Österreich

Zahl der Schulabmeldungen steigt weiter

Im aktuellen Schuljahr sind 7.515 Kinder im häuslichen Unterricht, die Zahl der Abmeldungen hat sich damit zum Vorjahr beinahe verdreifacht.

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<p>Symbolbild: Leeres Klassenzimmer / Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Empty_classroom.jpg">Onderwijsgek at nl.wikipedia</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/nl/deed.en">CC BY-SA 3.0 NL</a>, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)</p>

Symbolbild: Leeres Klassenzimmer / Bild: Onderwijsgek at nl.wikipedia, CC BY-SA 3.0 NL, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Wien. – In Österreich steigt die Zahl der Schulabmeldungen weiter und hat sich angesichts der Coronavirus-Pandemie beinahe verdreifacht. Wie aus Zahlen des Bildungsministeriums hervorgeht, sind im Schuljahr 2021/22 insgesamt 7.515 Kinder bis zur neunten Schulstufe in häuslichem Unterricht. Im Vorjahr waren es rund 2.600, in den Jahren zuvor jeweils etwa 2.400. Aufgrund der gestiegenen Zahlen hat das Bildungsministerium striktere Regeln für den Heimunterricht angekündigt. Von FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl kam diesbezüglich heftige Kritik.

Niederösterreich ist Spitzenreiter

Wie die Zahlen zeigen, gab es die meisten Schulabmeldungen in Niederösterreich (2.049), dahinter folgen Oberösterreich (1.427), die Steiermark (1.130) und Wien (870). Auf dem fünften Platz liegt Tirol (543), danach kommen Kärnten (452) und Salzburg (406). Die wenigsten Abmeldungen gab es in Vorarlberg (353) und im Burgenland (285). Die meisten Abmeldungen gab es im Volksschulbereich mit insgesamt 4.933 Kindern im häuslichen Unterricht. In der fünften bis achten Schulstufe sind es 2.412, auf die neunte Schulstufe entfallen 170 Abmeldungen.

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Verschärfte Regeln

Weil die Zahl der Abmeldungen im Vergleich zu den Vorjahren so stark angestiegen ist, will das Bildungsministerium die Regeln für den Unterricht in den eigenen vier Wänden verschärfen. So soll etwa zusätzlich zur Externistenprüfung am Jahresende künftig schon nach dem ersten Semester der Lernstand der Kinder erhoben werden und Eltern sollen nicht mehr entscheiden können, wo die Externistenprüfung stattfindet. Von der Bildungsdirektion fix zugeteilte Prüfungskommissionen sollen einen „Prüfungstourismus“ vermeiden. Schafft das Kind die Externistenprüfung nicht, darf es im darauffolgenden Jahr nicht mehr abgemeldet werden, sondern muss die Schulstufe an einer Schule mit Öffentlichkeitsrecht wiederholen.

Als dritte Maßnahme ist vorgesehen, dass vor der Abmeldung der Schulkinder verpflichtende Beratungsgespräche für die Eltern oder Erziehungsberechtigten stattfinden. Lerngruppen mit mehreren Kindern im häuslichen Unterricht sind laut Ministerium nicht erlaubt.

Kritik seitens der FPÖ

Kritik an den vom Bildungsministerium präsentierten Verschärfungen übte bereits vor einigen Tagen FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl. Er sieht in den Verschärfungen den Versuch, „unsere Kinder samt deren Eltern zur Impfung zu zwingen“. In einer Aussendung betonte er zudem, dass jedes Kind das Recht auf Heimunterricht habe, egal aus welchen Gründen auch immer es abgemeldet wurde. Von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) forderte er, dass Sorge dafür getragen werden müsse, dass jene Kinder, die von zu Hause unterrichtet werden die gleichen Chancen und die gleichen Voraussetzungen vorfinden können.

In Österreich gibt es keine Schul-, sondern lediglich eine Unterrichtspflicht. Kinder können also auch häuslichen Unterricht oder eine Privatschule ohne Öffentlichkeitsrecht besuchen. Das muss der jeweiligen Bildungsdirektion bis zum Beginn des jeweiligen Schuljahrs angezeigt werden. Diese kann die Abmeldung nur untersagen, „wenn mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die …. Gleichwertigkeit des Unterrichtes nicht gegeben ist“.

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