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Annalena Baerbock

Kanzlerkandidatin mit Frauen-Bonus

Mit der Bekanntgabe der Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock (Bündnis90/Die Grünen) kommt das Thema Frauenquote wieder aufs Tapet. Wie Robert Habeck, Baerbocks Co-Bundesvorsitzender der Grünen, in einem Interview mit der „Zeit“ sagte, sei es für die Wahl des Kanzlerkandidaten „ein zentrales Kriterium“ gewesen, dass „Annalena eine Frau ist“.

Gudrun Kofler
Meinungvon Gudrun Kofler
4 Minuten Lesezeit
<p>Foto: Stephan Röhl (<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Annalena_Baerbock_(47277805961).jpg">Heinrich-Böll-Stiftung from Berlin, Deutschland</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0">CC BY-SA 2.0</a>, via Wikimedia Commons)</p>

Foto: Stephan Röhl (Heinrich-Böll-Stiftung from Berlin, Deutschland, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)

Nun ist die Aufstellung einer Frau bzw. das Zurücktreten eines Mannes im Rahmen einer Postenvergabe nichts per se Schlechtes, im Gegenteil: Wenn eine Frau qualifiziert und eine gute Wahl für den Posten ist, ist es sogar eine sehr gute Entscheidung, eine Frau ins Rennen zu schicken, weil sie oftmals andere Blickwinkel, Schwerpunkte und Ideen mitbringt – gerade in männerdominierten Feldern. Geschlechter sind eben doch verschieden und das ist durchaus auch gut so. Doch keine Frau, die etwas auf sich hält, möchte „die Quotenfrau“ sein und aufgrund ihres Geschlechts beurteilt werden! Posten sollen immer mit jener Person besetzt werden, die auch die offensichtlich beste Besetzung ist, ganz egal, ob Mann oder Frau. Darauf kommt es an!

Fehlende Qualifikation

Das Anstößige an der Aufstellung von Annalena Baerbock ist also nicht die Tatsache, DASS sie eine Frau ist, sondern die Tatsache, dass sie nur – oder vor allem deshalb – aufgestellt wurde, WEIL sie eine Frau ist. Hinzu kommt, dass sie in der Vergangenheit mit wenig qualifizierten Aussagen auffiel, die viele obendrein an ihrer Qualifikation als potentielle Kanzlerin zweifeln lassen. Wir erinnern uns an die Aussage, dass Batterien „Kobold“ enthalten würden und den legendären „Baerbock“, als sie auf die Frage, ob und wo man denn Strom speichern könne, mit „im Netz!“ antwortete.

Das alles gibt der Kanzlerkandidatur von Baerbock einen fahlen Beigeschmack. Aber nicht nur das. Es zeigt uns auch wieder ein gesellschaftliches Thema auf, das der linke Mainstream glaubt, mit Dingen wie Genderzwang oder Safe Spaces aus dem Weg räumen zu können, was sich hier wieder ganz deutlich als gänzlich untauglicher Versuch herausstellt.

Eine der ersten Fragen, die Annalena Baerbock gestellt bekam, war, wie sie denn das mit ihren Kindern machen wolle und ob sie das eh bedacht habe, dass der Kanzlerjob anstrengend werden würde für sie als Mutter. Das ist im Grunde eine interessante und auch durchaus berechtigte Frage. Sie wurde aber nur an Baerbock und nicht an Laschet oder Söder gestellt. Bei den beiden Herren muss man erstmal googlen, um herauszufinden, ob sie überhaupt Kinder haben. Jetzt kann man sagen, dass das was anderes sei und Kinder ihre Mutter brauchen. Das ist richtig, aber Kinder brauchen ihre Väter genauso und Familie ist eben ein Miteinander aller Beteiligten und kann nicht pauschal an einen Teil abgeschoben werden.

Geschlechterfrage

Dass Baerbock also wegen ihres Geschlechtes gewählt, jedoch nicht nach ihren politischen Ambitionen, Plänen, Ideen, sondern nach ihrer Lebenssituation beurteilt wird und ob sie denn Karriere und Familie überhaupt unter einen Hut bringen würde, zeigt, dass die aufgeklärte liberale Gesellschaft, wie sich der linke Rand und „die politische Mitte“ gerne sehen würden, alles andere als offen und bei weitem noch nicht soweit ist, Frauen mit Kindern in Spitzenpositionen zu akzeptieren und Geschlecht und Lebensumstände nicht ständig zum Thema zu machen.

Das ist schade, denn unsere Gesellschaft könnte so weit sein, wenn sie sich in der Geschlechterfrage nicht mit lauter sinnlosen, von links oktroyierten Dingen beschäftigen würde, die eben nicht tauglich dafür sind, auf die Bedürfnisse von Frauen und Familien in diesen Zeiten wirklich einzugehen und Möglichkeiten zu schaffen, die es Frauen ermöglichen nach ihren Fähigkeiten und eben nicht nur nach ihrem Geschlecht und ihrer familiären Situation beurteilt zu werden.

In einer freien Gesellschaft – gemäß meiner Gesinnung – muss beides und auch gemeinsam Platz haben: die Mutter, die daheim bei ihren Kindern bleiben möchte, die Frau, die ihre Fähigkeiten und ihr Wissen gerne beruflich einsetzen möchte und genauso beides nebeneinander. Frauen müssen eine Wahl haben und die Entscheidung über die Gestaltung wirklich frei treffen können – ohne Beeinflussung von außen und ohne darauf reduziert zu werden oder sich dafür rechtfertigen zu müssen.


Zur Person:

Gudrun Kofler wurde 1983 in Südtirol geboren. Sie ist Mutter von zwei Kindern, brennt für Politik, Recht und die deutsche Sprache und lebt mit ihrer Familie in Nordtirol.

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