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Um 44 Mrd. US-Dollar

Elon Musk übernimmt Twitter zur Gänze

Die Öffentlichkeit hatte gespannt darauf geschaut, ob der Deal zustande kommen würde. Erst vor wenigen Wochen kaufte Tesla-Chef Elon Musk um fast drei Mrd. Euro Twitter-Aktien und wurde auf einen Schlag zum größten Anteilseigner. Nun kaufte der reichste Mann der Welt das gesamte Unternehmen – und verspricht den Nutzern mehr Meinungsfreiheit.

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<p>Symbolbild Twitter: Freepik; Foto Musk: Pixabay (gespiegelt); Komposition: Tagesstimme.</p>

Symbolbild Twitter: Freepik; Foto Musk: Pixabay (gespiegelt); Komposition: Tagesstimme.

San Francisco. – Mehrfach hatte Elon Musk, der bisherige Besitzer von neun Prozent der Aktien, betont, dass ihm das Recht auf Meinungsäußerung ein Kernanliegen sei. In der derzeitigen Form sah er dieses Grundrecht auf Twitter nicht ausreichend respektiert; tatsächlich wurden insbesondere konservative und patriotische Stimmen immer häufiger Opfer der Zensurmaschinerie. Musk zufolge sei die Meinungsfreiheit der Hauptgrund für seine Übernahme des Kurznachrichtendienst, nicht der wirtschaftliche Aspekt.

„Fundament einer funktionierenden Demokratie“

Diese Erzählung transportierte Musk auch nach dem Zustandekommen des Deals am Montag. In einem Tweet erklärte er, dass „freie Meinungsäußerung das Fundament einer funktionierenden Demokratie“ sei. Twitter sei dabei wie ein „digitaler Stadtplatz, auf dem Sachen, die für die Zukunft der Menschheit wichtig sind, debattiert werden“. Zudem möchte er Twitter mit „neuen Features aufwerten“. Der Multimilliardär kündigte zudem an, die Algorithmen als „Open Source“ zu deklarieren und „Spambots zu besiegen“. Was unter der kryptischen Aussage, „alle Menschen zu authentifizieren“ gemeint ist, bleibt hingegen vorerst unklar.

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Meinungsfreiheit als „gefährlicher Unsinn“?

Musk will Twitter demnächst von der Börse nehmen. Bis zuletzt hatte es kritische Stimmen im Bezug auf den Deal gegeben. Diese reichten von einfachen Einwänden, dass ein einzelner Mensch nicht so viel Geld und Macht besitzen sollte, bis hin zu skurrilen Kommentaren. So bezeichnete ein Autor im britischen Guardian die Vision Musks als „gefährlichen Unsinn“, der dem „Traum von Trump, Putin und jedem Diktatoren, Demagogen und modernen Räuberbaron“ entspräche. Einige Nutzer drohten damit, die Plattform im Fall einer Übernahme zu verlassen – Beobachter hielten dies aber für leere Drohungen.

Vorschusslorbeeren: Wird Musk Wort halten?

Während sich vor allem linke und liberale Akteure über den bevorstehenden Deal echauffierten, erfüllte die Ankündigung konservative, patriotische und rechte Stimmen vorerst mit milder Hoffnung, dass die Debatten im virtuellen Raum künftig tatsächlich wieder freier und unregulierter werden. Dennoch geht die Sorge um, dass es nur bei hehren Absichten bleiben könnte. Denn mehrere hochrangige Twitter-Mitarbeiter bekundeten zuletzt öffentlich, die Unternehmenspolitik um kein Iota ändern zu wollen …

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