ ist der Titel von Heinos geplanter Tournee. An diesem stört sich die Geschäftsführung der Düsseldorfer Tonhalle. Die Veranstaltung werde damit „in eine ungemütliche Ecke“ gerückt. Der Sänger selbst ist empört und denkt nicht daran, „das Deutsche aus seinem Liederabend zu streichen“.

3 Minuten Lesezeit
<p><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Heino_FFM13_001.jpg">Sven-Sebastian Sajak</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>, via Wikimedia Commons</p>

Sven-Sebastian Sajak, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Düsseldorf. – Ab September 2021 will der Sänger Heino unter dem Titel „Heino goes Klassik – Ein deutscher Liederabend“ auf Tournee gehen. Insgesamt sind 18 Konzerte geplant, auf denen er Lieder von BrahmsBeethoven und Schubert singt. Doch in Düsseldorf bekommt der Sänger nun Probleme wegen seines geplanten Auftritts. Die Geschäftsführung der Düsseldorfer Tonhalle, in der ein Konzert am 8. Oktober geplant ist, weigert sich hierfür zu werben. Sie stört sich am Titel der Tournee. Dieser sei „fachlich falsch und politisch nicht korrekt“.

Tourneetitel könnte „Liederabend für Deutsche“ implizieren

Wie aus mehreren Medienberichten hervorgeht, erklärte Intendant Michael Becker gegenüber der Bild hierzu: Mit dem Begriff „ein deutscher Liederabend“ rücke sich Heino „in eine ungemütliche Ecke“. Zwar sei es korrekt, die von Heino gewählten Werke wie „Guten Abend, gut‘ Nacht“ oder „Sah ein Knab‘ ein Röslein stehn“ als „deutsches Lied“ zu bezeichnen. Der Tourneetitel „Ein deutscher Liederabend“ hingegen bezeichne ein „imaginäres Konzertformat“, so Becker. Und weiter: „Wir müssen damit rechnen, dass es so verstanden wird, dass es sich hier etwa um einen Liederabend für Deutsche handelt.“ Korrekt und unproblematisch seien Titel wie „Heino – ein Liederabend“ oder „Heino singt deutsches Lied“.

Becker verwies zudem auch auf Richtlinien der Stadt, an welche sich die Tonhalle als städtische Einrichtung zu halten hätte. Man lehne „die Überlassung von Räumen für Veranstaltungen mit rassistischen, antisemitischen, salafistischen, antidemokratischen, sexistischen, gewaltverherrlichenden, oder anderen menschenfeindlichen Inhalten“ ab.

Heino ist empört und sorgt sich um deutsche Identität

Für Heino entbehrt sich dieses Gebaren „jeglicher Logik“ und widerspräche „jedem klaren Verstand“. Er reagiert gegenüber der Bild-Zeitung empört: „Ich bin fassungslos, dass man mich mit so etwas auch nur annähernd in Verbindung bringt. Bin ich ein Hetzer, weil ich deutsche Lieder von Brahms und Schubert singe?“ Und: „Soll das Wort ‚deutsch‘ jetzt auch schon rechtspopulistisch sein?“, fragt sich der Sänger. Er denke nicht daran, das Wort „deutsch“ aus seinem Liederabend zu streichen. „Muss ich mich jetzt als 82-jähriger Deutscher für das Wort ‚deutsch‘ schämen?“, fragt er weiter. Überhaupt sei die Diskussion für ihn übertrieben: „Dieses ganze Gedöns um die neue korrekte Sprache und was man heutzutage noch sagen darf und was nicht, ist nur noch erschreckend, und man kann doch bei so einem Quatsch nur noch den Kopf schütteln.“

Der Sänger findet klare Worte: „Wenn man so weitermacht, verliert Deutschland seine eigene Identität. Ich bin und bleibe ein deutscher Sänger, der deutsche Lieder singt und die deutsche Sprache liebt.“

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