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Studie

PCR-Tests keine sinnvolle Grundlage zur Corona-Bekämpfung

Laut einer neuen Studie sind PCR-Tests kein geeignetes Mittel, um die Pandemie-Situation richtig einzuschätzen.

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<p>Symbolbild: Corona-Abstrich / Bild: © Raimond Spekking (Bild zugeschnitten)</p>

Symbolbild: Corona-Abstrich / Bild: © Raimond Spekking (Bild zugeschnitten)

Die Universität Duisberg-Essen hat in einer neuen Studie 190.000 Corona-Testergebnisse von 160.000 Menschen untersucht. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass PCR-Test kein geeignetes Mittel zur Einschätzung der Pandemie-Situation seien. Viele der positiv Getesteten seien nämlich überhaupt nicht infektiös. „Ein positiver RT-PCR-Test allein ist nach unserer Studie kein hinreichender Beweis dafür, dass Getestete das Coronavirus auf Mitmenschen übertragen können“, schildert Prof. Dr. Andreas Stang dazu in der Pressemeldung.

Die Autoren der Studie raten deshalb, auch andere Daten zur Bewertung der Corona-Lage zu verwenden. „Geeigneter wären zum Beispiel verlässliche Angaben zur Intensivbetten-Belegung sowie zur Mortalität, also zu der jeweiligen Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19“, so Stangl.

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PCR-Tests und Ct-Werte

RT-PCR-Tests wurden in der Corona-Pandemie bisher eingesetzt, um Inzidenz-Werte zu ermitteln, die dann die Basis für die Corona-Maßnahmen der Regierung bildeten. Ob eine Person jedoch tatsächlich ansteckend ist, gibt der sogenannte Ct-Wert an: Je niedriger der Wert, desto höher ist die Viruslast und umso ansteckender ist die infizierte Person. Der Studie zufolge wurden bei durchschnittlich etwa 60 Prozent der Getesteten mit Corona-Symptomen ein Ct-Wert nachgewiesen, bei dem man davon ausgeht, dass diese nicht mehr ansteckend waren. „In den Wochen 10 bis 19 waren es sogar 78 Prozent, die sehr wahrscheinlich nicht mehr ansteckend waren“, betont Stangl. Auch das Abfragen von COVID-19-Symptomen bei Getesteten würde helfen, die Ergebnisse von RT-PCR-Tests besser bewerten zu können.

RKI und Gesundheitsministerium reagieren

Nach Bekanntwerden der Studie erklärte das Robert-Koch-Institut (RKI) auf Anfrage der Tagesschau, dass zur „Bewertung der Lage – neben der Inzidenz – schon immer verschiedene weitere Faktoren mit einbezogen“ würden. Das Bundesgesundheitsministerium teilte auf Anfrage der Tagesschau mit, der Inzidenzwert stelle „nach wie vor den am besten geeigneten Mechanismus dar, dass zu treffende Maßnahmen rechtzeitig, zielgenau, rechtssicher und verhältnismäßig wirken können“.


Studie lesen: „The performance of the SARS-CoV-2 RT-PCR test as a tool for detecting SARS-CoV-2 infection in the population“

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