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Mit Eisenstange erschlagen

Der „vergessene“ Frauenmord

Nach der mutmaßlichen Beziehungstat eines Wiener (42) redet ganz Österreich über das Phänomen tödlicher Gewalt an Frauen. Mitten in diese Debatte jährt sich eine schockierende Bluttat zum fünften Mal. Und damals wie heute ist klar: Sie hätte verhindert werden können.

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Symbolbild: Pixabay [CC0]

Wien. – Es ist der 4. Mai 2016, die Österreicherin Maria Eschelmüller (54) befindet sich am Weg zu ihrer Arbeit. Als Reinigungskraft muss sich die lebensfrohe Frau mitten in der Nacht auf den Weg machen. Auf Höhe des Brunnenmarktes trifft sie gegen 2.30 Uhr auf einen illegal im Land befindlichen Afrikaner (damals 21), der ihr eine Metallstange über den Kopf zieht und sie brutal aus dem Leben reißt. Ein Gutachten belegte damals ein grobes Behördenversagen, weil er weder abgeschoben noch in Behandlung genommen wurde, als er Monate vor der Gräueltat längst als auffällig galt.

Illegal im Land, amtsbekannt – Debatte verstummte bald

Monate später wird die Justiz entscheiden, den Mann in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher einzuweisen. Dabei hätte er zum Tatzeitpunkt nicht einmal mehr in Österreich sein dürfen. Ein im Jahr 2008 erlangtes Visum verlängerte er nie, bereits im Juli 2014 gab es eine rechtskräftige Entscheidung, ihn aus Österreich auszuweisen. 22 Monate später ist der amtsbekannte und mehrfach verurteilte Mann weiterhin im Lande. Gegen ihn lagen nicht weniger als 18 Anzeigen vor, darunter wegen eines Angriffs mit einer Eisenstange im Jahr zuvor.

Täter und Opfer kannten sich nicht: Maria war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Nach einer kurzen Debatte vergaß die Öffentlichkeit den Fall einfach. Es gab für einschlägige Kreise keine Chance, den Mord zu instrumentalisieren – und vielleicht fehlte mancherorts auch der Willen, etwas zu tun. Denn damit verbunden gewesen wäre wohl eine grundlegende Debatte über die Einwanderungs- und Abschiebepolitik in Österreich. So bleib es für viele beim kurzzeitigen Schock.

Witwer von Horror-Tat monatelang schwer getroffen

Nachhaltig getroffen hat es den Witwer (heute 70), auf dem Papier „nur“ der Lebensgefährte; er zeigte sich noch bei der Verhandlung ein halbes Jahr später tief geschockt. Zudem hinterließ die wenige Tage vor dem Muttertag getötete Frau mehrere eigene Kinder. Und für den Mann kam es noch dicker: Denn, weil die Beiden nie heirateten, drohte die Stadt Wien dem Trauerenden damit, die auf die Ermordete gemeldete Stadtwohnung zu entziehen.

Als sich die grausige Tat in den Nachtstunden des Florianitages zum ersten Mal jährte, hatten die Meisten die Ermordete und ihre Hinterbliebenen längst vergessen. Aber nicht alle: Denn Maria war in patriotischen Kreisen eine gern gesehene und beliebte Person. Die damals auf der Höhe ihres Einflusses stehenden Identitären besuchten den Witwer zum ersten Todestag und nahmen ein emotionales Video mit ihm auf, in dem er seine Gefühlslage eindrücklich schildert. Es ist ein erschütterndes Zeitdokument.

Deren jahrelanger Co-Leiter Martin Sellner erinnerte auch am heutigen Tag an ihren gewaltsamen Tod vor fünf Jahren und monierte in seinem Telegram-Kanal: „Kein Denkmal erinnert an ihren schrecklichen Tod. Kein Platz ist nach ihr benannt. Sie ist einfach jedem egal, weil sie eine Österreicherin war…“ Er bat seine Follower, das Interview mit dem Witwer zu verbreiten, um ihr Andenken am Leben zu halten.

Tabuthema importierte Gewalt

Fünf Jahre später könnte die Debatte über importierte Gewalt genauso aktuell sein: Erst vor Kurzem übergoss ebenfalls in Wien ein Ägypter seine Ex-Freundin mit Benzin und zündete sie an. Nach Wochen der Qual verstarb sie an ihren schweren Verletzungen. Sechs von neun Frauenmorden involvierten auch in diesem Jahr einen Tatverdächtigen mit Migrationshintergrund. Ein Bericht einer Screening-Gruppe aus dem Jahr 2019, als eine Serie von Frauenmorden Österreich heimsuchte, bezifferte den Anteil auf 50 Prozent ausländische Tatverdächtige. Dennoch bleibt das Phänomen importiert Gewalt ein Tabuthema.

In der Zwischenzeit gab es mehrere Morde, die auf die Kappe illegaler Einwanderer oder abgelehnter Asylwerber gingen. Für breite Anteilnahme sorgten zwei Tötungen jugendlicher Mädchen in Steyr und Wiener Neustadt, die nach der Beendigung ihrer jeweiligen Beziehungen vom afghanischen respektive syrischen Verflossenen getötet wurden. Fassungslos ließ der Doppelmord von Wullowitz zurück, als ein bereits polizeibekannter Afghane einen Altbauern und einen Rot-Kreuz-Mitarbeiter tötete.

Legal im Land hielt sich hingegen jener Islamist auf, der im November in Wien vier Menschen bei einem Anschlag tötete. Auf eine angemessene Entschädigung oder ein würdevoll gestaltetes Denkmal warten die Hinterbliebenen noch immer.


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