Abonniere das Freilich Magazin

Folge uns auch auf Telegram, um informiert zu bleiben!  Zum Telegram-Kanal 

„Funk“ erntet Spott für Tipps über „kulturelle Aneignung“

Der öffentlich-rechtliche Jugendsender gibt auf Intragram weißen Menschen Tipps, wie sie „kulturelle Aneignung“ erkennen und verhindern können. Viele Nutzer reagieren mit spöttischen Kommentaren. Andere werfen die Frage auf, ob Funk damit nicht selbst rassistisch sei.

2 Minuten
<p>Symbolbild (CC0).</p>

Symbolbild (CC0).

Stuttgart. – Das Content-Netzwerk Funk von ARD und ZDF veröffentlichte kürzlich auf seiner Instagram-Seite „fünf Tipps um kulturelle Aneignung besser zu erkennen“. Seinen Followern will Funk damit erklären, was kulturelle Aneignung ist und wie man sie von „harmlosen Trends“ unterscheiden könne. Denn manchmal sei es nicht einfach, auf den ersten Blick zu erkennen, ob das Muster auf dem neuen Kleid von alten Azteken-Völkern kommt und ob der neue Lidstrich-Trend „Fox Eyes“ wirklich nur etwas mit Füchsen zu tun hat oder für eine andere Augenform sorgen soll, so Funk.

Funk: Keine fremden Kulturmerkmale übernehmen

„Als kulturelle Aneignung bezeichnet man es, wenn die kulturelle Identität oder ein Bestandteil einer Kultur übernommen werden. Häufig werden dabei kulturelle Ausdrücke einer Minderheit von der Mehrheitsgesellschaft aufgenommen“, wird in dem Beitrag weiter erklärt. In seinen fünf Tipps rät Funk unter anderem: „Mache dir bewusst, dass du weiß bist, wenn du es bist. Du besitzt als weiße Person mehr Privilegien als nicht-weiße Personen“. Oder: „Verkleide dich nicht als Person einer kulturellen Gruppe. Denn in diesen Kostümen spiegeln sich rassistische Stereotype wider.“ Ein Beispiel für die Übernahme fremder Kulturmerkmale sei es, wenn eine weiße Frau Flechtfrisuren trage, sich dunklere Haut schminke oder die Lippen aufspritzen lasse. Nicht-weiße Menschen würden aufgrund dieser Aspekte diskriminiert und erführen Rassismus.

FPÖ - Jetzt Petition unterschreiben!
Werbung

Funk rassistisch?

Funk erntete mit seinen „fünf Tipps“ allerdings viel Spott in den sozialen Medien. „Können wir bitte damit aufhören, jede Kleinigkeit als Angriff oder Gemeinheit zu werten?“, bittet ein Intergram-Nutzer. „Ist eine Fremdsprache sprechen oder lernen noch ok?“, wird ironisch gefragt. „Wenn jemand eine noch bessere Idee kennt monatlich 18,36 € zu verbrennen, freue ich mich über die Vorschläge“, heißt es an anderer Stelle mit Anspielung auf die Rundfunk-Gebühr. Aber auch Rassismus-Vorwürfe gegen den Jugendsender werden geäußert: „Also sollen wir bloß die ‚weiße‘ Kultur leben, weil alles andere rassistisch wäre?“, fragt ein anderer Nutzer und findet: „Das wäre purer Rassismus.“

Dieser Artikel hat Ihnen gefallen? Dann unterstützen Sie kritischen Journalismus und helfen Sie uns, weiterzumachen!
Cover der Freilich-Ausgabe #15
Neues Deutschland – Das neue FREILICH Magazin ist da!
Nach einem halben Jahr „Ampel“ ziehen wir Resümee und beleuchten außerdem den Krieg in der Ukraine und die Staatskrise im Libanon. Erfahren Sie in unserer aktuellen Ausgabe, worauf wir uns vorbereiten müssen.
Jetzt abonnieren