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Meinung

It’s the demography, stupid! – „Europäer sollen Platz für andere machen”

Tino Taffanek

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am

Symbolbild: By Oxfam East Africa [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

In einem Kommentar im Standard bespricht Joëlle Stolz ein Buch des Anthropologen Stephen Smith über den „Ansturm auf Europa”. Aus den demographischen Gegebenheiten in Europa und Afrika schließt sie, dass die europäische Bevölkerung Platz für andere machen müsse.

Kommentar von Tino Taffanek

Letzte Woche ist im Standard ein Kommentar von Joëlle Stolz mit dem Titel „Afrika und der Ansturm auf Europa“ erschienen. Den Anlass für den Kommentar gab das Erscheinen eines Buches des Journalisten und Afrika-Korrespondenten Stephen Smith sowie die Diskussion um das österreichische Neujahrsbaby. Bei den Reaktionen, die das österreichische Neujahrsbaby hervorgerufen hat, ortet Stolz Rassismus und prophezeit uns ein schwarzes Neujahrsbaby. Dass dieses Sichtbarwerden der – als Großer Austausch bezeichneten – demographischen Veränderungen zu Recht Empörung hervorrufen könnte, kam ihr dabei nicht in den Sinn.

Bis zu 150 Millionen Afrikaner in Europa

Laut Smiths Buch könnte die europäische Bevölkerung mit afrikanischer Herkunft von heute neun Millionen in 30 Jahren auf 150 Millionen ansteigen. Immerhin stellt Stolz fest, dass auch Länder ohne koloniale Vergangenheit, wie Österreich, von der Masseneinwanderung betroffen sind. Weiters hebt Stolz die Aufbereitung der Fakten über Afrika in dem Buch lobend hervor.

Als Untertitel für das Essay schlägt sie „It’s the demography, stupid!” vor. Eine Abwandlung der Phrase „It’s the economy, stupid“ aus dem Wahlkampf von Bill Clinton im Jahr 1992. Um die demographische Entwicklung in Europa auf den Punkt zu bringen, findet sich die abgewandelte Phrase auch schon seit längerem an prominenter Stelle auf dem Twitter-Account des Autors dieser Zeilen.

Bevölkerungsexplosion in Afrika

In den nächsten Absätzen geht Stolz genauer auf die Situation in Afrika, ihre Ursachen sowie auf Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung und Umfragen zum Migrationsverhalten ein. Auch das vergleichsweise geringe Risiko einer illegalen Überfahrt nach Europa findet Erwähnung. Zusätzlich wird auf die Rolle der Religion in Afrika eingegangen. Der geneigte Leser möge sich dazu das Original zu Gemüte führen.

Handlungsempfehlung für Europa

Am Ende der neutralen Betrachtung Afrikas folgt eine alarmistische Warnung vor der politischen Rechten in Europa. Für einen im Standard erschienen Kommentar wenig überraschend. Zwar erwähnt sie auch den von Smith kritisierten „engelhaften Humanismus” mancher NGOs, aber auch die „Festung Europa“ ist für sie keine Option. Als Strategie für Europa wird ein “Zusammenbasteln durch ständiges Verhandeln“ empfohlen. Was „zusammengebastelt“ werden soll, erwähnt Stolz nicht, aber vermutlich meint sie eine neue multiethnische Bevölkerung für Europa.

Europäer sollen Platz für andere machen

Laut Stolz zweifelt Smith an einer „Vereinbarkeit von Wohlfahrtsstaat und offener Gesellschaft“ und deswegen gab es in den USA nie „echte soziale Sicherheit“. Stolz selbst meint: „Die europäische Bevölkerung, die sich seit Jahrzehnten daran gewöhnt hat, am „richtigen” Ort der Welt geboren zu sein, und dieses Privileg genoss, muss nun Platz für andere machen.“

Dass wir Europäer unsere ethnokulturelle Identität und das, was unsere Staaten an sozialer Sicherheit bieten, aufgeben sollen, um „Platz für andere zu machen“, ist an Dreistigkeit kaum mehr zu überbieten. Wir sind schließlich nicht aus Zufall am „richtigen Ort der Welt“ geboren. Wir sind die Erben unserer Vorfahren, der europäischen Kultur und dieses Kontinents. Europa ist der „richtige Ort der Welt“ für uns, und nicht für die explodierende Bevölkerung Afrikas – vor allem aber löst die afrikanische Auswanderung keines der Probleme des schwarzen Kontinents.

