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Neue JA-Chefin Seidler

„Manchmal ist ein kühler Kopf eben besser“

Die Junge Alternative Niedersachsen wurde im November 2018 aufgelöst. Grund war die Beobachtung des Verfassungsschutzes, welcher sie damals als „verfassungsfeindlich“ einstufte. Vor zwei Wochen kam es nun zur Neugründung der niedersächsischen AfD-Nachwuchsorganisation. Die frisch gewählte Vorsitzende, Rebecca Seidler, spricht im TAGESSTIMME-Interview über die Neugründung des Landesverbandes, den politisch instrumentalisierten Verfassungsschutz und den Umgang mit unterschiedlichen Standpunkten innerhalb der Partei. Außerdem erklärt sie, warum junge Patrioten auch und gerade in unserer heutigen Zeit Gesicht zeigen sollten.

Interviewvon Redaktion
5 Minuten
<p>Bild: Rebecca Seidler.</p>

Bild: Rebecca Seidler.

TAGESSTIMME: Frau Seidler, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Wahl der Vorsitzenden der neuen Jungen Alternative Niedersachsen! Ganze zweieinhalb Jahre lang gab es keine AfD-Jugendorganisation in Ihrem Bundesland. Warum halten Sie den jetzigen Zeitpunkt der Neugründung für richtig und wichtig?

Rebecca Seidler: Moin und vielen Dank! Also ich habe stattdessen immer die Frage in den Raum gestellt: Worauf warten? Die Junge Alternative ist laut Bundessatzung die offizielle Jugendorganisation der AfD und wir Niedersachsen haben das Recht auf einen eigenen Landesverband, den wir nun wieder haben. Die AfD ist für jüngere Menschen nicht immer attraktiv, selbst wenn sie viele Ansichten teilen und die Junge Alternative hat da einfach mehr zu bieten. Ganz pragmatisch muss man das doch nutzen, um ähnlich gesinnten Menschen ein Angebot machen zu können.

TAGESSTIMME: Wie beurteilen Sie die damalige „Beobachtung“ und schließlich Auflösung durch den Verfassungsschutz aus heutiger Sicht?

Seidler: Aus heutiger Sicht sehe ich vor allem die Auflösung unseres Landesverbands als überzogen an. Das soll aber kein Vorwurf sein, denn der Umgang mit dem Verfassungsschutz war 2018 für alle völlig neu und keiner wusste so richtig, was zu tun ist. Es wurde viel im Panikmodus gehandelt und Fehlinformation verbreitet. Drei Monate nach der Auflösung des niedersächsischen Landesverbandes wurde dann allerdings die JA bundesweit zum Verdachtsfall erklärt, was zeigte, dass die Auflösung nicht den erwünschten Schutz vor dem politisch instrumentalisierten Verfassungsschutz brachte.

TAGESSTIMME: Wie steht die Mutterpartei dazu? Gab es bei der Neugründung im Vorfeld Schwierigkeiten oder Hürden?

Seidler: Ich wurde Mitte September letzten Jahres auch als Beisitzerin in den AfD-Landesvorstand Niedersachsen gewählt und der Landesvorstand hat die Neugründung immer befürwortet. Ich bekam also volle Rückendeckung und konnte loslegen, worüber ich sehr dankbar bin und mich im Namen unserer JA-Mitglieder auch nochmal herzlich bedanken möchte.

TAGESSTIMME: Wie schätzen Sie das Risiko ein, dass es erneut zu einer „Beobachtung“ oder gar Einstufung als „verfassungsfeindliche Organisation“ durch den Verfassungsschutz kommen wird?

