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Der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer Heinrich Oberleiter wurde begnadigt!

Die Nachricht vor zwei Tagen schlug – nicht nur in Süd-Tirol – ein wie die sprichwörtliche Bombe. Der italienische Präsident Sergio Mattarella hat den in den 1960er-Jahren in Italien in Abwesenheit zu lebenslänglicher Haft verurteilten Heinrich Oberleiter am 9. Dezember 2021 überraschend begnadigt.

Gudrun Kofler
Meinungvon Gudrun Kofler
3 Minuten
<p>Bild: Screenshot YouTube / Süd-Tiroler Freiheit</p>

Bild: Screenshot YouTube / Süd-Tiroler Freiheit

Die drei Kinder des 80-Jährigen hatten sich 2018 an Mattarella gewandt und die Begnadigung beantragt. Der in Bayern lebende Oberleiter gehörte zu den als „Pusterer Buam“ bekannt gewordenen vierköpfigen Gruppe, die sich während der Süd-Tiroler Bombenjahre aufgrund der hohen Polizeipräsenz und der fragwürdigen und überaus gewalttätigen Abhörmethoden der italienischen Carabinieri ins Exil nach Österreich absetzen mussten.

Verurteilung zu lebenslanger Haft

Oberleiter war daraufhin – gemeinsam mit anderen Freiheitskämpfern – wegen verschiedener Anschläge in den 1960er Jahren von italienischen Schwurgerichten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Höhepunkt der damaligen Anschlagsserie ereignete sich in der sogenannten „Feuernacht“, der Nacht vom 11. auf den 12. Juni 1961, in der in Südtirol 37 Strommasten gesprengt wurden, um die Öffentlichkeit auf das Süd-Tirol-Problem und die Unterdrückung des deutschsprachigen Volkes im südlichen Tirol aufmerksam zu machen. Dabei waren die Freiheitskämpfer immer darauf bedacht, nur materielle Schäden zu verursachen und keine Menschenleben zu gefährden.

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Dies war offenbar auch der Grund, warum Mattarella dem Gnadengesuch nach so langer Zeit nun endlich zustimmte. Bei der Annahme des Begnadigungsantrags berücksichtigte der italienische Präsident, dass Oberleiters Handlungen keine Todesopfer zur Folge hatten, wie es in einem Schreiben von Mattarellas Büro hieß, außerdem das hohe Alter Oberleiters und auch die positive Stellungnahme des zuständigen Staatsanwalts.

Die Bestätigung, dass die Handlungen keine Todesopfer zur Folge hatten, ist ein besonders wichtiger Punkt, denn bisher wurde den „Pusterer Buam“ von Italien der Mord an dem Carabiniere Tiralongo zur Last gelegt. Von höchster Stelle des italienischen Staates wird damit endlich eingestanden, dass die Gruppe den Tod Tiralongos nicht verursacht hat. Dieser politisch untergeschobene Mordvorwurf war schon vor Jahren widerlegt worden, nachdem ein ehemaliger Carabinieri-Kollege von Tiralongo öffentlich zugegeben hatte, dass dieser nicht von den „Pusterer Buam“ erschossen wurde.

Zeit für Heimkehr!

Somit gibt es nun nichts mehr, was dagegensprechen sollte, nicht auch die restlichen Pusterer Buam, sowie Erhard Hartung, endlich zu begnadigen bzw. die Amnestie zu erlassen.

Heinrich Oberleiter darf nun nach über 60 Jahren wieder nach Hause – in sein geliebtes Süd-Tirol. Es ist längst überfällig und höchst an der Zeit, dass alle Süd-Tiroler Freiheitskämpfer, die ihr ganzes Leben für ihre Heimat und ihr Volk geopfert haben und durch ihren selbstlosen Einsatz für die Freiheit in jungen Jahren ihre Heimat und Familie verlassen mussten, nun endlich wieder heimkehren dürfen.


Zur Person:

Gudrun Kofler wurde 1983 in Südtirol geboren. Sie ist Mutter von zwei Kindern, brennt für Politik, Recht und die deutsche Sprache und lebt mit ihrer Familie in Nordtirol.

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