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Mittelmeer-Migration

„Ärzte ohne Grenzen“ chartern eigenes Schiff

Die Entscheidung, ein Schiff zu chartern, sei „direkte Folge der rücksichtslosen europäischen Politik der unterlassenen Hilfeleistung auf See“, erklärte die Organisation.

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<p>Symbolbild: Ärzte ohne Grenzen (MSF) / Bild:  <a href="https://www.flickr.com/photos/22711505@N05/29883788580">Flickr</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> (Bild zugeschnitten)</p>

Symbolbild: Ärzte ohne Grenzen (MSF) / Bild: Flickr CC BY 2.0 (Bild zugeschnitten)

Rom/Berlin. – Demnächst wird auch die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) mit einem eigenen Schiff wieder im Mittelmeer unterwegs sein, um dort Migranten aufzunehmen. An Bord der „Geo Barents“ sollen Migranten medizinisch versorgt werden können. Wie die Organisation mitteilte, wird das Schiff unter norwegischer Flagge segeln.

Kritik an EU-Migrationspolitik

Ziel sei es, „die Leben von Geflüchteten und Migranten zu retten, die sich auf die gefährliche Überfahrt von Libyen nach Europa machen und dabei in Lebensgefahr geraten“, schrieb „Ärzte ohne Grenzen“ auf Twitter. Die Organisation unterstützte seit 2015 auf sieben privaten Schiffen die Überfahrt von Migranten nach Europa. Insgesamt seien sie an 682 Aktionen im Mittelmeer beteiligt gewesen und hätten mehr als 81.000 Menschen versorgt, erklärte die Organisation am Donnerstag. Es folgte auch Kritik. Die Entscheidung, ein Schiff zu chartern, sei „direkte Folge der rücksichtslosen europäischen Politik der unterlassenen Hilfeleistung auf See“.

Malta-Abkommen soll wiederbelebt werden

Aktuell bemüht sich Italien in Sachen Einwanderungspolitik um die Wiederbelebung des Malta-Abkommens vom September 2019. Diesbezüglich seien Gespräche mit Frankreich und Deutschland im Gange, sagte der italienische Premierminister Mario Draghi laut Medienangaben vom Donnerstag. Italien setze sich für den Schutz von Menschen ein. „Niemand soll in italienischen Gewässern allein gelassen werden“, so Draghi. Zugleich werde sich Italien für die Heimführung von Migranten einsetzen, die kein Recht auf Verbleib hätten. Die italienische Regierung sei bemüht, Rückführungsabkommen mit Herkunftsländern der Migranten abzuschließen.

Lager auf Lampedusa heillos überfüllt

Indes ist die Lage auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa kritisch. Das Erstnaufnahmelager, das eigentlich Platz für nur 250 Personen bietet, ist stark überfüllt. In den vergangenen Tagen hatten mehrere Tausend Migranten die Insel erreicht (DIE TAGESSTIMME berichtete). „Unmittelbar nach den ersten Anlandungen des Jahres haben wir verstanden, dass die Zahl der ankommenden Migranten definitiv höher war als im letzten Jahr, tatsächlich hat sich die Zahl der Anlandungen und die Zahl der Menschen, die in Lampedusa angekommen sind, verdoppelt“, sagte Lampedusas Bürgermeister Totò Martello.

Weiterlesen:

Steigende Migrantenzahlen: Maas fordert Solidarität mit Italien (12.05.2021)

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