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Cancel Culture

Linke Studenten nehmen Polizei-Dozenten unter Beschuss

Eigentlich soll der Polizist und Soziologe Frank-Holger Acker im Sommersemester ein einführendes Seminar zu „Polizei und Kriminalität“ an der Leibniz-Universität in Hannover halten. Dagegen laufen nun aber Vertreter des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) Sturm.

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<p>Symbolbild Hörsaal: By Xbxg32000 (Own work by uploader; the watermark is my own.) [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a> or <a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html">GFDL</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:5th_Floor_Lecture_Hall.jpg">via Wikimedia Commons</a></p>

Symbolbild Hörsaal: By Xbxg32000 (Own work by uploader; the watermark is my own.) [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Hannover. – Die Kritik richtet sich sowohl in Richtung seiner akademischen Integrität als auch seiner Arbeit als Polizist. So fehle ihm aufgrund seiner Tätigkeit als Exekutivbeamter die kritische Distanz zur Polizei. Außerdem verwende er in seinen Arbeiten vermeintlich rassistische Begriffe wie „Subsahara-Afrikaner“. Im Zentrum der Debatte stand zudem die Frage, ob das Phänomen des sogenannten „Racial Profiling“ in der Lehrveranstaltung vorkommen soll.

„Racial Profiling“

Darunter versteht man angebliche Vorgehensweisen der Polizei, Personen anhand ethnischer Merkmale zu kontrollieren. Das Phänomen erhielt im Vorjahr im Zuge der vielerorts ausufernden „Black Lives Matter“-Proteste öffentliche Aufmerksamkeit. Aber auch zum Jahreswechsel 2016/17 war es bereits in aller Munde. Nach Übergriffen von Migranten auf Frauen auf der Kölner Domplatte ein Jahr zuvor, kontrollierten die Beamte verstärkt Nordafrikaner. Linke Parteien warfen ihnen „Racial Profiling“ vor. Der AStA in Hannover unterstellt Acker, die Existenz des Phänomens infrage zu stellen.

Ein Studentenvertreter ging der Jungen Freiheit zufolge sogar noch weiter. Demnach sei die Polizei in ihrer Gesamtheit rassistisch. Im Wortlaut: „Immer wieder werden faschistische Chatgruppen innerhalb der Polizei aufgedeckt und immer wieder sterben von Rassismus betroffene Menschen im Polizeigewahrsam oder nach Abschiebungen. Die Frage lautet nicht ‘Ist die Polizei rassistisch?’, sondern ‘Wie können wir besser dagegen vorgehen?’”

Linke „Cancel Culture“ an den Unis

Wie in zahlreichen anderen Städten ist der AStA als offizielle Studentenvertretung auch in Hannover stark von linksgerichteten Vertretern geprägt. Der Umstand, dass diese ein allgemeinpolitisches Mandat wahrnehmen, missfällt Kritikern auch vor dem Hintergrund der geringen Legitimation bei Wahlen. Nur ein Bruchteil der Studenten nimmt daran teil. An den Wahlen des studentischen Rates beteiligten sich in Hannover im Wintersemester 2019/20 nur 13,5 Prozent der Wahlberechtigten. Seit Längerem gerät an Unis im deutschsprachigen Raum alles, das nicht ins linke Weltbild passt, unter die Räder.

In Hannover durfte ein renommierter Afrika-Forscher unlängst keinen Vortrag an der Uni halten, weil er als Europäer die falsche Hautfarbe hätte – Tagesstimme berichtete. In Hamburg endete der Versuch von Ex-AfD-Chef Bernd Lucke, seine Vorlesung zu Makroökonomik zu halten, in Tumulten. Auch damals – Jahre nach dem Ausscheiden aus der Politik – goss der AStA kräftig Öl ins Feuer. Auch universitäre Kritiker des politischen Islam sehen sich häufig heftigem Gegenwind einschlägiger Gruppen ausgesetzt.

Intolerantes Meinungsklima

Dass diese Auswüchse keine Einzelfälle sind, ließ Anfang 2020 eine Umfrage unter 1.106 Professoren und wissenschaftlichen Arbeitern anklingen. Damals stellte sich heraus, dass viele Hochschullehrer das Meinungsklima an deutschen Universitäten als einengend und intolerant empfinden. Ein Drittel sah sich am ständigen Gängelband der politischen Korrektheit.

Besonders stark war die Diskrepanz zur Frage, ob man Rechtspopulisten zu einer Podiumsdiskussion einladen dürfe. Während dies 79 Prozent bejahten, befürchteten 74 Prozent auch, dass dies an den Unis zu heftigem Widerstand führe. Bei Linkspopulisten glaubten nur 21 Prozent an merklichen Widerstand – bei 84 Prozent, die sie einladen würden.


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Zu weiß: Afrika-Forscher durfte keinen Vortrag über Kolonialzeit halten (31.03.2021)

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