US-Philosophie-Professor trat wegen „Social Justice“-Politik an Uni zurück

Ein Philosophie-Professor der Portland State University (PSU) trat zurück, weil er seine Universität zur „Social Justice Factory“ verkommen sieht.

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<p><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:PeterBoghossian.PNG">Paul Pardi</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>, via Wikimedia Commons</p>

Paul Pardi, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Philosophie-Professor Peter Boghossian, spezialisiert auf kritisches Denken, Ethik und die sokratische Methode, gab mit Ende September seinen Lehrstuhl an der Portland State University ab. Während seiner Laufbahn lehrte er Kurse wie „Wissenschaft und Pseudowissenschaft“ oder die „Philosophie der Bildung“, wo er neben den klassischen Philosophen auch eine große Bandbreite an Gastrednern zu sich einlud. Diese reichten von Flacherdlern über christliche Fundamentalisten bis zu „Occupy Wall Street“-Aktivisten. In seinem offenen Brief, in dem er auch seinen Rücktritt bekannt gab, erklärt Boghossian, er habe diese widerstreitenden Meinungsführer nicht eingeladen, weil er mit ihnen übereinstimmte – sondern weil er dies in weiten Teilen nicht tat. Auf diese Art wollte er den Studenten beibringen, Glauben zu hinterfragen, während man dem Gläubigen selbst noch Respekt entgegenbrachte.

Doch Stück für Stück machte die Universitäts-Politik dieses Ansinnen schwieriger und letztendlich hätte sich die Universität von einer Bastion freier Meinungsbildung zu einer Fabrik für „Social Justice“- Politik gewandelt, deren einzige Rohstoffe Ethnizität, Gender und Opferstatus wären und deren einziges Produkt Jammerei und Spaltung. Studenten der Universität würden nicht länger gelehrt zu denken, sondern trainiert die moralischen Gewissheiten von Ideologien nachzuahmen. Dies hätte heute zu einer Kultur geführt, in der Studenten nun Angst hätten frei zu sprechen.

Enthüllungen über die ÖVP

Die Entlarvung der Jammerstudien

Internationale Berühmtheit erlangte Boghossian durch den sogenannten Grievance Studies Hoax, in dem er mit zwei Kollegen unter Pseudonymen diversen wissenschaftlichen Zeitschriften frei erfundene Texte zur Publikation unterjubelte, um so die dort vorherrschende Ideologie und mangelnde Qualitätskontrolle anzuprangern. Die Themen reichten von einem Auszug aus Hitlers „Mein Kampf“, in dem das Wort „Juden“ durch „Weiße“ ersetzt wurde, über einen Essay, was eine empirische Beobachtung in Hundeparks über die männliche Rape culture verraten könne oder wie der männliche Penis in Verbindung mit dem Klimawandel stehe. Von diesen insgesamt zwanzig Jux-Artikeln schafften es gar vier nach der Peer Review zur Veröffentlichung in seriösen wissenschaftlichen Zeitschriften der von den Autoren so getauften „Jammer-Studien“. Das Ziel dieses Experimentes war es, die Qualitätskontrolle besonders in Studienfächern, wie Soziologie, Sexualitätsforschung oder Gender Studies zu testen und zu beweisen, dass es in vielen schon reiche, mit einer bestimmten Wortwahl und Haltung aufzutreten, um Artikel zu platzieren.

Social Justice Warriors in den USA

Wie weit diese Kulturkämpfe die USA bereits getrieben haben, zeigt sich beispielsweise bei der Umbenennung von nach US-Präsidenten benannten Schulen, die in San Francisco im progressiven Vorzeigestaat Kalifornien stehen. Dort wird noch nicht einmal Abraham Lincoln – der Präsident, der den amerikanischen Bürgerkrieg zur Befreiung der schwarzen Sklaven gewonnen hat – dem heutigen Ideal von politischer Korrektheit gerecht. Im nicht minder liberalen New York berichten Eltern, dass sie ihre Kinder von öffentlichen Volksschulen nehmen mussten, weil diese ihre Kinder bereits im Alter von acht überzeugen wollten, homosexuell zu sein und sie in „weiße Unterdrücker“ und „farbige Unterdrückte“ einzuteilen versuchten.

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