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Aussagen zu „rechts“

CDU distanziert sich von konservativem Parteimitglied

Die Thüringer CDU hat sich von ihrem Parteimitglied Tim Schnitger distanziert. Dieser veröffentlichte Videos, in denen er zu einer Demonstration aufrief. Dabei sprach er unter anderem von einem „besetzten Deutschland“.

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<p>Bild: Youtube</p>

Bild: Youtube

Ein junger Mann spricht frontal in die Kamera und beschwört mit großem Pathos die Nation – und erregt dabei Medien und Partei. Tim Schnitger ist seit zwei Jahren CDU-Mitglied und produziert seit einigen Wochen Videos für die Internetplattform YouTube. Er hat dabei durchaus Erfolg, denn seine Videos haben im Durchschnitt bis zu 10.000 Aufrufe. In seinem neusten Video mit dem Titel „Wir sind eine Nation. Aufruf zur Demonstration in Eisenach“ versucht der junge Herr innerhalb von fünf Minuten für eine Demo in Eisenach zu mobilisieren.

Er spart hierbei nicht mit großen Worten und offensichtlicher Symbolik: Am Tag der Deutschen Einheit möchte Schnitger ein „neues Kapitel in unserer Geschichte“ eröffnen. Die Geschichte ist für den jungen Patrioten ein großes Thema: „Wir sind eine Nation, die sich selbst auf zwei absolut dunkle Kapitel unserer Geschichte reduziert und dabei alle anderen Errungenschaften und Erfolge vergisst“. Weiter: „Wir sind eine Nation, die eine deutsche Kultur und einen gesunden Nationalstolz als verwerflich ansieht.“ Schnitger versucht nicht versöhnlich zu sein: Deutschland sei „von einem Imperium besetzt“. Darüber hinaus spricht er auch die Themen Demografie („Geburtenraten“) und Patriotismus („Recht auf Selbstbestimmung“) an.

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Viele positive Reaktionen

Für das liberale Blatt WELT reichen diese Zeilen schon aus, um den 25-Jährigen in die rechtsextreme Ecke zu schieben: „Es gibt viele Versammlungen in Deutschland, auf denen ähnliche Thesen vertreten werden, seien es welche der AfD, von ‚Reichsbürgern‘ oder von sogenannten ‚Querdenkern'“. Aber nicht nur Medien, auch Schnitgers Partei scheint sich an seinen Aussagen zu stören. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU Thüringen, Raymond Walk, äußerte sich gegenüber der WELT folgendermaßen: „Die Inhalte dieses Videos lehnen wir komplett ab […] Personen, die extremistische und menschenverachtende Positionen vertreten, haben nichts in unserer Partei verloren.“

Laut WELT habe Schnitger für seine Videos durchaus Zuspruch bekommen – das scheinen auch die Reaktionen auf seinem Youtube-Kanal zu bestätigen. Sein oben erwähntes Video erhielt bis zu 1.200 Gefällt-mir-Angaben, viele der 200 Kommentare sind positiv. So schreibt ein Nutzer „Ein sehr gut gemachtes Video. Meinen Respekt und meinen Dank“, während ein anderer „Besser kann man es nicht sagen!“ kommentierte. Schnitger möchte in der CDU bleiben, sagte er der WELT. „Da können die machen und sagen, was sie wollen“.

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