AfD Niedersachsen wählte erneut Landesliste für Bundestagswahl

Die Gräben im niedersächsischen Landesverband verlaufen tiefer denn je, das wurde beim zweiten Versuch, eine Landesliste aufzustellen, deutlich. Hierbei zeigte sich das „liberale Lager“ wieder als klar stärker.

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<p>Symbolbild: Logo der AfD-Bundestagsfraktion / privat</p>

Symbolbild: Logo der AfD-Bundestagsfraktion / privat

Braunschweig. – Am vergangenen Wochenende fand bei der AfD Niedersachsen erneut eine Aufstellungsversammlung für die Listenplätze zur Bundestagswahl im kommenden Herbst statt. Auch diesmal dominerte insgesamt das „liberale Lager“ der Partei die Wahl und wählte ihre Kandidaten auf die Liste. Somit belegte auch Drei-Sterne-General Joachim Wundrak wieder Listenplatz eins. Jens Kestner, Chef der AfD Niedersachsen, und auch der Bundestagsabgeordnete Armin-Paulus Hampel schafften es dagegen erneut nicht auf die Landesliste.

Zuvor aufgestellte Liste galt als nicht rechtssicher

Die zuvor aufgestellte Liste im Dezember 2020 galt als nicht rechtssicher, da nicht alle stimmberechtigten Mitglieder eingeladen waren. Die Landeswahlleitung hatte im Mai die Kandidatenaufstellung der AfD zumindest infrage gestellt. Es könne „nicht prognostiziert werden“, ob der Landeswahlausschuss die vorgelegte Liste akzeptiere oder verwerfe, hieß es. Auch mehrere Gutachten im Auftrag des Landesvorstands legten diesen Schritt nahe. Kritiker sahen hier einen Versuch von ehemaligen „Flügel“-Anhängern, die damals gewählte Liste als ungültig zu deklarieren, um in einer erneuten Aufstellungsversammlung bessere Chancen zu besitzen.

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Die Gräben im Landesverband verlaufen tief

Landeschef Jens Kestner hatte zu Beginn der Veranstaltung die rund 600 anwesenden Parteimitglieder zur Einheit aufgerufen. Sie müssten als Mannschaft auftreten, sagte er. „Wir gehören alle derselben Partei an, auch wenn es manchmal nicht so aussieht.“ Doch diese Einheit wollte sich nicht einstellen. Während Hampel daran appellierte, die geeignetsten Kandidaten auf die Listen zu wählen, und dabei die Zugehörigkeit zum „liberalen“ oder „ehemaligen Flügel“-Teil der AfD nicht über Kompetenz und Fähigkeit zu stellen, wurde während der gesamten Veranstaltung eines deutlich spürbar: Die Gräben im niedersächsischen Landesverband verlaufen tiefer denn je.

Der Lagerstreit innerhalb der AfD war in der Veranstaltungshalle mit jeder Listenplatzwahl sichtbar. Wundrak gewann erneut den Kampf um Listenplatz eins. Und Landwirt Frank Rinck gelangte erneut auf Platz zwei der Liste. Auf Rang drei wurde der Bundestagsabgeordnete Thomas Erhorn gewählt. Auf Platz vier und fünf kamen die Bundestagsabgeordneten Dietmar Friedhoff und Jörn König. Somit kann der Ausgang der Aufstellungsversammlung zum zweiten Mal als klarer Sieg für den liberalen Teil der Partei angesehen und als zukunftsdeutend für den inneren Richtungsstreit der AfD in den westlichen Bundesländern ausgelegt werden.

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