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„Audianer_innen“

Mitarbeiter klagt gegen Audi-Gender-Leitfaden

Der Mann fühlt sich von dem neuen „Leitfaden für gendersensible Sprache“ des Autoherstellers diskriminiert. Der Verein Deutsche Sprache unterstützt ihn bei seiner Klage.

3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild (CC0).

Ingolstadt. – Ein Mitarbeiter der Volkswagen AG klagt gegen die VW-Tochter Audi. Diese hatte Anfang März einen „Leitfaden für gendersensible Sprache“ eingeführt. Von diesem fühlt sich der männliche Mitarbeiter diskriminiert und in seinen allgemeinen Persönlichkeitsrechten verletzt. Er legte zunächst eine Unterlassungserklärung gegen den „Gender-Leitfaden“ beim Autohersteller vor. Als diese nicht unterschieben wurde, reichten die Anwälte des Mannes nun vor kurzem eine Klage beim Landesgericht Ingolstadt ein. Damit soll der klagende VW-Mitarbeiter davon befreit werden, eine von Audi aufgezwungene Sprache nutzen zu müssen. „Wir wollen ein Grundsatzurteil erstreiten, um diesem opportunistisch-heuchlerischen Gender-Wahn einen Riegel vorzuschieben“, so seine beiden Anwälte Burkhard Benecken und Dirk Giesen gegenüber der Bild.

„Gender-Gap“ und „neutrale Formulierungen“

Der Mitarbeiter sei nach Angaben des Bayrischen Rundfunks zwar nicht direkt bei Audi angestellt, sondern bei der Volkswagen AG in Wolfsburg, sein Arbeitsbereich überschneide sich aber mit dem von Audi und er hätte die Aufforderung erhalten, sich an den „Gender-Leitfaden“ der Tochtergesellschaft zu halten. Der Mann hätte nichts gegen eine Differenzierung von männlicher und weiblicher Form, sehe in der neuen Regelung aber „Wortungeheuer“, so Anwalt Giesen gegenüber dem BR.

Mit dem neuen Leitfaden will Audi die „Vielfalt der Geschlechter“ besser abbilden und führt deshalb neue Schreibweisen sowohl für die interne als auch für die externe Kommunikation ein. So beispielsweise „neutrale Formulierungen“ wie „Mitarbeitende“ statt „Mitarbeiter“ oder auch die Nutzung des sogenannten „Gender-Gaps“, welche die männliche und die weibliche Form mit einem Unterstrich verbindet, wie: „Mitarbeiter_innen“ und „Audianer_innen“.

Audi lehnte Unterlassungserklärung ab

Wie Giesen dem BR weiter erklärte, stütze er die Klage des VW-Mitarbeiters auf eine Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs. Dort hatte eine Kundin die Sparkasse Saarbrücken verklagt, da die Bank aus ihrer Sicht keine „gendergerechte Sprache“ verwendete. Der Bundesgerichtshof entschied damals, dass die Verwendung des generischen Maskulinums keine Persönlichkeitsrechte verletzte. Der nun gegen Audi klagende Mann wollte bereits im April vom Autohersteller eine Unterlassungserklärung erwirken, die der Konzern jedoch nicht abgab. Audi habe erklärt, man sehe in dem „Gender-Leitfaden“ keine Rechtsverletzung, so Giesen. Bisher will Audi keine Stellungnahme zu der nun eingereichten Klage des Mitarbeiters abgeben. Mehrere Zeitungen hatten diesbezüglich kürzlich beim Konzern angefragt.

Verein Deutsche Sprache unterstützt Klage

Der Verein Deutsche Sprache (VDS), welcher sich schon lange gegen das Gender-Diktat stark macht, unterstützt den klagenden VW-Mitarbeiter „moralisch und finanziell“. „Es ist unglaublich, mit welcher Arroganz Audi hier agiert und die Bedenken der Menschen, die wichtige Arbeit für sie leisten, nicht ernst nimmt. Das Aufzwingen einer Sprache, die keine rechtliche Grundlage hat, erinnert doch stark an Unrechtssysteme wie das der DDR oder an Dystopien wie ‚1984’ von Orwell“, findet der Vorsitzende des VDS, Prof. Walter Krämer, der dem Kläger Rechtsschutz gewährt. Wie eine Monstranz würden Genderbefürworter Sternchen, Doppelpunkte und andere immer neue Zeichen vor sich hertragen, so Krämer in einer Stellungnahme des VDS weiter. Dass die Sprachgemeinschaft nicht so spräche, werde völlig ignoriert. „Wenn Sprache sich doch wandelt – so wie es Genderbefürworter gerne gebetsmühlenartig predigen – wofür braucht man dann einen Leitfaden?“, fragt Krämer. 

Wer sich gegen das „Sprachdiktat“ wehren will, sei beim VDS gut aufgehoben. Der Verein Deutsche Sprache unterstütze Angestellte und auch Studenten auf ihrem Rechtsweg.

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