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Maulkorb, Impfabo & Co.

Mit Lauterbach ins Corona-Irrenhaus

Die Corona-Front in Deutschland wurde neu aufgezogen, sie rollt nun mit der O-bis-O-Regel. Der oberste Befehlshaber der Corona-Jünger, Karl Lauterbach, hat sich indes die Seuche selbst zugezogen. Und die FDP hat wieder einmal demonstriert, dass sie für das F in Eigenverantwortung steht. Eine deutsche Posse in zweieinhalb Akten.

Julian Schernthaner
5 Minuten

Es ist geschehen. Während der Großteil Europas allmählich einsieht, dass der staatliche Zwang bei der Bekämpfung des einstigen China-Hustens der falsche Weg war, zeigt Deutschland einmal mehr, dass es einen Sonderweg beschreitet. Und zwar einen, in dem sich das Land des Automobils als Geisterfahrer beteiligt und seine völlig ohne jede Evidenz beschlossenen neuen Maßnahmen auch noch mit einer Winterreifen-Analogie garniert. Irgendwo sieht man vor dem inneren Auge den getriebenen Grinser Karl Lauterbachs, der das Lenkrad eng umschließt und mit weit aufgerissenen Augen und Fliege dem Autoradio lauscht. Wie in einem alten Witz nuschelt der SPD-Guru: „Ein Geisterfahrer? Hunderte!“

Geisterfahrer Karl irrlichtert in Quarantäne

Einzig, werter Leser, diese Szene schlagen Sie sich bitte aus dem Kopf. Denn das Land, an dessen Wesen die Welt einst genesen sollte, hat einen weiteren Sonderweg. Setzen die Nachbarn in der Schweiz und in Österreich – ja, dem einzigen EU-Land, das eine allgemeine Impfpflicht hatte und damit krachend einfuhr – inzwischen auf ein Leben mit dem Virus und schafften die Quarantäne ab, hält Deutschland eisern dran fest, auch für Kontaktpersonen. Eine solche ist Lauterbach nicht: Viermal mit der nur in seiner Fantasie „nebenwirkungsfreien“ Nadel gestochen, liegt er selbst mit der „Todesseuche“ darnieder.

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Beziehungsweise natürlich nicht darnieder, er hat ja nur milde Symptome. Weswegen er sich nun jene sündhaft teure Pfizer-Pille einwirft, die er eigentlich für die Behandlung ungeimpfter Risikopatienten anschaffte. Hat sicherlich nichts damit zu tun, dass Ärzte neuerdings eine Entschädigung vom Staat dafür bekommen und Herr Lauterbach eine Approbation als Mediziner besitzt. Aber gut, dass er sich die Impfung holte, die laut seinen Aussagen die Ansteckungswahrscheinlichkeit der „Gepieksten“ um 95 Prozent senke. Denn Gott behüte, was die milde Omikron-Variante sonst mit ihm gemacht hätte.

Maulkorb, Impf-Abo & gewaschene Hände

Weil sich natürlich niemand vorstellen will, wer an seiner Statt politisch einseitig besetzte Talkshows hätte besuchen sollen oder die Twitter-Gemeinde be- bzw. entgeistern, seien wir froh, dass unser Karl noch unter uns weilt. Denn den 80 Millionen unterschiedlich lange in Deutschland Lebenden hat er noch Tage davor etwas aus dem Sommerurlaub mitgebracht. Nämlich das neue Infektionsschutzgesetz. Mit diesem können die Bundesländer winters weiterhin Masken und mitunter Tests verordnen. Und dabei fällt ein Passus besonders auf. Denn eine der neuen möglichen Regelungen sieht vor, dass in der Gastronomie eine Maskenpflicht herrschen darf. Deren Nutzen zur Coronaviren-Eindämmung ist zwar ähnlich gut bewiesen wie Küchenrolle zur Empfängnisverhütung, aber das ist ein anderes Thema …