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Meinung

Kommentar: „Nein, der Nikolaus war kein Türke!”

Julian Schernthaner

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am

ASDF Symbolbild (Nikolaus in Vorarlberg): Böhringer Friedrich via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.5] (Bildausschnitt)

Jährlich wiederholen sich die irrtümlichen Aussagen, wonach der mildtätige heilige Nikolaus angeblich ein Türke gewesen sei. Ein durchschaubares Manöver – das falscher nicht sein könnte.

Kommentar von Julian Schernthaner.

So sicher wie das Amen im Gebet sind rund um den einstigen Bischof aus Myra zweierlei Debatten. Das eine ist die Geschichte, wonach dieser in vielen Kindergärten bereits unerwünscht wäre – was leider in einigen Fällen tatsächlich zutrifft. Und da wäre dann noch die Behauptung, wonach dieser ein Türke sei – und diese findet trotz allen Unsinns sogar in Politik und Medien ihren Niederschlag.

Politik und Medien befeuern Mythos mit

So jubilierte etwa Ismael Tipi, integrationspolitischer Sprecher der CDU mit türkischen Vorfahren, in einem mittlerweile gelöschten Tweet, über den vermeintlichen Umstand einer solchen Herkunft des Bischofs. Und das quer-Magazin des Bayerischen Rundfunks (BR) machte aus ihm einen Türken, welcher Menschen aus dem Mittelmeer gerettet hätte. Deswegen empfahl es „Wutbürgern”, stattdessen einen „Zipfelmann” zu kaufen.

Nicht, das es schlimm wäre, wenn es sich beim Nikolaus um einen Menschen aus einem fremden Kulturkreis handeln würde. Die Legende um den Bischof spricht für sich, das Teilen mit Anderen als Zeichen christlicher Nächstenliebe hat auch jenseits von Glaubensgrenzen einen schönen symbolischen Charakter. Einzig, man sollte bei der Wahrheit bleiben und nicht mit unwahren Narrativen für genehme Propaganda sorgen.

Hartnäckiger Fehlschluss über griechischen Bischof

Man muss nicht wie meine Wenigkeit einen Studienabschluss in historischer Sprachwissenschaft besitzen, um den zutiefst griechischen Namen zu bemerken. Niko-laos, wörtlich der ‚Sieg(er) des Volkes’, lebte in einem kleinen Ort der anatolischen Halbinsel, ein knappes Jahrtausend bevor die ersten Turkvölker dort einwanderten. Rein politisch war Kleinasien damals eine römische Provinz. Das einzige, was am Nikolaus also türkisch ist, ist die heutige Herrschaft über seinen Lebensmittelpunkt.

Mit dieser kuriosen Logik wäre wohl auch der keltische Galater Eporedorix ein Türke wie die Hethiterkönige Suppiluliuma und Muwatalli. Immanuel Kant wäre Russe, die Slawenmissionare Kyrill und Method aber Griechen. Selbst die historische Verantwortung der Deutschen fürs den NS-Staat wäre plötzlich logisch leugenbar: Rudolf Heß wäre Ägypter, Walther Darré ein Argentinier und Alfred Rosenberg ein Este. Tatsächlich entstammten sie Familien der deutschen Diaspora.

Dauermärchen über ‚islamische Erfindungen’

So weit, so gut. Aber eigentlich geht es bei der Sache nicht nur um die leicht zu entlarvenden Fehlschlüsse, sondern um die beabsichtigte Wirkung. Denn mit diesen will man wohl darlegen, welche kulturellen Einflüsse uns die Herkunftsländer von Einwanderern beschert hätten. Da wird aus einer von Berbern nach Spanien gebrachten persischen Laute mitunter schon mal die – etymologisch übrigens griechische – angeblich „islamische” Gitarre.

