Klagewelle bei Babypuder

Johnson & Johnson meldet Insolvenz an

Das vertriebene Babypuder des US-Konzerns steht im Verdacht Asbest enthalten zu haben und damit krebsanregend zu sein. Über 38.000 Klagen laufen bereits gegen das Unternehmen. Johnson & Johnson wendet nun einen Insolvenz-Trick an.

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<p><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Johnsons_Baby_Powder_1,5_OZS_talc,_pic5.JPG">Alf van Beem</a>, CC0, via Wikimedia Commons</p>

Alf van Beem, CC0, via Wikimedia Commons

New Brunswick. – Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson wird den meisten durch sein Corona-Vakzin bekannt sein. Das Unternehmen, welches zu den größten Herstellern von Medikamenten und Konsumgütern zählt, kommt auf einen Börsenwert von rund 430 Milliarden US-Dollar. Medienberichten zufolge teilte der Konzern im Juli mit, dass alleine für den Corona-Impfstoff mit einem Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar im gesamten Jahr gerechnet wird. Doch Johnson & Johnson stellt nicht nur Impfstoff her, sondern unter anderem auch Babypuder. Dieses steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Viele Frauen, welche das Puder als Hygieneartikel nutzten, haben Klage eingereicht. Die Anzahl der Klagen könnte noch deutlich steigen. Um dem zu entgehen, wendet das Unternehmen nun einen Insolvenz-Trick an.

Fast 40.000 laufende Klagen gegen Johnson & Johnson

Das talkumhaltige Babypuder hatte der Konzern bis Mai dieses Jahres über Jahrzehnte vertrieben. Es soll krebserregendes Asbest enthalten haben, was unter anderem Eierstockkrebs bei Frauen ausgelöst haben soll. Wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, laufen derzeit fast 40.000 Klagen gegen den US-Konzern. Das Pharmaunternehmen war bereits im Jahr 2018 zu einer Strafe von über 4,7 Milliarden Dollar verurteilt worden. Diese wurde später auf 2,5 Milliarden Dollar gesenkt, welche an 20 Frauen gezahlt werden musste. Es könnte aber noch deutlich teurer für Johnson & Johnson werden.

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„Texas Two-Step“: Umstrittener Insolvenz-Tick

Um möglichen milliardenschweren Schadenersatzforderungen zu entgehen, gründete Johnson & Johnson nun eine Tochtergesellschaft namens LTL Management, welche nur den Gerichtsstreit als einziges Geschäftsfeld hat. Auf diese soll der Rechtsstreit sowie die Verbindlichkeiten bezüglich der Babypuder-Prozesse abgewälzt werden. Der Mutterkonzern ist damit aus den Rechtsstreitigkeiten ausgeklammert. Diese Tochterfirma wurde zudem mit zwei Milliarden Dollar ausgestattet. Johnson & Johnson will diese Firma nun insolvent gehen lassen. Ein Insolvenzantrag ist bereits gestellt worden. Dieser als „Texas Two-Step“ bekannte Trick funktioniert nur in einigen Bundesstaaten in den USA und ist höchst umstritten. Anwälte haben bereits gegen diesen Zug des Unternehmens geklagt. Ob Johnson & Johnson damit durchkommen wird, ist noch offen.

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