Familientreffen

FPÖ-Besuch bei Fidesz

Bei einem Treffen in Budapest sprachen Vertreter von Fidesz und FPÖ über die ungarische Familienpolitik.

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<p>Bild: Fidesz.</p>

Bild: Fidesz.

Budapest. – Am Mittwoch trafen sich Spitzenfunktionäre der österreichischen Oppositionspartei FPÖ und der ungarischen Regierungspartei Fidesz zu gemeinsamen Gesprächen. Für das Treffen waren aus Österreich FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz, Bundesgeschäftsführer Joachim Stampfer sowie der Wiener Landesparteisekretär Michael Stumpf nach Budapest angereist. Aufseiten von Viktor Orbáns konservativer Fidesz waren Partei-Vizepräsidentin und ungarische Familienministerin Katalin Novak, der EU-Abgeordnete Ernő Baross-Schaller und der internationale Direktor der Partei, Daniel Landeck, vertreten.

„Selbstmord in Zeitlupe“

Bei den Gesprächen zwischen den beiden Parteien ging es vor allem um Familienpolitik. Ein Thema, das gerade für Ungarn extrem wichtig ist, da das Land aufgrund der niedrigen Geburtenrate mit einem starken Bevölkerungsrückgang zu kämpfen hat. Doch während gerade in Westeuropa viele Staaten versuchen, demographische Probleme mittels Einwanderung zu lösen, geht Ungarn einen anderen Weg. Orbáns Ziel lautet auf den Punkt gebracht: Mehr eigene Kinder statt mehr Einwanderer. Und um die Geburtenrate zu steigern, schnürte die Regierung bereits 2019 ein acht Milliarden Euro starkes Familienpaket.

Enthüllungen über die ÖVP

Wer auf eine familienfreundliche Politik verzichtet, der vernachlässige das Erbe eines christlichen Europas und begehe „Selbstmord in Zeitlupe“, betonte Familienministerin Novak. Die 43-jährige dreifache Mutter steht für ein traditionelles Familienbild, fernab politischer Korrektheit: „Vater, Mutter und Kind sollte unser aller Normativ sein. Eine gesunde und traditionelle Familie, heimat- und leistungsbewusst.“

Laut „Unzensuriert“-Bericht zeigte sich FPÖ-Generalsekretär Schnedlitz mit dem Gedankenaustausch in Budapest zufrieden. „Die Maßnahmen, die Ungarn setzt, fördern einheimische Familien. Das erklärte Ziel von Ministerpräsident Viktor Orbán ist mehr ungarische Kinder, statt mehr Einwanderer. Kinderprämie statt Migration! Die Regierung will die Geburtenrate drastisch steigern und hat dafür acht Milliarden Euro bereitgestellt. Eine beeindruckende Maßnahme!“, zitiert „Unzensuriert“ den FPÖ-Generalsekretär. Familien fördern heiße auch Identität bewahren. „Gerade jetzt müssen Familien gestärkt werden“, so Schnedlitz, der zugleich betonte, dass die FPÖ die „letztverbliebene Familienpartei“ in Österreich sei.

Das ist Ungarns Familienpolitik

Die konkreten Eckpfeiler der aktuellen ungarischen Familienpolitik sind:

– Schuldenreduktion: Verheiratete Paare, bei denen die Frau jünger als 40 Jahre alt ist, können ein zinsfreies Darlehen in Höhe von umgerechnet ca. 31.400 Euro beantragen. Die Rückzahlung kann verringert oder gar ganz erlassen werden, je nachdem wie viele Kinder das Paar bekommt.

– Auto: Familien mit mindestens drei Kindern erhalten einen staatlichen Zuschuss von umgerechnet 7.800 Euro, wenn sie ein neues Auto mit mindestens sieben Plätzen kaufen.

– Wohnen: Familien erhalten auch Unterstützung beim Hauskauf. Für das zweite Kind können Familien ihr Hypothekendarlehen um umgerechnet 3.100 Euro verringern, für das dritte um 12.500 Euro.

– Einkommenssteuer: Frauen, die vier oder mehr Kinder geboren haben und aufziehen, werden lebenslang von der persönlichen Einkommenssteuer befreit.


Die ungarische Familienministerin Katalin Novák (Fidesz) auf Twitter.

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