Plötzlich schwafelt uns n‑tv etwas von Zahnbürsten hervor, welche der islamische Prophet Mohammed erfunden hätte, weil er auf Zweigen kaute. Auch den von Sklavenhändlern überhaupt erst nach Arabien gebrachte äthiopische Kaffee verdanken wir plötzlich dem Islam, ebenso wie die bereits Archimedes bekannte Idee der Brille. Der Grundtenor: Was uns in der Vergangenheit bereicherte, muss uns auch heute bereichern. Dass ‚arabische Ziffern’ eigentlich indische sind, ist geschenkt.

Leitkultur statt falsch verstandener Toleranz

In einem Schweif falsch verstandener Toleranz überhöht man den kulturellen Einfluss der Herkunftsländer der Migranten auf Europa. Inwiefern kleine und größere Märchen in diese Richtung deren Integration fördern sollen, sei ohnehin dahingestellt. Dies gilt besonders dann, wenn man sogar exemplarische Beispiele europäischer Leitkultur dazu hernimmt.

Zu diesen gehören zweifelsohne auch die zahlreichen mit der Verehrung des heiligen Nikolaus verbundenen Brauchtümer, die allesamt auf unserem Kontinent entstanden. Denn eines ist klar: Ohne eine gelebte Leitkultur, in welche sich Zuwanderer assimilieren könnten, werden wir ihnen darüber hinaus gehende Werte unseres Kulturkreises äußerst schwer vermitteln.

Alle lieben den europäischen Nikolausbrauch

Apropos: Erst vor wenigen Tagen hatte ich die Freude, einen Bekannten in seiner Verkleidung als Nikolaus in unserer Stadt zu begleiten. Strahlende Kinderaugen über die milden Gaben entschädigten für eisige Temperaturen. Einige der so belohnten Kinder hatten erkennbar türkische Wurzeln. Keine der Eltern belehrte uns dabei über die angebliche Herkunft im Dunstkreis ihrer Vorfahren.

Im Gegenteil: Man freute sich doppelt darüber, dass das zutiefst heimische Brauchtum um diesen Tag noch gelebt wird. Die Menschen – egal ob autochthon, zugewandert oder Tourist – rissen sich ums Selfie. Vielleicht sollten Meinungsmacher mit etwas weniger Eifer an der Geschichte herum schwindeln um ihnen einen inklusiven Anstrich zu geben. Nochmal zum Mitschreiben: Nein, der Nikolaus ist kein Türke. Muss er auch nicht sein.

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Kultur

Woke Hollywood und Star Wars

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ASDF Symbolbild (CC0)

Der Einzug linksideologischer Propaganda in der Filmindustrie ist bei weitem nichts Neues. Als Mittel zur Gesellschaftsformung ist Hollywood und das Kino spätestens seit den 1960ern ein altbewährtes. Mit dem kommenden Star Wars-Film könnte jedoch ein neuer Höhe- und eventuell Endpunkt erreicht werden.

Kommentar von Marvin T. Neumann

Dass Hollywood als rotes Pflaster gilt, ist bereits seit den 50ern bekannt. Damals, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, war es hingegen nur ein Teil der Industrie. In der goldenen Ära des amerikanischen Films gab es zwar bereits ein linkes Lager, mit Legenden wie Gene Kelly, Bette Davis oder Humphrey Bogart (Teil der „Committee for the First Amendment“, welche sich später als prokommunistische Organisation offenbarte). Dem gegenüber stand zu dieser Zeit jedoch noch ein konservatives Lager, die „Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals“ mit Legenden wie John Wayne, Gary Cooper, Barbara Stanwyck oder Clark Gable. Seit der Kulturrevolution der 68er und der Ära des „New Hollywood“ ist eine rechte Fraktion jedoch Geschichte und die Implementierung von linkstendenziösen und subversiven (jedoch immer als gesellschaftskritisch titulierten) Botschaften steigerte sich mit der Zeit.

