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Risse in der Linkspartei

Gysi lehnt Gendern ab

Der ehemalige Linksfraktionschef Gregor Gysi appellierte an seine Partei, sich auf zentrale Themen zu fokussieren. Dabei bezeichnete er die Genderdebatte und geschlechtergerechte Sprache als „nicht nachvollziehbar“.

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<p>Gregor Gysi im Jahr 2019, <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gregor_Gysi_Mai_2019_3.jpg">Kasa Fue</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA 4.0</a>, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)</p>

Gregor Gysi im Jahr 2019, Kasa Fue, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Berlin. – Gregor Gysi gehört wohl zu einer schwindenden Fraktion der „alten Garde“ innerhalb der Linkspartei. Politiker wie ihm oder Sahra Wagenknecht werden zu gerne die Übernahme „rechter Narrative“ vorgeworfen, wenn es um gesellschaftspolitische Themen geht. Seiner Ablehnung von Gender-Mainstreaming und radikalen Klimaschützern machte er nun gegenüber der Welt am Sonntag Platz. Für ihn sei die Verlagerung auf solche Themen existenzgefährdend für die Linkspartei und auch gesellschaftlich weder drängend noch Hauptkampflatz für linke Politik.

Die Anrede als Politikum

Diese Querfront, die Gysi damit indirekt mit der AfD und einem großen Teil der sprachwissenschaftlichen Expertise in Deutschland schließt, kann auf einen gewissen Rückhalt in der Bevölkerung bauen. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Rheingold lehnt mehr als die Hälfte der 14- bis 35-Jährigen das Gendern ab. Lediglich ein Drittel weiß überhaupt, für was es gut sein soll. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen Dieter Janecek kann hier als Gegenpol zu Gysi gesehen werden, denn Janecek ist ein glühender Verteidiger des Genderns. So schrieb er auf Twitter: „Ich werde mir übrigens von irgendwelchen Retro-Verbots-Fetischist*innen das Gender nicht verbieten lassen, nur weil ´wir´ damals im Mittelalter so gesprochen haben.“

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Gendern im ÖRR unter starker Kritik

Mittlerweile über 220 renommierte Sprachforscher plädieren in einem digitalen Aufruf die Abschaffung der Gender-Sprache im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das Gendern sei weder historisch noch sprachnormativ oder unter dem Gebot der ideologischen Neutralität mit den Pflichten des ÖRR gedeckt. Sie sehen im Gendern eine Gefährdung des sozialen Friedens und eine Kompetenzüberschreitung von Institutionen, die ihrer Meinung nach zu viel propagieren statt informieren würden.


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