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Stiko empfiehlt Corona-Impfung von Kindern ab zwölf Jahren

Aufgrund von Daten aus Amerika hat die Stiko ihre Impfempfehlung geändert. Allerdings spricht sich die Kommission weiterhin gegen eine Impfpflicht aus.

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<p>Symbolbild: Impfung / Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pfizer-BioNTech_COVID-19_vaccine_(2020)_F.jpg">U.S. Secretary of Defense</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0">CC BY 2.0</a>, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)</p>

Symbolbild: Impfung / Bild: U.S. Secretary of Defense, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Berlin. – Die Stiko (Ständige Impfkommission) hat am Montag eine Empfehlung zur Corona-Impfung für alle 12- bis 17-Jährigen ausgesprochen. Noch am 10. Juni hatte sie die Impfung für Kinder und Jugendliche nur empfohlen, sofern diese unter Vorerkrankungen litten oder bestimmte andere „Indikationen“ für eine Impfung sprachen. Ansonsten wurde auf die Möglichkeit der Impfung nach individueller Aufklärung und Nutzen-Risiko-Abwägung hingewiesen.

Diese Empfehlung basierte unter anderem auf der Beobachtung, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland ein geringes Risiko hätten, schwerwiegend an Corona zu erkranken, ein begrenzter Kenntnisstand über seltene Nebenwirkungen der neuen mRNA-Impfstoffe in dieser Altersgruppe bestehe und es erste Berichte zu Herzmuskelentzündungen im zeitlichen Zusammenhang mit mRNA-Impfungen, vor allem bei Jungen und jungen Männern gäbe, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung. Doch nun änderte die Stiko ihre Meinung bezüglich der „Impfempfehlung“:

Neue Einschätzung: Vorteile würden Risiken überwiegen

„Nach sorgfältiger Bewertung von neuen wissenschaftlichen Beobachtungen und Daten kommt die Stiko zu der Einschätzung, dass nach gegenwärtigem Wissenstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen“, teilte die Organisation mit und bezieht sich hier vor allem auf Überwachungsdaten aus dem amerikanischen Impfprogramm mit nahezu zehn Millionen Minderjährigen. Durch diese könnten nun mögliche Risiken der Impfung für diese Altersgruppe „zuverlässiger quantifiziert und beurteilt werden“. So sei es nur sehr selten zu Herzmuskelentzündungen bei männlichen Jugendlichen gekommen, die als Impfnebenwirkungen gewertet werden müssten. Bei entsprechender medizinischer Versorgung im Krankenhaus seien diese „jedoch ohne Komplikationen verlaufen“, erklärt die Kommission.

Stiko gegen Impfzwang bei Kindern und Jugendlichen

Die aktualisierte Einschätzung und Aussprache der allgemeinen Corona-Impfempfehlung für 12- bis 17-Jährige ziele in erste Linie auf „den direkten Schutz der geimpften Kinder und Jugendlichen vor COVID-19 und den damit assoziierten psychosozialen Folgeerscheinungen ab“, heißt es von Seiten der Impfkommission weiter. Unverändert solle die Impfung nach ärztlicher Aufklärung zum Nutzen und Risiko erfolgen. Ebenso spricht sich die Stiko „ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird“.

Druck durch Politik

Bereits im Juli hatten deutsche Politiker, die Stiko gedrängt, eine neue Empfehlung zu Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren abzugeben. Beispielsweise Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) forderte die Kommission öffentlich auf, ihre Impfempfehlungen zu ändern und jenen der EU zu folgen. „Wir sind schon einiges gewöhnt in den letzten Wochen, dass die Politiker auf der Stiko herumschlagen, weil sie das Gefühl haben, sie würde nicht vernünftig oder nicht professionell arbeiten“, sagte Stiko-Mitglied Martin Terhardt Ende Juli im rbb-Inforadio. „Das erzürnt uns, das empört uns, das entwertet uns und das schadet dem Vertrauen der Ständigen Impfkommission, und das finde ich einen groben Fehler“, kritisierte er.

Kritik an dem massiven Drängen der Politik übte am Dienstag auch Ulrich Weigeldt, Chef des Deutschen Hausärzteverbands. „Wir haben immer betont, dass die Wissenschaft entscheidet, wann ausreichende Erkenntnisse vorliegen, um Jugendlichen ein Impfangebot zu machen. Dazu hätte es keines Drängens von Politikseite aus bedurft“, sagte er den Zeitungen der „Funke-Mediengruppe“. Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, warf der Politik vor, in die Arbeit der Stiko „hineingegrätscht“ zu sein. Zwar hätten auch die Kinder- und Jugendärzte zur Aktualisierung der Impfempfehlung aufgerufen, aber die Reihenfolge müsste laut: „erst die Wissenschaft, dann die Politik – nicht umgekehrt“, sagte Fischbach der „Ärzte Zeitung“.

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