Neulinker Einschlag in der Popkultur

Der neulinke Einschlag ist allerdings erst zu Beginn des ausklingenden Jahrzehnts wirklich spürbar geworden. Da die Entscheidungsträger in den verschiedenen Industrien der Popkultur – Musik, Film, Theater – weitestgehend vom selben kosmopolitischen Citoyen-Schlag sind, ist der Einzug von globalistischer Demographie auf der Leinwand nicht verwunderlich. Der Grad an Intersektionalität ist hierbei der Maßstab jeder neuen Produktion. Wie viele nicht-weiße, nicht-westlich-europäische und nicht-männliche Schauspieler kann man in etablierte und populäre Filmrollen unterkriegen? Der Popkultur ist schließlich das Subversive, das Revolutionäre, das Antikulturelle und nicht normative ihr Kernelement. Es muss eben in erster Linie populär sein, Aufmerksamkeit generieren, Tabus brechen, Trends setzen und folgen. War es erst nur der provokante Hüftschwung eines Elvis Presley, so ist es jetzt die Besetzung von Transsexuellen und das Darstellen von ideologischen Mordphantasien.

Der Schock und die Inszenierung sind die Mittel der Wahl, die Avantgarde die einzig wertvolle Form von Künstler. Normen zu brechen ist hier die Norm selbst. Wenn also massive Gewalt oder Obszönität seit der Jahrtausendwende nicht mehr wirklich wirkt, dann wohl der Angriff auf die Identitätsfundamente der westlichen Zivilisation, durch absurde Neubesetzung oder Umgestaltung bekannter popkultureller Tropen, womit man dann angeben kann, man hätte „das Patriarchat“, Trump-Wähler oder irgendwelche imaginären Faschisten getroffen. So ist ein neuer Terminator androgyn-weiblich und der nächste James Bond eine schwarze Frau – oder wird zumindest von solcher in den Schatten gestellt. Wenn sich der Kinogänger oder bekennende Fan eines Filmgenres erbost über die obsessive Zurschaustellung geistiger Verirrungen von Hollywood-Autoren und Produzenten zeigt, kann die Presse jegliche Kritik zurückschlagen und alle einfach als toxische, regressive Männer beleidigen. Die Meinungsblase belohnt es in jedem Fall.

Ideologie statt Innovation

Parallel zur Hyperideologisierung Hollywoods setzte eine hyper-neoliberale Entwicklung ein. Das Kino unterliegt nun mehr gänzlich ökonomistischer Gesetze: Filme werden immer einem Testpublikum präsentiert, es gibt Berater für Berater und Leidenschaft für den Film ist nur noch als lukrative Komponente des Publikums präsent. Die Kunst ist fast völlig der Gewinnorientierung gewichen.

Aus diesem Grund wird seit über einem Jahrzehnt ein Filmefranchise der 80er und 90er nach dem anderen aufgewärmt. Jeweils gibt es einen „Soft Reboot“, mit ideologisch optimierter Besetzung und einem progressiveren Plot-Element und fertig ist der nächste Blockbuster. Da Hollywood in seinem Bestreben, ökonomisch effizient zu sein, kein Risiko mehr eingehen will, wird der kreative Bankrott mit postmoderner Ideologie kompensiert. Man vermag nur noch das Alte, Beliebte zu nehmen, im eigenen Weltbild zu ersaufen und dem nostalgiegetriebenen Zuschauer vorzusetzen. Dies scheint zwar an Effektivität zu verlieren (der neuste Woke-Blockbuster, Terminator: Dark Fate, scheiterte kolossal an der Kinokasse), aber zumindest im Moment noch das Dogma zu sein.

Die Dekonstruktion des Kriegs der Sterne

So ist mit der Akquirierung von Star Wars durch Disney der vermutlich größte Mythos der Popkultur unter die linksbunten Räder gekommen. Das Filmstudio kaufte im Jahre 2012 die Rechte zur größten Kinomarke für vier Milliarden Dollar auf. Kommerziell war lediglich der Auftakt-Film, Das Erwachen der Macht (2015), ein wirklicher Kassenschlager. Rogue One (2016) und Die letzten Jedi (2017) legten zwar gut nach, doch seitdem die progressive Agenda der Chefin von Lucasfilm, Kathleen Kennedy, an Überdeutlichkeit gewonnen und die Qualität der Produktionen darunter gelitten hat, scheint man eher unter den Erwartungen zu liegen.

