Welt

NGO bezahlte Sexpartys mit Spendengeldern

Bild: DFID - UK Department for International Development via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.0]

Bei einem Einsatz der laut eigener Aussage für Aufbauarbeit und Entwicklungshilfe in armen Ländern zuständigen Organisation Oxfam nach dem Erdbeben in Haiti 2010 sind nun schwere Vorwürfe ans Licht gekommen: Mitarbeiter der NGO sollen auf deren Kosten sexuelle Dienste von Prostituierten beansprucht haben.

Das deutsche Portal n‐tv berichtete jüngst unter Berufung auf die britische Zeitung The Times über die Eskapaden der Entwicklungshelfer. Dieser zufolge sei es zu regelrechten „Orgien mit Prostituierten” gekommen. Insider‐Informationen zufolge übernahm die NGO dabei die Kosten für Unterkünfte und Dienstleistungen. Beweisen könne man dies mit Fotomaterial von einer ‚Sexparty’, auf welcher man die Gewerbedamen in Kleidung der Organisation abfotografierte.

Bereits ab 2011 gab es deshalb eine interne Untersuchung innerhalb Oxfams. Diese habe eine „Kultur der Straflosigkeit” unter den im Erdbebengebiet beschäftigten Helfern zutage gebracht. Damit begründe man auch den damaligen Rücktritt des Oxfam‐Leiters in Haiti, Roland van Hauwermeiron. Obwohl er die Fehltritte eingestand, wurden laut Times jedoch weder Disziplinarmaßnahmen noch strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden – weder gegen van Hauwermeiron noch gegen sechs weitere involvierte Mitarbeiter. Mögliche Zeugen sollen vielmehr von Oxfam‐Mitarbeitern vor Aussagen sogar körperlich bedroht worden sein.

Britische Regierung zieht Konsequenzen

Oxfam bestritt indes den Vorwurf der gezielten Vertuschung. Man nehme jede Anschuldigung wegen unangebrachten Verhaltens „sehr ernst”. Außerdem seien die Vorwürfe, auch minderjährige Prostituierte angeheuert haben, „nicht bewiesen”. Es sei zudem unklar, unter welchem Motiv die Times erneut darüber berichtete. Außerdem habe man durch Umstrukturierungen für den Wiederholungsfall vorgebeugt. Man habe ein Team gebildet, das sich um den verantwortungsvollen Umgang mit Fällen sexueller Gewalt, Belästigung und Ausbeutung kümmere und habe eine vertrauliche Hotline eingerichtet.

Die britische Regierung will nun hingegen die Konsequenzen ziehen. Bis Oxfam weitere interne Reformen durchführt, soll die Organisation bei der Verteilung von öffentlichen Fördergeldern nicht mehr bedacht werden. Im vergangenen Jahr wurde diese noch mit 31,7 Mio. Pfund (35,8 Mio. Euro) subventioniert.

Problematische Verwendung von Spendengeldern

Immer wieder sorgen undurchsichtige Praktiken bei NGOs und die Veruntreuung von Spendengeldern für Aufregung. 2011 hatte die Linzer Dreikönigsaktion, ein Hilfswerk der Katholischen Jungschar, über 400.000 Euro an Spenden in risikoreichen Immobilien‐Aktien veranlagt. Und in München sorgte für Schlagzeilen, als eine Familie unter dem Vorwand, für Kinder in Not zu sammeln, mehr als fünf Millionen Euro in die eigene Tasche wirtschaftete.

Aber auch bekannte internationale Organisationen stehen regelmäßig in der Kritik. So deckte die Epoch Times im Vorjahr Gepflogenheiten diverser NGOs wie Ärzte ohne Grenzen, Diakonie, Welthungerhilfe oder Brot für die Welt auf. Unter dem Glauben der Spender, man bekämpfe mit den Geldern die Armut, Hunger und Fluchtursachen in der dritten Welt, beziehen deren Vorstände offenbar hohe fünfstellige oder sogar sechsstellige Jahresgehälter.

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