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Der Westen schweigt

Aserbaidschan greift Armenien an

In der Nacht von Montag auf Dienstag hat Aserbaidschan erneut Armenien angegriffen. Während Russland helfen möchte, gab es noch keine Reaktionen aus dem Westen.

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<p>Russische Friedenstruppen im Gespräch mit aserbaidschanischen Soldaten (2020), <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Russian_peacekeepers_and_Azerbaijani_military_personnel_near_Vank_village.png">Mil.ru</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0">CC BY 4.0</a>, via Wikimedia Commons</p>

Russische Friedenstruppen im Gespräch mit aserbaidschanischen Soldaten (2020), Mil.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Erneut kam es im Kaukasus zu militärischen Auseinandersetzungen. Das Aserbaidschanische Militär versuchte, auf armenisches Territorium vorzustoßen, während Artillerie armenische Städte unter Beschuss nahm. Nach Angaben des armenischen Verteidigungsministeriums sind in der Nacht 49 armenische Soldaten gestorben.

Aserbaidschanische Aggression

Nach dem jüngsten Krieg um die Region Bergkarabach im Jahre 2020, in welchem Aserbaidschan mithilfe der Türkei entscheidende Siege einfahren konnte, gibt es nun erneut Kampfhandlungen zwischen Aserbaidschan und Armenien. In der vergangenen Nacht griff die islamisch-turkische Republik erneut das christliche Armenien an.

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Diesmal konzentrierten sich die Angriffe nicht auf die seit langem umstrittene Region, sondern gingen direkt auf armenisches Territorium: Um 00:05 Uhr in der Nacht begannen aserbaidschanische Streitkräfte laut Radio of Armenia den Artilleriebeschuss auf armenische Militärpositionen bei den Städten Goris, Sotk und Jermuk. Dabei wurde mindestens die Stadt Jermuk auch direkt getroffen, wie Videos zeigen:

Waffen und Gas

Die Republik Aserbaidschan wird nicht nur durch die Türkei unterstützt, sondern wurde auch durch die Vereinigten Staaten von Amerika militärisch hochgerüstet: Alleine im letzten Jahr flossen 100 Millionen US-Dollar an Militärhilfe nach Baku. Diese Militärhilfe wird nun in Form von Artilleriebeschuss und Invasion direkt gegen Armenien eingesetzt.

Der Angriff aus Aserbaidschan genießt jedoch nicht nur die Unterstützung der USA, sondern kann sich auch zumindest europäischer Neutralität sicher sein: Schließlich soll die Republik am Kaspischen Meer in den nächsten Jahren Gas nach Europa liefern.

Erst im Juli hatte EU-Präsidentin Ursula von der Leyen ein Abkommen mit dem aserbaidschanischen Präsident Ilham Aliyev geschlossen, der das Land seit 2003 autoritär regiert.

Damit will die EU sich von russischem Erdgas unabhängig machen; als Anlass diente der Konflikt in der Ostukraine.

Schweigen im Westen, Hilfe aus Russland

Westliche Medien berichten zu diesem Zeitpunkt noch sehr zurückhaltend über den Angriff Aserbaidschans. So titelt die Tagesschau „Jahrzehntelanger Konflikt: Wieder Kämpfe zwischen Aserbaidschan und Armenien“, während andere Medien unbestimmt über „Gefechte“ oder „Grenzkonflikt“ sprechen. Lediglich wenige Medien wie Die Zeit benennen den aserbaidschanischen Angriff auf armenische Städte. Der Großteil der deutschen und auch internationalen Medien berichtet derweil (ganz im Gegensatz etwa zum Ukrainekonflikt), als handle es sich um einen beidseitigen Grenzkonflikt.

Währenddessen spekulieren manche Beobachter auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, dass die amerikanische Militärhilfe an Aserbaidschan gezielt erfolgt sein könnten, um einen Angriff gegen Armenien zu ermöglichen und somit Russland in einen Stellvertreterkrieg an seiner Südgrenze zu ziehen. Jedoch lassen sich solche Vermutungen derzeit weder eindeutig bestätigen noch widerlegen.

Während Aserbaidschan auf militärische Unterstützung der USA und EU-Gelder zählen darf, erhält das angegriffene Armenien Hilfe von Russland. Der armenische Verteidigungsminister Suren Papikyan hielt am heutigen Morgen ein Telefonat mit dem russischen Verteidigungsminister Sergei Shoighu, in welchem Shoighu Armenien Unterstützung zusagte.

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