Seidler: Es wird natürlich genau hingeschaut, was nun bei uns in Niedersachsen passiert. Das ist etwas, was leider unumgänglich ist, eben auch inzwischen für die Mutterpartei. Seit dieser Woche wird ja auch der AfD-Landesverband Berlin als Verdachtsfall eingestuft, obwohl dieser mehrheitlich als eher „gemäßigt“ gilt. Wünschen würde ich mir, dass sich die Mitglieder nicht immer gegenseitig die Schuld zuweisen, wenn so etwas passiert, sondern zusammenhalten. Manchmal ist ein kühler Kopf eben auch besser, als gleich in Panik zu verfallen.

TAGESSTIMME: Beeinflusst denn dieses Risiko zukünftige Entscheidungen innerhalb der JA Niedersachsen?

Seidler: Muss es, ganz klar. Der Landesvorstand hat nun eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe, der wir uns alle bewusst sind.

TAGESSTIMME: Was sind die Ziele der neuen JA Niedersachsen?

Seidler: Die Rolle als Vorfeldorganisation der AfD in Niedersachsen ernsthaft und neu anzugehen. Ich möchte, dass wir fordern und fördern sowie konstruktiv in der Sache arbeiten. Als Jugendorganisation hat man manchmal eine andere Sichtweise als die Mutterpartei und ich möchte, dass wir uns eine Stimme geben und Impulse setzen.

TAGESSTIMME: Was liegt Ihnen ganz persönlich für die Zukunft dieses Landes und der Partei am Herzen? Wofür werden Sie sich als neue Vorsitzende der JA Niedersachsen besonders starkmachen?

Seidler: Was mein Land angeht, wünsche ich mir so viel… Als Beispiel: Freiheit. Nicht nur was falsche Lockdown-Maßnahmen angeht, sondern auch Freiheit in der Meinungsäußerung. Es kann nicht sein, dass man sozial geächtet wird, weil man eigene Standpunkte vertritt. Besonders Schüler und Studenten haben es in dem derzeitigen gesellschaftlichen Klima nicht leicht, wenn sie nicht im linken Mainstream mitschwimmen.

Für die Junge Alternative wünsche ich mir, dass wir es einfach besser machen als die AfD. So sehe ich den Umgang mit unterschiedlichen Standpunkten innerhalb der Partei derzeit als sehr kritisch an. Die Aneignung von Quellen und Methoden der Antifa, wie sie beispielsweise zuletzt mit Personalien und deren Standpunkten praktiziert wurde, lehne ich strikt ab. Stattdessen muss der Fokus auf der gemeinsamen politischen Arbeit und nicht auf persönlichen Befindlichkeiten liegen.

TAGESSTIMME: In unseren heutigen Zeiten ist es ja für viele Menschen oft nicht einfach politisch bei der AfD oder JA aktiv zu sein. Was würden Sie abschließend jungen Menschen raten, die mit dem Gedanken spielen, sich bei der JA oder der Mutterpartei einzubringen?

Seidler: Meine Lebenserfahrung hat mir gezeigt, dass man auf Dauer nur glücklich sein kann, wenn man seine Wahrheit lebt. Ohne Frage: Es gibt für Interessenten einige Hürden, die sie nehmen müssen, wenn sie sich offen für uns engagieren möchten, aber wenn sie wirklich hinter der Sache stehen und sich für ihre Heimat engagieren möchten, dann werden sie am Ende nur gewinnen. Man muss sich einfach fragen: Möchte ich gesellschaftlich unauffällig und akzeptiert sein oder möchte ich aufrecht sein? Mitglieder werden in der JA Niedersachsen Teil einer ganz neuen patriotischen Gemeinschaft, die sich aktiv für ihre Heimat einsetzt. Wir bereiten gerade Projekte und Aktionen vor. Es wird spannend und ich freue mich drauf!


Über die Interviewpartnerin:

Rebecca Seidler ist 33 Jahre alt, Landesvorsitzende der Jungen Alternative Niedersachsen sowie Beisitzerin im Landesvorstand der AfD Niedersachsen. Sie hat ihren Lebensmittelpunkt in Hannover und ist als Medienberaterin tätig.

Instagram:

Junge Alternative Niedersachsen

Rebecca Seidler

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