Während George Lucas, der Erfinder von Star Wars, sich an klassisch-europäische Mythen und Erzähltraditionen orientierte und diese mit kreativen Sci-Fi-Interpretationen verschmolz, interessiert sich die Executive-Armee in Los Angeles mehr für die gigantische Reichweite, mit der sie ihre Verachtung für all das, was diese Filme einst ausmachte, als Fortschritt propagieren kann – dem Lobesgesang der Massenmedien und dem Geldbeutel der loyalen Fans sicher.

Der ursprüngliche Held der Saga, Luke Skywalker, eine ins Weltall gesetzte Kombination aus Siegfried, König Arthus und Odysseus, der, unwissend seiner Abstammung und bedeutenden Blutlinie, auf große Abenteuer geht, seinen Vater als eigentlichen Gegner stellen muss (man denke an das Hildebrandlied) und zum Retter des Universums sowie eines mystisch-antiken Geistlichenordens (die Jedi) wird, ist in der woken Adaption von Disney lediglich ein gescheiterter Einsiedler, der natürlich von der übertalentierten jungen, weiblichen Protagonistin geschlagen wird. Für das linksprogressive Hollywood gibt es natürlich keine weisen Legenden, nur alte weiße Männer, die Platz machen müssen.

Der finale Tropfen?

In knapp zwei Wochen wird mit Der Aufstieg Skywalkers der letzte Streifen der offiziell 9‑Filme-Star Wars-Saga in die Kinos kommen. Als vermutlich größtes Kinofranchise ist Star Wars vor dem „Go woke, go broke“-Prinzip zwar relativ gut geschützt – Anhänger der „Spaceopera“ tendieren dazu, aus Nostalgie und Popkult für fast alles mit dem Namen drauf Geld auszugeben – gänzlich immun ist es dennoch nicht. Seit der achten Episode gibt es eine nicht unbeachtliche Fan-Gemeinde, die sich aktiv gegen die Subversion des Filmeuniversums und Degradierung ihrer Helden stark macht. Die Fandom Menace (An Episode eins, The Phantom Menace angelehnt) produziert in Videos und auf Blogs regelmäßig Kritik an der politisch korrekten Ausrichtung ihrer Lieblingsfilmreihe unter Disney. Nach veröffentlichten Leaks um den kommenden letzten Film, die seit einigen Wochen von angeblich frustrierten Mitarbeitern des Filmstudios an die Öffentlichkeit gespielt werden, bereitet diese Anhängerschar den nächsten großen Boykott und anschließenden Shitstorm vor, und auch Schauspieler der alten Garde, wie Mark Hamill (Luke Skywalker), geben ihrem Unmut über die linksprogressive Ausrichtung immer mehr Raum.

Wie der Regisseur des Films, J. J. Abrams, andeutete, wird es diesmal sogar eine „Repräsentation der LGBTQ-Gemeinde“ geben. Ein oder mehrere Charaktere im Film könnten also in einer homosexuellen Romanze vertieft sein. Daneben wird die weibliche Hauptfigur, die ohne wirkliche Hindernisse zur scheinbar mächtigsten Person in der ganzen Saga empor steigt, wohl den ganzen Ruhm für sich gewinnen, inklusive den der geliebten Helden aus den Originalfilmen. Als Vorabwarnung und präventiver Schadensbegrenzung wurde eine mögliche „Spaltung“ bei den Reaktionen zum Film von Abrams persönlich vorausgesagt. Beim letzten Mal konnte Disney sich im Angesicht der Kritik mit den üblichen „Sexisten und Rassisten“-Vorwurf über Wasser halten. Doch das könnte das letzte Mal gewesen sein. Weitere Filmproduktionen sind vorerst auf Eis gelegt, obwohl mindestens drei bereits in Planung waren. Die Köpfe im Disney-Hauptquartier haben die Verluste wahrgenommen und womöglich wird Kennedy ihr Büro räumen müssen. Ob auch Disney und Lucasfilm ihre Fehler einräumen werden und dies einen Wandel im Woke Hollywood bedeuten könnte, bleibt abzuwarten, sicher ist lediglich eines: Disney hat sich mit seinem buntlackierten Star Wars bereits mächtig verkalkuliert.

