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Drei Fragen an Kroiß (FPÖ)

„Werden uns weiterhin gegen ein Zeltlager wehren“

Nach einer feuerpolizeilichen Überprüfung dürfen sich in der Welser Asyl-Registrierstelle nur mehr 100 Personen aufhalten. Freilich hat mit Vizebürgermeister Gerhard Kroiß (FPÖ) über die aktuelle Situation in Wels gesprochen.

Interviewvon Monika Šimić
3 Minuten
<p>Gerhard Kroiß (FPÖ) / Migranten (Symbolbild) © metropolico.org</p>

Gerhard Kroiß (FPÖ) / Migranten (Symbolbild) © metropolico.org

Freilich: Sie haben die Belegung der Asyl-Registrierstelle auf 100 Personen reduziert. Welche Probleme – auch im Hinblick auf Gesundheit und Sicherheit – fanden Sie vor, die Sie zu diesem Schritt veranlassten?

Gerhard Kroiß: Die feuerpolizeiliche, baupolizeiliche und sanitärrechtliche Überprüfung erfolgte am 31. Oktober. Dabei wurde unter anderem festgestellt, dass für die Menge an aufhältigen Personen keine ausreichenden Sanitär- und Aufenthaltsmöglichkeiten zur Verfügung standen bzw. es eine deutliche Überbelegung gab. Auch die aufgetretenen Diphterie- und Krätzefälle sorgten für die notwendige Reduzierung der Anzahl der wartenden Personen. Die detaillierten Auflagen werden in den Bescheiden aufgelistet, die  nach Beendigung der Überprüfungen in den nächsten Tagen abgeschlossen sein werden.

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Vielerorts in Oberösterreich regt sich ebenfalls Widerstand gegen die Massenunterbringung von Asylwerbern: In St. Georgen fand am Nationalfeiertag eine große Demonstration statt, in Frankenburg gibt es eine Petition, den Asyl-Belag zu reduzieren. Welche Vorbildwirkung kann das Welser Modell für andere Gemeinden in unserem Land haben?

In Wels befindet sich die einzige Registrierstelle im Bundesland Oberösterreich. Wir haben und wir sind „kein Modell“ wie St. Georgen oder Frankenburg. Wir haben alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft, um eine weitere Überbelegung der Registrierstelle zu verhindern und werden uns auch weiterhin gegen ein Zeltlager oder ein Asylquartier wehren.

Wels wird seit sieben Jahren von einem FPÖ-Bürgermeister regiert und ist damit die einwohnerstärkste blau geführte Gemeinde Österreichs. Zugleich hat die Statutarstadt Wels den höchsten Anteil von im Ausland geborenen Menschen unter den oö. Bezirken. Wie geht Wels mit dieser Herausforderung um, welche konkreten Maßnahmen setzt Wels, um die schleichende Überfremdung zu bremsen?

Aufgrund der Öffnung des Gemeindebaus für Ausländer Mitte der 90er-Jahre war Wels schon sehr früh Magnet für nicht österreichische Staatsbürger. Es haben sich in der Folge große kroatische, bosnische und türkische Communities gegründet. Kennzeichnend war bis 2015 der hohe Anteil von Drittstaatsangehörigen beim Gesamtausländeranteil. Dies hat sich seit der Amtsübernahme von Bürgermeister Dr. Rabl geändert. Wir haben seither fast ausschließlich eine Arbeitsmigration aus EU-Ländern. Zur Frage der Integration ist festzuhalten, dass diese bei den EU-Staatsangehörigen in der Regel wesentlich schneller und leichter funktioniert als bei Asylwerbern aus orientalischen Ländern. Wir verfolgen das Prinzip „Fordern und fördern“. Ohne Deutschkenntnisse ist man von gewissen Sozialleistungen ausgeschlossen, z.B. „Ohne Deutsch keine Wohnung“.

Herr Kroiß, vielen Dank für das Gespräch!


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