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El Salvador will Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel machen

Als erster Staat weltweit möchte das mittelamerikanische Land El Salvador demnächst die Kryptowährung Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel einführen. Präsident Nayib Bukele erhofft sich davon unter anderem die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Ankurbelung des Wirtschaftskreislaufs.

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Symbolbild (Pixabay/CC0)

San Salvador. – Der im weltweiten Vergleich eher junge Staatschef Bukele (39) setzt gerne auf unkonventionelle Mittel. So erteilte er seinen Ministern in der Vergangenheit bereits über Twitter die eine oder andere Weisung. Jetzt möchte er, dass Bitcoin zum legalen Zahlungsmittel überall in seinem Land wird. Er dürfte somit den US-Dollar ergänzen, der 2001 die autochthone Währung Colón ersetzte. Schon in der kommenden Woche will der Präsident eine Gesetzesvorlage einbringen.

Präsident will Wirtschaftskreislauf ankurbeln

Damit möchte Bukele gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn die Kaufkraft seiner Landsleute leidet auch darunter, dass 70 Prozent von ihnen laut dem Handelsblatt schlichtweg kein Bankkonto besitzen. Dank der niederschwelligen Verwendbarkeit von Bitcoin hätten diese somit einen Zugang zu Krediten, Ersparnissen, Investitionen und sicheren Transaktionen.

Der Präsident, der bereits mit 18 sein erstes Unternehmen leitete, glaubt, dass tausende Menschen in den formellen Wirtschaftskreislauf integriert würden. Zudem hofft er, dass die offizielle Einführung der Kryptowährung schon bald für die Schaffung zahlreicher direkter und indirekter Arbeitsplätze sorgt. Womöglich setzt er hier auch auf eine weiteren positive, längerfristige Kursentwicklung.

Salvadorianer überweisen Milliarden in die Heimat

Ein weiterer Grund dürften die massiven Geldtransfers von Auslands-Salvadorianern in ihr Heimatland sein. Diese machen jährlich etwa 6 Milliarden US-Dollar aus. Der Großteil dieser Summen kommt direkt aus den USA. Dort lebt beinahe ein Viertel aller Bürger des mittelamerikanischen Landes. Die bislang hohen Vermittlungsgebühren der Geldsendungen würden durch Verwendung von Bitcoin entfallen. Die Transaktionsgebühren der Kryptowährung sind vergleichsweise gering und beeinflussen lediglich die Geschwindigkeit einer Überweisung. Im Vergleich mit dem herkömmlichen Zahlungsverkehr in andere Länder ist aber selbst die langsamste Geschwindigkeit in der Regel noch schnell.

Geldtransfers sind eine wichtige Geldquelle für zahlreiche ärmere Salvadorianer. Gleichzeitig sind solche Zahlungen aus mehreren Gründen umstritten. So wird das Geld dem Wirtschaftskreislauf jenes Landes, in dem es erwirtschaftet wurde, entzogen. Weiters sind sich unabhängige Experten uneinig, ob das Geld als eine Art „Entwicklungshilfe“ den Aufbau in ärmeren Ländern fördert – oder sogar hemmt. Denn die Empfänger könnten sich auf das Fließen dieser Gelder verlassen und somit keine nachhaltige Alternative in ihrer Heimat aufbauen wollen..

Dezentrales Digitalgeld als Erfolgsgeschichte

Die Kryptowährung Bitcoin startete im Jahr 2009 und funktioniert über die Blockchain-Technologie. Es findet dabei keine Zentralisierung statt, es gibt keine Überwachung einer Zentralbank. Alles funktioniert auf Peer-To-Peer-Basis (P2P). Der jeweilige Wert richtet sich nach Angebot und Nachfrage – mit jahrelangem Trend nach oben. Dabei berichten viele Medien bevorzugt von vermeintlichen „Abstürzen“ des Kurses, wie zuletzt vom Höchstwert von 64.000 auf etwa 36.000 Dollar. Dazwischen gibt es aber teilweise rasante Anstiege..

Tatsächlich konnten gerade frühe Anleger sich beträchtliche Rücklagen schaffen. Vor ziemlich genau fünf Jahren pendelte der Bitcoin-Kurs noch zwischen 400 und 600 Dollar. Wer damals auch nur 20 Euro investierte, bekäme derzeit immer noch 1.200 Euro zurück. Bereits damals hielten Befürworter einen Kurs von bis zu 100.000 Dollar für möglich. Kritiker warnten indes vor einer vermeintlichen „Blase“. Bill Gates sprach noch 2018 sogar davon, er würde gegen eine Kurssteigerung wetten. Diese Wette hätte er krachend verloren.

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