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Meinung

Kolumne: Die Universität darf kein rechtsfreier Raum werden!

Julian Schernthaner

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ASDF An der Wiener Uni wacht der Kaiser über die Studenten - und die linke Jagdgesellschaft über den Diskurs. Symbolbild (Juristenstiege): Denis Todorut via Wikimedia Commons [CC BY 2.0] (Bild zugeschnitten)

Zum wiederholten Male mobilisierten Linksradikale zum Protest gegen eine Vorlesung des patriotischen Historikers Lothar Höbelt. Dabei zeigt sich eine besorgniserregende Tendenz der jüngeren Vergangenheit: Offenbar soll an Unis allem, was nur ansatzweise „rechts” ist, der Garaus gemacht werden.

Kolumne von Julian Schernthaner.

Es sind hollywoodreife Szenen, welche sich am Dienstagabend an der Wiener Universität abspielen: Mehrere linke Gruppen protestieren unter Beteiligung der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) gegen Lothar Höbelt, fordern dessen Entfernung aus dem Lehrbetrieb der Universität. – Die Tagesstimme berichtete. Die Uni sieht darin die Ausübung der Meinungsfreiheit und weigert sich, einen Riegel vorzuschieben.

Auslöser ist Sturm im Teeglas

Die Debatte um den renommierten Forscher, dessen patriotisches Profil kein Geheimnis ist, entzündete sich Ende Oktober, als seine Teilnahme bei einer Tagung des Freiheitlichen Akademikerverbandes (FAV) publik wurde. Vor zwei Wochen „intervenierten” Antifa und ÖH-Kader erstmals – mit dem üblichen Maximalvorwurf, den sie allen mit abweichender Meinung angedeihen lassen: „Kein Raum für Nazis an der Uni!”

Besonders stieß den selbsterklärten Sittenwächtern dabei angeblich die Thematik des Vortrages auf. Denn dieser beschäftigte sich mit der Wandlung der Identität Österreichs von einem gesamtdeutschen Bewusstsein hin zu einer eigenständigen Nation. Ein interessantes Thema, denn noch in einer Umfrage des Jahres 1980 bejahten nur Zweidrittel diesen Befund, jeder Fünfte sah diese auch damals erst in der Werdung.

Linke wollen Andersdenkende mundtot machen

Aber eigentlich geht es gar nicht um die inhaltliche Erörterung der Frage. Denn im akademischen Wettstreit mögen viele Thesen zum Gegenstand reger Diskussion werden. Und natürlich sei legitim, wenn Teile der Studentenschaft anderer Meinung sind als ihr Professor. Selbst dann, wenn sie dies mit einem Spontanprotest kundtun. Das Problem der sogenannten „Intervention” ist also nicht die Form – sondern die Stoßrichtung.

Und hier unterscheidet sich die Absicht der Proteste gegen Höbelt etwa von der durchaus umstrittenen Identitären-Aktion seinerzeit in Klagenfurt. Diese sahen einen Teil der Integrationsdebatte nicht repräsentiert, spielten in einem Straßentheater im Hörsaal eine Steinigung nach. Es ging ihnen um Konsensstörung im Diskurs, aber um Beteiligung daran. Die Linksradikalen, welche die Vorlesung belagerten, wollen Höbelt hingegen mundtot machen.

Völlige Ächtung „falscher” Ansichten

Im paradoxen methodischen Anschluss nehmen sie dabei Anleihen beim großen Bruder im Norden. Dort kaperten Linksextreme zuerst die Wirtschaftsvorlesung des ehemaligen AfD-Chefs Lucke. Wenige Tage später verhinderten Gesinnungsgenossen eine Lesung des früheren CDU-Ministers de Maizière. Mittlerweile ist man dort bei Sarrazin – Querdenker der SPD – und der einstigen Feminismus-Ikone Alice Schwarzer angelangt.

