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Umfrage

Innsbrucker Studenten lehnen mögliche Impfpflicht ab

Einer anonymen Umfrage der Initiative „Studenten stehen auf“ zufolge stehen zumindest 56 Prozent der Studenten der Innsbrucker Universität einer möglichen 1G-Regel an ihrer Hochschule äußerst kritisch gegenüber.

4 Minuten
<p>Bild: (C) Studenten stehen auf / zVg</p>

Bild: (C) Studenten stehen auf / zVg

Innsbruck. – Wenn bald das Wintersemester an heimischen Universitäten startet, gilt zumindest die 3G-Regel. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) stellte den Hochschulen aber eine strengere Regel frei – und prompt erklärten die Innsbrucker und Wiener Medizin-Unis, mit wenigen Ausnahmen nur mehr geimpfte Bewerber aufzunehmen. Vor der drohenden Ausweitung zeigt nun eine Umfrage unter den Studenten der Leopold-Franzens-Universität (LFU), dass diese mehrheitlich eine mögliche Uni-Impfpflicht auch an ihrer Hochschule strikt ablehnen würden.

Kein Verständnis für Impfzwang an Medizin-Uni

Insgesamt nahmen an der Erhebung 1.286 Studenten aller 16 Fakultäten der LFU teil – die einstige Medizin-Fakultät, für die eine solche Regelung bereits im Herbst gelten wird, wurde schon in den Nullerjahren ausgegliedert. Diese Neuerung stößt bei der deutlichen Mehrheit der angehenden Akademiker auf der Schwester-Uni auf Univerständnis. Weiters stellte sich heraus, dass bereits geimpfte Studenten diese Entscheidung mehrheitlich im Glauben taten, dass sie damit ihre Mitmenschen schützen würden. Einige gaben an, nicht über ihr Überträgerpotenzial aufgeklärt worden zu sein.

Immerhin 18 Prozent der befragten Studenten lehnen eine Impfung kategorisch ab. Sie nannten dabei Gründe wie die nur bedingte Zulassung und folglich ein womöglich zu hohes Risiko und wollen daher noch warten. Aber auch die drohende Zweiklassengesellschaft wirkt auch an der Uni eher abstoßend auf Skeptiker: „Es ist höchst bedenklich, dem Menschen angeborene Freiheiten an einen Eingriff am eigenen Körper zu koppeln“, zitiert die Pressemitteilung von „Studenten stehen auf“ einen Befragten.

Geimpfte Studenten erhofften sich Erleichterungen

Die bereits Geimpften – dies trifft laut Aussendung auf die Hälfte der Befragten zu – wiederum hofften vor ihrer Impfentscheidung auf eine Entschärfung der Maßnahmen, etwa auf ein Ende der Maskenpflicht. Andere nannten die Herdenimmunität oder die Vorbeugung neuer Mutationen als Grund für ihre Impfung. Nach Ansicht von „Studenten stehen auf“ umsonst: „Diese Versprechen erwiesen sich nach heutigem Datenstand als Farce. Nichts davon ist eingetreten. Ganz im Gegenteil, mit der ‚Delta-Variante‘ wird schon für den nächsten Schuss mobilisiert.“

Aufruf an Studenten zu friedlichem Widerstand

Für die Studenten-Initiative sind die aktuellen Maßnahmen an den Universitäten untragbar. Die Uni sei „als Narrenschiff in ihr zweites Leben wiedergekehrt“, man müsse von einer „Austrocknung der Oase des offenen Diskurses und der Meinungsvielfalt“ sprechen. Eine Studenten-Impfpflicht stelle „eine Missachtung des Rechts auf Bildung sowie des freien Hochschulzugangs in Österreich dar“ und fühle sich für viele junge Erwachsene wie ein Zwang zur Prostitution an, da man von ihnen verlangt, „ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung für ihr Recht auf Bildung zu verkaufen“. Der ausgeübte Druck sei „enorm“, weshalb „dringender Handlungsbedarf“ bestehe, so Studenten stehen auf weiter.

Gerade vor dem Hintergrund eines ohnehin in Richtung „Meinungsmonopol“ gehenden Klimas an den österreichischen Unis sei die Verteidigung der Grund- und Freiheitsrechte aber umso wichtiger. Die Gruppe fordert Kommilitonen auf, aktiv zu werden: „Zeigt Solidarität und haltet mit uns Stand, um diesen zeitgeistigen Verirrungen an unseren Bildungseinrichtungen Einhalt zu gebieten.“ Ein erster praktischer Schritt sei, zwischen 20.-27. September das Volksbegehren „Impfpflicht: Striktes NEIN“ zu unterzeichnen. Auch Mails an den Bildungsminister oder die Universitätsleitung seien eine Methode des Widerstandes, so die Gruppe, welche kritische Studenten auch einlädt sich ihr anzuschließen.

Front an Uni-Maßnahmen-Kritikern wird breiter

Bei der Initiative handelt es sich um einen Zusammenschluss kritischer Studenten, die sich infolge der zunehmenden „Diskriminierung und Diffamierung Andersdenkender“ an Universitäten vernetzten. Die Gruppe ist im gesamten deutschen und österreichischen Bundesgebiet aktiv und organisiert sich laut eigenen Angaben vor allem durch Ortsgruppen auf Telegram. Dabei versuche man mit Präsenz auf Demos, Flugschriften an Unis, Flyerverteilungen und weiteren Aktionen sich „im Trubel der Zeit zurecht zu finden, aufzuklären, zu vernetzen, zu unterstützen und wo nötig neu zu orientieren“.

Insgesamt regt sich angesichts der scharfen Maßnahmen im Vorfeld des kommenden Semesters immer mehr Widerstand. Einige Studenten versuchen ihren Sorgen etwa mit offenen Briefen Luft zu verschaffen, so etwa eine Wiener Geschichtsstudentin, die an ihr Institut appellierte, sich gerade infolge historischer Verantwortung gegen den willkürlichen Ausschluss entlang des Impfstatus zu stellen, andernfalls drohe das „Ende jeder Demokratie“. Ein weiterer Student warf der Politik vor, sich mit ihren Maßnahmen „eine Führungsebene aus folgsamen und unkritischen Schafen“ züchten zu wollen.


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