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EM-Spiel

Deutschland gegen Ungarn – Gut gegen Böse?

Leider ist es so: Ich bin dieser Tage sehr zornig: Als Demokrat bin ich zornig, weil ich es nicht und nicht begreifen kann, dass Ungarn als böse und menschenrechtsfeindlich und rechtsstaatswidrig denunziert wird.

Géza Ákos Molnár
4 Minuten Lesezeit
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Symbolbild (CC0).

Und warum wird es das? Wegen eines Jugendschutzgesetzes, das seine ausländischen Kritiker wahrscheinlich nicht einmal gelesen haben. Wegen eines Gesetzes, das auf folgender Prämisse beruht: Sexualerziehung ist nicht Aufgabe und Sache des Staates, sondern Aufgabe der Eltern. Zusatzinfo: Es ist nicht verboten worden, dass Eltern ihre Kinder „homosexual-freundlich“ erziehen.

Ich habe null komma null Einwand dagegen, wenn man gegen den Inhalt des Pädophiliegesetzes Ungarns ist. Soll sein. Jeder soll seine Meinung frei und unbekümmert äußern können. Das ist Demokratie.

Wer darüber seriös streiten will, liest die entsprechende Passage des Gesetzes vor und argumentiert sachlich und hört dem Befürworter des Gesetzes respektvoll zu.

Denn auch die Befürworter sollen ihre Meinung frei und unbekümmert äußern können – und zwar ohne verhöhnt, als böse denunziert und als Menschenfeinde dargestellt zu werden. In früheren Zeiten nannten wir das „Dialog“ oder „demokratischer Diskurs“.

Leben wir überhaupt noch in einer Demokratie?

Als Ungar bin ich sowieso zornig auf diese ununterbrochene anti-ungarische Propaganda der von mir EUdSSR genannten EU. Denn so gebärdet sie sich ja unentwegt. Als wäre sie im Alleinbesitz der Weisheit und der Wahrheit und als wäre sie die alleinige Richtschnur für Moral und Ethik. Brüssel locuta – causa finita hat das Moskva locuta – causa finita abgelöst.

Was nun in der EM geschieht, ist schon das reinste Mobbing.

Jetzt diffamieren sogar schon Sportreporter Ungarns Premier Viktor Orbán als „autokratischen Herrscher“ (gehört auf ntv).

Es ist ja ein Geschenk des Himmels, dass die UEFA die Reißleine gezogen und die Regenbogenbeleuchtung des Stadions in München zum Match Deutschland gegen Ungarn verboten hat.

Aber dass man nun zigtausende Regenbogenfähnlein verteilt, um damit die ungarischen Fans und die ungarische Nationalmannschaft zu brüskieren und zu provozieren, ist nichts anderes als brutales Mobbing.

Am deutschen Wesen soll die Welt genesen?

Die Deutschen, die nicht mit ihren Nationalfarben, sondern mit den Farben des Regenbogens ihrer Mannschaft die Daumen halten (was für ein Bild!), transportieren damit diese Botschaft an die Ungarn:

Ihr Ungarn seid die Bösen, wir Deutsche sind aber die Guten. Besiegen heute die Guten die Bösen, die moralisch Überlegenen die moralisch Primitiven? Nennen Linke das nicht Rassismus? Knieen sie sich da normalerweise nicht nieder gegen ihn, um „Haltung zu zeigen“ und „ein Zeichen zu setzen“?

Ist der alte Ungeist wieder lebendig: Am deutschen Wesen sollst du genesen?

Liebe Leser: Das ist das Gegenteil von Weltoffenheit und Toleranz!

Das ist totalitäre Ideologie pur, getränkt in Hektolitern ätzender Moralinsäure. Keine demokratische Diskussion in der Sache. Sondern nichts als gutmenschliche Stimmungsmache. Noch dazu gegen eine andere Nation, noch dazu während einer sportlichen Veranstaltung.

Protestnote

In meinem ungeduldigen Zorn habe ich über die Kontaktformularmaske des Deutschen Fußballbundes folgdende Protestnote gerichtet:

„Sehr geehrte Funktionäre und Spieler der Nationalmannschaft!

Ich protestiere heftig gegen die ständigen Attacken auf die nationale ungarische Gesetzgebung in bezug auf das Pädophiliegesetz in Kombination mit Werbeverbot homosexueller Darstellungen und Inhalte an Menschen unter 18 Jahren.

Ihre Meinung respektiere ich – ABER WAS HABEN GESETZE EINES AN DER EM TEILNEHMENDEN LANDES MIT FUSSBALL ZU TUN?

Ihre Heuchelei und Feigheit verachte ich:

Ich WETTE, Sie werden bei der WM in Katar keine Regenbogenfahnen, -schleifen, -armbänder ins Fußballstadion mitnehmen und um Ihren Arm binden. Kennen Sie die Gesetze Katars in bezug auf Homosexualität?

Sie werden in Katar Ihren Mund halten, da bin ich mir sicher. Da gilt dann wieder das Motto: Fußball hat mit Politik nichts zu tun.

Es wäre besser, Sie kümmerten sich um die Befreiung des ganzen Fußballgeschäfts von Korruption, siehe Katar, statt das souveräne und freie Ungarn zu attackieren, nur weil es in bezug auf den Jugendschutz auf demokratischem, rechtsstaatlichem Wege eine andere Gesetzgebung beschlossen hat, als Sie es sich wünschen.

Obwohl: Ich halte es für durchaus möglich, daß Sie die ggstdl. Gesetze im Wortlaut nie gelesen haben und in Wahrheit auf einer populistischen Welle reiten.

Gerade Deutschland sollte nach seiner Erfahrung mit Politik & Sport im Nazi- und im Stasiregime endgültig die Politik aus dem Sport raushalten und uns Unterhaltung mit Sport bieten und nicht Ärgernis mit Politik.“

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