Nach Rassismus-Vorwurf

Bahlsen benennt seine „Afrika-Waffel“ um

Aufgrund einer Rassismus-Debatte in den sozialen Netzwerken änderte der Kekshersteller nun den Namen seiner „Afrika-Waffeln“. Kritik wird nun nicht nur wegen der Preiserhöhung der Waffeln laut, sondern auch wegen der Namensänderung selbst.

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<p>Bild: foodrepo mit zusätzlichen Änderungen durch cjk mittels Open Food Facts. /<br />
 <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en/">CC BY-SA 3.0</a></p>

Bild: foodrepo mit zusätzlichen Änderungen durch cjk mittels Open Food Facts. /
CC BY-SA 3.0

Hannover. – Der Kekshersteller Bahlsen sah sich im Frühjahr 2020 mit Rassismus-Vorwürfen auf den sozialen Netzwerken konfrontiert. Grund hierfür war der Name eines seiner Produkte: die „Afrika-Waffel“. Der Konzern kündigte damals an, an einer Umbenennung zu arbeiten. So wolle man vermeiden, dass das Produkt „Assoziationen mit Rassismus“ hervorrufe, hieß es damals laut eines NDR-Berichts. Die „Afrika-Waffel“, welche seit mehreren Jahrzehnten unter diesem Namen bekannt war, heißt seit Juni nunmehr „Perpetum“.

Keks-Name wird nach 60 Jahren geändert

Wie der NDR berichtet, begründet das niedersächsische Familienunternehmen die Namensänderung damit, dass „der eigentliche Grund für die Namensgebung vor 60 Jahren – nämlich der Bezug zum Rohstoff Kakao, der in einigen afrikanischen Ländern angebaut wird – heute nicht mehr wahrgenommen werde“. Teilweise seien sehr negative Assoziationen hervorgerufen worden. „Aus diesen Gründen haben wir uns für die Umbenennung entschieden“, erklärte ein Sprecher des Bahlsen-Unternehmens. Der neue Waffel-Name sei nach Konzernangaben vom lateinischen Adjektiv perpetuus abgeleitet, was auf Deutsch so viel wie „beständig“ heißen würde.

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Nach Namensänderung: erneute Kritik

Doch kaum ist das Produkt mit neuem Namen auf dem Markt, steht es erneut in der Kritik. Grund dieses Mal: Bei gleichbleibendem Preis finden die Käufer in einer „Perpetum“-Packung deutlich weniger Inhalt, als zuvor in der „Afrika“-Packung. Ein Sprecher der Firma Bahlsen erklärte auf Nachfrage des Redaktionsnetzwerk Deutschlands (RND): „Das Produkt ‚Perpetum‘ hat nicht nur einen neuen Namen, sondern auch ein gänzlich neues Verpackungsdesign.“ Die Füllmenge sei hier wie üblich angegeben. Hierbei sei es richtig, dass im Vergleich zum ursprünglichen Produkt der Inhalt verringert wurde. Dieses sei „im Zuge des Relaunches“ geschehen, heißt es. Und weiter: „Diese Entscheidung mussten wir treffen, um dieses Produkt weiterhin wirtschaftlich produzieren und anbieten zu können“.

Twitter-User: „Bahlsen hat einen an der Waffel“

Kritik wird jedoch vermehrt auch an der Namensänderung an sich laut. So äußern sich gerade auf Twitter viele User kritisch und mit ironischen Kommentaren. Bahlsen hätte „einen an der Waffel“, liest man dort mehrfach. Sogar zum Boykott der „Perpetum“-Waffeln wird aufgerufen. Es wäre traurig, dass sich Bahlsen der Kritik aus der „politisch korrekten Ecke“ beugen würde. „Dass Bahlsen seine Kekse umbenennen muss, zeigt mir auf gruselige Weise, wie verrückt und fanatisch unsere Welt, und vor allem das linke Weltbild, geworden ist. Es ist einfach nicht mehr normal, und ich verstehe das auch nicht“, twittert eine Userin. Auch Malte Kaufmann, AfD-Politiker aus Baden-Württemberg, äußert sich in einem Tweet dazu: „Schon wieder ein verrücktes Ergebnis der Rassismus-Polizei. Afrika-Kekse von Bahlsen werden umbenannt. Jahrzehntelang störte das niemand. Plötzlich kommen ein paar Moralapostel um die Ecke – und es ist rassistisch.“ Für Kaufmann ist dies „gaga. Völlig gaga“.

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