Leipziger Universität entzieht impfskeptischem Arzt die Lehrerlaubnis

Ein Leipziger Arzt bietet keine Corona-Impfungen mehr an. Der Grund: Viele seiner Patienten würden sich nicht mehr freiwillig, sondern aufgrund der zunehmenden gesellschaftlichen Drucks für eine Impfung entscheiden. Kritik kommt deshalb von der sächsischen Landesärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Universität und den Medien.

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<p>Symbolbild: Corona-Impfung / Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/foto_db/50745339312">flickr</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a></p>

Symbolbild: Corona-Impfung / Bild: flickr CC BY 2.0

Leipzig. – Mit einer Stellungnahme auf seiner Webseite macht ein Hausarzt aus Leipzig-Connewitz derzeit überregional Schlagzeilen: Patienten, die zu ihm kämen, wollten die Impfung nicht aus freien Stücken, sondern wegen dem „Druck der Gesellschaft, Druck durch Arbeitgeber“ und den „allgemeinen Einschränkungen im öffentlichem Leben“. Deshalb entschied er sich dazu, keine Impfungen mehr vorzunehmen.

„Freie Entscheidung aktuell nicht mehr gegeben“

„Für eine medizinische Maßnahme, wie eine Impfung, sind eine medizinische Notwendigkeit und das Einverständnis des Patienten Grundvoraussetzungen. Über die medizinische Notwendigkeit möchte ich an dieser Stelle keinen Kommentar abgeben, jedoch ist das Einverständnis des Patienten Grundvoraussetzung für einen medizinischen Eingriff (Impfung ist kein Notfall). Um ein Einverständnis zu geben, muss aber der Patient umfassend aufgeklärt sein und die Entscheidung darf nicht unter Druck oder unter Androhung von Sanktionen erfolgen (Unwirksamkeit einer ,freien’ Entscheidung). Da die freie Entscheidung aktuell nicht mehr gegeben ist, kann die Aufklärung nicht mehr nach medizinisch – ethischen Aspekten erfolgen und die Impfung würde ohne Aufklärung und Einverständnis erfolgen. Dies entspricht aber einer Körperverletzung, zu der ich nicht berechtigt und willens bin. Ich bitte Sie, meine Entscheidung zu verstehen und zu akzeptieren. Bei Fragen zur Impfung oder gesundheitlichen Aspekten können Sie sich weiterhin gern an mich wenden“, erklärte der Arzt seine Gründe.

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Universität entzieht Lehrerlaubnis

Die sächsische Landesärztekammer und der Kassenärztliche Vereinigung nahmen bereits Stellung dazu. Sie vertreten eine andere Ansicht: „Alle öffentlich empfohlenen Schutzimpfungen, wie die Impfung gegen Corona, werden stets nur nach ärztlicher Aufklärung und individueller Einwilligung des Geimpften durchgeführt.“ Auch in den Medien stürzt man sich auf den Fall, in einem Kommentar (mit dem bereits vielsagenden Titel „Arzt wollte nicht mehr gegen Corona impfen – jetzt bekommt er die Konsequenzen zu spüren“) im „Stern“ heißt es etwa:  „Selbst wenn jemand sich nur wegen gesellschaftlichen ‚Drucks‘ für eine Impfung entscheidet – kein seriöser Mediziner würde dies als eine falsche Entscheidung betrachten.“ Und weiter: „Dass die kleine Spritze gut vor einer Ansteckung und sehr gut vor einem schweren Verlauf der tückischen Krankheit schützt, dürfte jedem längst klar sein – alle Forschungsergebnisse und alle aktuellen Zahlen belegen das.” Auch die Leipziger Universität reagierte bereits: Die Praxisräumlichkeiten des Arztes gehören zu den Lehrpraxen der Universität Leipzig, die die Zusammenarbeit umgehend aufgekündigte. Demnach dürfen zukünftig in der Praxis keine Studenten mehr ausgebildet werden.

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