Wirtschaft

Annäherung an Russland: Diskussion um Breitspurbahn

Symbolbild Eisenbahn: Pixabay (CC0) / Bild Norbert Hofer: Ailura, CC BY-SA 3.0 AT [CC BY-SA 3.0 at], via Wikimedia Commons / Bild Maxim Sokolow: Kremlin.ru [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons / Collage: Die Tagesstimme

Kommenden Mittwoch findet in Wien ein Treffen zwischen den Verkehrsministern Österreichs und der Russischen Föderation statt. Norbert Hofer (FPÖ) bereitet sich auf den Empfang seines Amtskollegen Maxim Sokolow vor. Thema ist der Plan zum Bau einer Breitspurbahn nach Russland, die Österreich bis nach China verbinden würde.

Wie die Krone berichtet, stellt das geplante Treffen zwischen den beiden Verkehrsministern vor allem einen Annäherungsversuch an Russland dar. Das Projekt soll den von der Wirtschaftskammer (WKO) und aus Teilen der Wirtschaft kritisierten Russland‐Sanktionen entgegenwirken. Es handelt sich dabei um das schon seit Jahren besprochene Breitspur‐Projekt, das ebenfalls von der russischen Regierung gestützt wird.

Verlegung einer Breitspur in Europa

Es gibt bereits ein ausgebautes Zugnetz nach Russland, das aber nicht für schnellen effizienten Handel gedacht ist. In Europa und Südostasien ist die Normalspur mit 1435 Millimetern Standard. Um sich vor Einfällen zu schützen, beschloss Russland die Verlegung von Breitspurgleisen, die heute eine Breite von 1520 Millimeter messen. Eine direkte Verbindung zwischen Russland, der Mongolei und China existiert bereits. Vor China werden die Züge aus dem Gleis gehoben und umgespurt. Eine direkte Verbindung zwischen Europa und Russland existiert noch nicht und müsste komplett neu verlegt werden.

Ausgehend von Ostösterreich, möglicherweise Kittsee oder Parndorf, würden direkte Transporte nach Asien geleitet werden. Auf 200 Hektar würde im Burgenland ein Container‐Bahnhof eigens für Transporte von Asien nach Europa erbaut werden. Die Schienen in Europa sollen direkt an das Netz der Transsib anschließen. Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie bereitet sich im Moment auf nächste Schritte vor. Berechnungen und Wahl des Geschäfts‐ und Finanzmodells werden geplant, die Kosten sollen sich auf 6,5 Milliarden Euro belaufen. Mit den Partnerländern in Osteuropa sowie mit der EU‐Kommission müsste das Projekt zudem noch besprochen werden.

Erhöhung des Außenhandels

Genaue Zahlen gibt es dazu noch nicht, allerdings erhofft sich die Regierung durch das Vorhaben neue Arbeitsplätze in Österreich und eine Stärkung des Außenhandels. Außerdem rechnet man mit einem Boom des Tourismus aus Asien, da der Personenverkehr zwischen Asien und Europa über die Bahn erschwinglicher wäre.

1 Kommentar

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  • Das ist ja ne ganz tolle Initiative, die Amis werden aber dazu bestimmt was sagen wollen, dem Trump wird das sicherlich nicht gefallen. Und was dann? Soll alles dann vom Tisch gefegt werden? Big Brother USA sagt nein, und dann wird die Karte des ewigen Feindes Russland verstarkt gespielt bzw die üblichen hasserfüllten Parolen der NATO Tag und Nacht aus allen Röhren geschossen.

    Sowas werden die USA nie zulassen. Und weil Europa nach den USA bis zum in‐Ohnmacht‐fallen süchtig ist, ist die Sache ganz von Anfang an als gescheitert zu betrachten. Leider.

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