Wien denkt über „2-G“-Regelung für alle ab zwölf nach

Überall dort, wo bisher „3-G“ für den Einlass nötig war, gilt in Österreich seit heute die „2-G“-Regel. In Wien überelgt man nun aber, eine eigene Verordnung mit Corona-Maßnahmen zu erlassen, die Einschränkungen für Jugendliche ab 12 Jahren bedeuten würde.

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<p>Symbolbild: &#8222;2-G&#8220;-Regel / Bild: Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=6645692">Gerd Altmann</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=6645692">Pixabay</a></p>

Symbolbild: „2-G“-Regel / Bild: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Wien. – In der österreichischen Bundeshauptstadt, deren Vorgangsweise schon bisher restriktiver war als im restlichen Land, wird offenbar überlegt, strengere Corona-Regeln auch für Jugendliche einzuführen. Aus dem Rathaus hieß es, dass möglicherweise auch Kinder und Jugendlichen ab dem vollendeten zwölften Lebensjahr einen „2-G“-Nachweis erbringen müssen, wo das laut Bund notwendig ist.

Testen laut Bundesverordnung ausreichend

Kinder und Jugendliche ab zwölf müssten demnach geimpft oder genesen sein, wenn sie zum Beispiel in ein Lokal, zum Friseur oder ins Kino gehen möchten. Die Bundesverordnung sieht hingegen vor, dass bei Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren Tests ausreichen. Wien hätte an sich geplant, Ende dieser Woche eine umfangreiche Verordnung zu erlassen, in dem „2-G“ das in Wien geltende System von „2,5-G“, also geimpft, genesen oder PCR-getestet, weitgehend ersetzen sollte. Am Wochenende hat aber auch der Bund die Maßnahme entsprechend verschärft.

Enthüllungen über die ÖVP

Bundesweit gilt für die betroffene Altersgruppe, dass der Ninja-Pass dem „2-G“-Nachweis gleichgestellt wird und daher auch als Zutrittsnachweis fürs Restaurant, zu Kulturveranstaltungen oder bei Seilbahnen gilt. Nach Beendigung des neunten Schuljahres müssen Jugendliche aber über einen „2-G“-Nachweis verfügen, um Zutritt zu den jeweiligen Bereichen zu erhalten.

Schulbesuch nicht von „2-G“ betroffen

Wien könnte auch hier jetzt einen Schritt weiter gehen. Dann wären wohl lediglich Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr von der „2-G“-Nachweispflicht ausgenommen. Der Schulbesuch ist von der „2-G“-Regelung aber auch in Wien nicht betroffen, dort wird auch bei Älteren weiter getestet.

Indes will Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) den „Kontrolldruck in den nächsten zwei Tagen deutlich erhöhen“, um die seit Montag in ganz Österreich geltenden „2-G“-Regeln durchzusetzen. Dazu soll auch das Personal aufgestockt werden. Bei einer Pressekonferenz am Montag sagte Nehammer, dass neben 4.000 Polizisten im Streifendienst auch noch 800 weitere Beamte in die Umsetzung der „2-G“-Regel eingebunden werden sollen.

FPÖ übt Kritik an Nehammer und Ludwig

Von der FPÖ kommt scharfe Kritik sowohl an der Idee für die „2-G“-Regelung für Kinder als auch für die Aufstockung des Personals für mehr Kontrollen. „Wenn es darum geht, die eigene Bevölkerung zu knechten und auf Schritt und Tritt zu überwachen und zu schikanieren, da ist der Innenminister sofort zur Stelle. Bei dringend notwendigen Maßnahmen gegen die illegale Einwanderung begnügt sich Nehammer hingegen mit hart klingenden Ankündigungen, die dann aber nicht eingehalten werden“, kritisierten heute FPÖ-Bundesparteiobmann Klubobmann NAbg. Herbert Kickl und FPÖ-Sicherheitssprecher NAbg. Hannes Amesbauer. So einen Innenminister brauche man nicht.

Kritik an der von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) vorgestellten Idee der „2-G“-Regelung für Kinder und Jugendliche kommt vom Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp. „Will man den Kindern, die über die vergangenen 20 Monate bereits eine Einschränkung nach der anderen mittragen mussten, nun ernsthaft den nächsten Lockdown zumuten?“, fragt Nepp in einer aktuellen Aussendung. Die Auswirkungen des monatelangen Eingesperrtseins seien gerade bei Kindern und Jugendlichen schwerwiegend, die Zahl depressiver Kinder und junger Menschen mit Esstörungen würden explodieren. „Sollte 2G ab 12 Jahren tatsächlich kommen, dann ist das ein verantwortungsloses Spiel mit der Gesundheit unserer Kinder. Wie viel unbeschwerte Zeit will man diesen Menschen noch stehlen“, ärgert sich Nepp über die Stadtregierung. Zudem würde „die Spaltung der Gesellschaft nun auch in die Schulen und Pausenhöfe getragen“. Kinder dürften ihre Sportvereine nicht mehr besuchen und würden damit zusätzlich aus ihrem sozialen Leben gedrängt, was völlig inakzeptabel sei, betont Nepp.

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