Denn zuerst ist es grotesk: Eh wissen, der heilige Fetzen soll am Weg von der Tür zum Platz den für gesunde Leute im arbeitsfähigen Alter schon beim Wildtyp äußerst unwahrscheinlichen Tod verscheuchen, während dieser danach während des Essens artig am Flur wartet. Also selbst aus der Vorsichtswarte ungefähr so sinnvoll wie Winterreifen auf einem dünn zugefrorenen See. Ausnahmen gibt es für „frisch Geimpfte“ und „frisch Genesene“. Dieses immunologische Ereignis darf maximal drei Monate her sein, dann können Sie auf den Maulkorb des Corona-Gehorsams pfeifen. Aber wenn Masken sich gut verkaufen, haben wenigstens auch Unionspolitiker etwas davon. Vermittlungsprovisionen und so. Denn Hände, die man im Gelde der Steuerzahler wäscht, werden bekanntlich besonders sauber.

Halbwertzeit des Impfschutzes grottenschlecht

Vom „jahrelangen Schutz“ und der „Vollimmunisierung“ nach zwei Stichen zum quartalsmäßigen Impf-Abo in anderthalb Jahren. Wer das in weiser Voraussicht prophezeite, wurde als „Schwurbler“ und „Corona-Leugner“ durch alle Medien gezerrt, bei eigenem Impfverzicht als „Blinddarm der Gesellschaft“ oder „asozialer Trittbrettfahrer“ bezeichnet und fand sich mit etwas Pech sogar noch als sogenannter „Delegitimierer“ im Bericht des Regier…äh Verfassungsschutzes von Antifa-Edelfeder Nancy Faeser von der roten Feldpostnummer. Sogar Lauterbach braucht im Feber einen sechsten Stich, will er maskenlos zu Tische schreiten. Dass dieses Regime sogar den STIKO-Experten schleierhaft ist, ist nur die Kirsche auf dem Sahnegupf der grundlegenden Absurdität.

Aber gut, von Karls Seite war es so zu erwarten. Er gilt als Corona-Hardliner und lehnt sich seit Anbeginn seiner Tätigkeit mit epidemiologisch nicht haltbaren Ansagen aus dem Fenster. Zumal führt das dann zu offenen Briefen von Arztkollegen, die ihn bitten, seine Funktion als Politiker und Mediziner wegen verzapften Unsinns sauberer zu trennen. Jedes neue Lauterbach-Bonmot ist so überraschend wie eine Schussel-Aktion des Klassenclowns und grüßt so sicher und täglich wie das Murmeltier im legendären Streifen mit Bill Murray. Aber die wohl sonderbarste Rolle in der ganzen Nummer hat die FDP, die sich angesichts der Erneuerung des Infektionsschutzgesetzes auf die eigene Schulter klopft.

Freiheit als ignoriertes Blinklicht

Vor der Bundestagswahl plakatierte die Partei mit dem Freiheitsthema, wurde dabei von Bild & Co. auch in die Zweistelligkeit gepusht. Wer genau hinsah, erkannte schon damals, dass es eine Blendgranate war, um Maßnahmenkritiker davon abzuhalten, die AfD oder dieBasis zu wählen. Doch anfangs wusch man die Fassade sogar noch: Während der Koalitionsverhandlungen beteuerte die Lindner-Crew, mit der FDP stünde das Ende aller Maßnahmen spätestens im März ins Haus. Pustekuchen!

Dass die FDP umfällt, war allerdings so vorauszusehen wie das Amen im Gebet. So überraschend, wie wenn der Ehemann einer Prostituierten herausfindet, dass seine Gattin auch mit anderen Herren schläft. Und doch lassen sich die Menschen immer wieder von den Stehsätzen der Liberalen einlullen. Dieses Mal, ganz sicher, werden sie ihre Versprechen nicht brechen! Und so verschwanden sie in der Ampel, in der das gelbe Licht stets dasjenige ist, das am kürzesten leuchtet und meist eh ignoriert wird.

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