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11. September – Islamismus und der „War on Terror“

9/11-Kritiker von rechts wie von links sehen in George Bushs ausgerufenen „War on Terror“ fälschlicherweise die Ursache für den weltweiten islamistischen Terror. Doch der islamistische Terror wurde nicht erst mit Bin Laden erfunden, noch war 9/11 der erste islamistische Angriff auf den Westen.

Meinungvon Irfan Peci
5 Minuten
<p><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:UA_Flight_175_hits_WTC_south_tower_9-11.jpeg">Robert J. Fisch</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0">CC BY-SA 2.0</a>, via Wikimedia Commons</p>

Robert J. Fisch, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Der islamistische Terror war auch davor existent, genauso wie es bereits zuvor eine starke islamistische Szene in Europa gab. Sie betrachteten den Westen damals noch als Ruhe- und Rückzugsraum im Kampf gegen den „nahen Feind“, nämlich die aus ihrer Sicht abtrünnigen muslimischen Herrscher, die sie stürzen wollten, um ein weltweites Kalifat zu errichten.

Es gab 1993 den Bombenanschlag auf das World Trade Center. 1998 die Terroranschläge auf die Botschaften der Vereinigten Staaten in Daressalam und Nairobi mit über 200 Toten. In Frankreich gab es 1995 eine ganze Anschlagsserie von algerischen Islamisten.

Genauso wie zwei Dschihad-Schauplätze vor unserer Haustür tobten. In Bosnien-Herzegowina kämpften Anfang der 90er tausende Dschihadisten dafür, mitten in Europa einen islamischen Staat zu errichten. Im Kaukasus formierten tschetschenische Islamisten einen Staat und marschierten in Dagestan ein, was Russland zum Eingreifen zwang und den zweiten Tschetschenien-Krieg auslöste, der in den nachfolgenden Jahren begleitet wurde von islamistischen Anschlägen in Russland.

Ewiger Dschihad gegen die „Ungläubigen“

Die Wurzeln reichen jedoch viel weiter zurück. Der moderne islamistische Terror ist nichts anderes als der seit 1.400 Jahren andauernde Dschihad gegen die „Ungläubigen“ und muss, um richtig verstanden zu werden, auch in dieser Kontinuität gesehen werden.

Genau so wird er auch von den Islamisten selbst gesehen und verstanden. Ihnen geht es nicht primär um die USA, deren Imperialismus und Kapitalismus, sondern sie betrachten ihren Dschihad als den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Islam und allem „Ungläubigen“. Heute ist der Erzfeind die USA, morgen vielleicht China, gestern waren es noch die kommunistischen Sowjets, davor die kolonialistischen Europäer, vor ihnen die christlichen Kreuzritter.

Die Islamisten bezeichnen nicht zufällig die heutigen NATO-Soldaten als „Kreuzfahrer“ und bei der Tötung von deutschen Soldaten oder Zivilisten sprach man von getöteten „deutschen Kreuzzüglern“. Einige Rechte haben den naiven Glauben, dass die Islamisten uns nur deswegen bekämpfen, weil die heutige BRD ein wichtiger Verbündeter der USA ist und deren Auslandseinsätze unterstützt.

Dieser Punkt spielt natürlich mit rein, jedoch würde eine Abkehr von den USA kaum etwas an unseren Status in den Augen der Islamisten ändern. Sie bekämpfen uns aufgrund des „Unglaubens“ und nicht primär aufgrund des Bündnisses mit den USA.

Russland und China sind Gegner der USA, trotzdem führen auch sie eine Auseinandersetzung mit Islamisten im eigenen Land. Da der Islam keine andere Weltanschauung neben sich akzeptieren kann, brechen überall Konflikte aus, wo er präsent ist. Letztendlich sind für die Islamisten alle Gegner, die sich ihnen nicht durch Übertritt zum Islam oder durch Anerkennung ihrer Herrschaft unterwerfen.

