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Peter Weinmeister

Der blaue (Fast-)Bürgermeister blickt zurück

Die Hauptstadt der grünen Steiermark hat viele Jahre eine blaue Handschrift getragen – zumindest einige Bereiche davon. Der Freiheitliche Peter Weinmeister (geb. 1. Juli 1946) blickt nach einem Dreivierteljahrhundert auf jene Zeit zurück, in der die Politik sein Leben in Graz begleitet hat und erzählt im Interview, wie ein vermeintlich „grünes“ Ressort von einem „Blauen“ geführt wurde.

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Bild: Peter Weinmeister.

Die FPÖ hat vor wenigen Wochen ihre Führungsspitze neu gewählt. Mit Herbert Kickl wurde ein neuer Bundespartei-Obmann gefunden. „Nach vielen erfolgreichen Jahren für die FPÖ gab die Ibiza-Geschichte der Partei einen Knick. Ich bin mir sicher, dass es spätestens jetzt wieder aufwärts geht“, sagt Weinmeister. So wie es auf Bundesebene immer wieder Aufs und Abs gegeben hat, so ist dies auch auf kommunaler Ebene. Peter Weinmeister – verheiratet und Vater von zwei Kindern – war zehn Jahre lang Bürgermeister-Stellvertreter in Graz. Er wurde geschätzt, musste aber auch Kritik einstecken.

„Das Steckenpferd meiner politischen Tätigkeit war zweifelsohne das Umweltreferat der Stadt Graz. Mit der Agenda 21 haben wir unter meiner Führung ein Aktionsprogramm der Vereinten Nationen umgesetzt und haben dadurch einen konsequenten Weg in Richtung Nachhaltigkeit eingeschlagen“, sagt Weinmeister. Für die nachhaltigen Erfolge auf dem Umweltsektor hat Graz 1996 von der Europäischen Union den ersten internationalen „Sustainable City Award“ als zukunftsbeständige Stadt erhalten.

Wenn der ehemalige Vize-Bürgermeister von verschiedenen durchgeführten Projekten in der damaligen Zeit erzählt, sind seine Begeisterung und Leidenschaft für Umweltthemen noch immer spürbar. Mit den Maßnahmen „Öko-Profit“, „Öko-Drive“ und „Thermo-Profit“ bekam Graz sogar die Möglichkeit, sich auf der Weltausstellung „EXPO“ in Hannover im Jahre 2000 präsentieren zu dürfen. Auch Angela Merkel, sie war damals die deutsche Umweltbundesministerin, habe bei Weinmeister und seinen Mitarbeitern vorbeigeschaut.

Grüner Vize-Kanzler schätzt den Blauen

Auf die Frage, warum ein Freiheitlicher gerade das Umweltreferat zugeteilt bekommen hat, das ja nicht ein typisches „blaues“ Thema ist, sagt Weinmeister: „Dieses Referat hat es zu jener Zeit, als ich Stadtrat geworden bin, ganz einfach nicht gegeben. Es gab damals lediglich eine Art ‚Hilfsamt‘ für andere Abteilungen, das sich um Umweltthemen gekümmert. Ich habe dann das Referat mit Fachleuten bestückt. Die meisten Mitarbeiter gehörten den Grünen und Sozialdemokraten an.“ Da in jener Zeit der heutige Vize-Kanzler Werner Kogler Mitglied des Grazer Gemeinderates war, „kennt er mich aus jener Zeit und hat meine Arbeit als Umweltreferent der Stadt Graz unterstützt“, so Weinmeister.

Bei der Gemeinderatswahl 1998 hat die Grazer FPÖ das bislang beste Ergebnis mit 26,8 Prozent der abgegebenen Stimmen eingefahren. Den Freiheitlichen ist es damals nicht bloß gelungen, die ÖVP zu überholen, sondern sie stellten mit Peter Weinmeister auch erstmals den Vize-Bürgermeister der Stadt, nachdem er von 1988 bis 1993 bereits der dritte Stellvertreter war. „Es war dies nicht nur der Höhepunkt meiner politischen Tätigkeit, sondern auch ein großer Erfolg für die Grazer FPÖ. Gut in Erinnerung ist mir noch der Stadtplan, den wir damals im Wahlkampf verteilt hatten und auf dem auch die getätigten Umweltarbeiten aufgelistet wurden“, sagt Weinmeister.

Auf Erfolg folgt Kritik und Rücktritt

2003 folgte mit nur mehr acht Prozent ein sehr schlechtes Ergebnis bei der Gemeinderatswahl für die Grazer Freiheitlichen. Laut Weinmeister waren es nicht nur die Turbulenzen innerhalb der FPÖ auf Bundesebene, die zu dieser Niederlage beigetragen haben: „Es gab auch Kritik gegenüber meiner Person.“ Der Rücktritt aus all seinen Funktionen innerhalb der Partei und der Verzicht auf das Gemeinderats-Mandat waren die Folge und Weinmeisters Konsequenz auf das schlechte Abschneiden.

Grazer Gemeinderats-Wahlkampf steht an

Heute engagiert sich Weinmeister ehrenamtlich als Aufsichtsrat bei den Bühnen Graz sowie als Obmann des Friedrich-Schiller-Studentenheim-Vereines. Angesprochen auf seine Ratschläge für den anstehenden Wahlkampf für die Grazer Gemeinderatswahl 2021 meint der ehemalige Vize-Bürgermeister: „Sofern gewünscht, bin ich für Ratschläge immer zu haben. Man muss eine vertrauenswürdige Arbeit leisten. Die Funktionäre und Kandidaten sollen vorbildhaft leben und anhand konkreter Projekte Lösungsvorschläge aufzeigen. Das Motto ‚Soziale Heimatpartei‘ muss für möglichst viele Menschen übersetzbar sein. Dazu bedarf es konkreter Projekte, die mit Betroffenen gemeinsam erarbeitet und präsentiert werden. Für ihre Umsetzung muss man hart arbeiten und intensiv werben.Wenn Ich mir etwas wünschen dürfte, wären es ‘Win-Win-Projekte’, um damit wirklich in die Breite zu kommen. Nur so werden die Bürger das freiheitliche Programm verstehen und wertschätzen und uns schlussendlich ihre Stimme geben.“

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