Dabei ist es ihnen völlig egal, ob es an der Uni, bei Veranstaltungen der jeweiligen Stadt oder privaten Klubs stattfindet: Wer die „falschen” Themen mit noch „falscheren” Sichtweisen verbindet, soll diese nicht mehr äußern. Zur völligen Missachtung aller mühsam erkämpften Bürgerrechte nutzen sie dieselben aus. In kognitiver Dissonanz berufen sie sich dabei öfter auf Popper und das Toleranz-Paradoxon – ohne merken zu wollen, dass sie es sind, die in ihrem Fanatismus die demokratische Gesellschaft erodieren.

Meinungskorridore schon länger eng

Dabei ist die linke Hegemonie kein Naturgewächs, sondern Konsequenz eines „Marsches durch die Institutionen”. Mit Folgen: Unpolitische Menschen kommen nach zehn Semestern mit linksradikalen Utopien vollgestopft heraus und verzapfen ihre Vorstellungen an die nächste Generation. Nur: bis vor Kurzem stellte niemand ihre Narrative ernsthaft infrage. Dann spielte die Realität ihnen ein Schnippchen.

Ich hatte die zweischneidige Freude, als Querdenker genau in jener Zeit zu studieren. Konnte man in den ersten Semestern sogar Einwände bei Kommilitonen deponieren, die man heute nicht mehr unterschriebe, kippte dies mit dem Aufstieg patriotischer Parteien und den Asylwirren von 2015 endgültig. Ab sofort galt man als nicht-Linker quasi als Aussätziger. Nicht nur in Reizthemen war die eigene Meinung nun bestenfalls geduldet.

Versäumnisse im dritten Lager

Dass sich die Inhaber der Deutungshoheit gegen deren Verlust umso härter wehren, desto stärker die Bedrohung, ist eine Binsenweisheit. Gerade in Österreich mit seinem traditionell starken drittes Lager, das über große studentische Tradition, verfügt, ist das Problem aber auch hausgemacht. Man verschlief über Jahrzehnte, die Unis zurückzugewinnen – und auch die blaue Regierungsbeteiligung verbesserte wenig.

Tatsächlich ist deren Bilanz nämlich sogar verheerend, wenn es um die Weitung der engen Meinungskorridore geht. Im Gegenteil, sie distanzierte sich regelmäßig auf Zuruf linker Torwächter vom eigenen Vorfeld. Das rettet aber niemanden vor dem Krokodil – sondern trifft eben immer neue Akteure, die völlig unschuldig zum Handkuss kommen sollen.

Rechtsfreien Raum verhindern

Spätestens mit dem erlebten Dammbruch in Deutschland sollte klar sein: Mit zu entfernenden ‚Nazis’ meinen sie alle, die ihre Utopien nicht teilen. Wissend, dass ihnen niemand wirklich auf die Finger haut, versuchen radikale Linke die Hochschulen zum endgültig rechtsfreien Raum im doppelten Sinn zu machen. Dies muss nicht nur im Sinne der akademischen Freiheit verhindert werden.

Was ebenso klar ist: sollte Höbelt – mitnichten ein ‚Nazi’ – irgendwann fliegen, kommt an einer Uni, deren Hochschülerschaft hochoffiziell ein Antifa-Referat unterhält, sicher auch kein Schrebergartenkonservativer, sondern ein strammer Linker nach. Jene Fachkollegin, die zuletzt die Unikonferenz leitete und als mögliche künftige Bildungsministerin gehandelt wird, dürfte jedenfalls in diesem Fall auch eher als Letzte protestieren.


Weiterlesen:

Erneute Antifa-Störaktion bei Vorlesung von Höbelt (4.12.2019)

Antifa stört Uni-Vorlesung von Historiker Lothar Höbelt (20.11.2019)

ÖH forderte Entlassung: Wirbel um Höbelt-Auftritt bei patriotischer Tagung (30.10.2019)

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