Das in ihren Augen „Ungläubige“, welches den Islam bekämpft und auch unabhängig davon von ihnen bekämpft werden muss, kann von Zeit und Ort unterschiedliche Formen annehmen. Es ist völlig irrelevant, in welchem Volk, Nation oder Staatenverbund sich das „Böse“ formiert.

Ein Irrglaube

Die Forderung, nicht jedes außenpolitische Abenteuer der USA mitzumachen, scheint heute nach vielen Misserfolgen und angesichts der Machtergreifung der Taliban natürlich berechtigt. Ein Irrglaube wäre es jedoch zu hoffen, dass die Islamisten uns schon in Ruhe lassen würden, wenn wir uns nur von den USA abwenden.

Die von Bin Laden und anderen Islamistenführern unterbreiteten „Friedensangebote“ an die Europäer, sind immer nur taktischer Natur und dienen nur dazu, das anti-islamistische Bündnis aufzubrechen. Dieselben Islamistenführer betonen in anderen Botschaften, dass der Dschihad „ewig andauert“, bis es – wie es im Koran schon heißt – keine „Fitna mehr gibt“, also „keine Versuchung zum Unglauben“: „Und kämpft gegen sie, bis es keine Fitna (Unglauben) mehr gibt und die Religion (allein) Allahs ist.“ (2:193)

Eine „Versuchung zum Unglauben“ stellt jede Weltanschauung und jedes System neben dem Islam dar, ob jetzt das Christentum als Religion oder die Demokratie als politisches System. Den ewigen Kampf gegen die „Ungläubigen“ bis zum jüngsten Tag hat auch Muhammed angekündigt und die gläubigen Muslime eben dazu verpflichtet:

„Mir wurde befohlen, dass ich die Menschen solange bekämpfe, bis sie bezeugen, dass kein Gott da ist außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, und bis sie das Gebet verrichten und die Zakah (Steuer) entrichten. Wenn sie dies tun, so retten sie ihr Leben und ihre Güter vor mir, es sei denn, sie verstoßen gegen das Recht; und ihre Rechenschaft ist (letzten Endes) bei Allah.“

[Sahih Muslim, Hadithnr. 33/Kapitel 2]

Fehler des „War on Terror“

Der von den USA angeführte „War on Terror“ nach 9/11 hat nur das heraufbeschworen und beschleunigt, was letztendlich unvermeidlich war und uns sowieso bevorstand, nämlich die Auseinandersetzung mit dem weltweiten Islamismus.

Das heißt nicht, dass in den vergangenen 20 Jahren nicht vieles falsch gemacht wurde, vor allem das anschließende „nation building“, war aus heutiger Sicht, ein einziges Desaster. Die autoritären Herrscher in der islamischen Welt wie Mubarak, Gaddafi, Ben-Ali, Musharraf waren uns viel zuverlässigere Verbündete, als das, was nach ihnen vor allem im Zuge des „arabischen Frühlings“ kam.

Hier wurde dem Westen eben sein „Gutmenschentum“ zum Verhängnis, statt pragmatischer Politik, die vor allem unser Sicherheitsinteresse verfolgt, fing man an, die westliche liberale Demokratie exportieren zu wollen, wodurch am meisten die islamistischen Kräfte profitieren konnten. Je mehr Freiheit man der muslimischen Bevölkerung gab, umso mehr entschieden sie sich für eine weitere Islamisierung statt einer Demokratisierung.

Dies führt uns zum Kern des Problems. Die Mehrheit in der muslimischen Welt will keine liberale Demokratie, sondern das islamische Rechtssystem, die Scharia. Sie wollen einen islamischen Staat, der sich zu einem weltweiten Kalifat ausbreiten soll und eine existenzielle Bedrohung für uns darstellen würde. Daher muss der weltweite Kampf gegen den islamistischen Terror weitergeführt werden, aber diesmal bitte ohne „Demokratie-Export“!

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