Welt

USA und EU reagieren mit Ausweisungswelle russischer Diplomaten

Symbolbild (Pixabay /CC0)

Mehrere EU‐Staaten reagieren auf den Giftanschlag von Salisbury mit der Ausweisung von russischen Diplomaten. Moskau hat angekündigt, die koordinierte Aktion mit denselben Maßnahmen zu erwidern.

Insgesamt 17 Staaten, darunter 14 EU‐Länder, haben angekündigt, als Reaktion auf den Giftanschlag im südenglischen Salisbury russische Diplomaten des Landes zu verweisen. Bei dem Anschlag wurden der ehemalige britisch‐russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter lebensgefährlich verletzt. Der russischen Regierung wird nun vorgeworfen, nicht zur Aufklärung des Falles beizutragen. Großbritannien wies zudem darauf hin, dass die europäischen Länder von russischen Spionen unterwandert seien, die sich als Diplomaten ausgeben.

Keine Ausweisungen aus Österreich

Unter den Ländern, welche Diplomaten ausweisen werden, befinden sich unter anderem Deutschland, Frankreich, die Russland gegenüber generell skeptisch eingestellten baltischen Staaten sowie beispielsweise auch Italien, das normalerweise eine eher russlandfreundliche Politik vertritt. Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz hat einer gemeinsamen Stellungnahme mit Außenministerin Karin Kneissl die Ausweisungen für Österreich ausgeschlossen. Die österreichische Regierung betonte zwar ihre Solidarität mit Großbritannien und den Opfern des Anschlags, möchte aber auch für Gespräche mit Russland offen sein. Zudem verwies man auf die Neutralität Österreichs.

USA weisen 60 Diplomaten aus

Auch Kanada und die USA haben für die nächsten Tage die Ausweisung einiger russischer Diplomaten angekündigt, in einem weitaus größeren Stil als die europäischen Länder. Während in Deutschland nur vier Diplomaten des Landes verwiesen werden, sind es in den USA gleich 60. Russland kündigte unterdes an, sich ebenfalls mit Ausweisungen zu revanchieren. So würden mindestens 60 US‐Diplomaten ebenfalls das Land verlassen müssen. Ein Kremlsprecher ließ mitteilen, dass Russland die Situation bedauere und die Vorwürfe gegen das Land, für den Anschlag verantwortlich zu sein, haltlos seien.

Demonstrierte Einigkeit

Die angekündigten Sanktionen gegen Russland haben das Potenzial, einen Umbruch in den Beziehungen zwischen den einzelnen Ländern hervorzurufen. So arbeiten Großbritannien und die EU trotz der angespannten Lage um den Brexit weiterhin zusammen und auch die USA, die seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten nicht immer das beste Verhältnis zu Europa pflegen, koordinierten sich in diesem Fall mit Großbritannien und den EU‐Staaten. Wie Russland nun auf die demonstrierte Einheit reagiert, bleibt abzuwarten.

2 Kommentare

Hier Klicken, um zu kommentieren

  • Israel beteiligte sich nicht an den Sanktionen gegen Russland, weil der israelische Geheimdienst mit der Information aufwartete, dass inzwischen mindestens 20 Staaten Nervengifte „Nowitschok” herstellen können. Nun wäre eine Probe hilfreich, weil dann die konkrete Herkunft der Substanz geklärt werden könnte. Ob der Hersteller dann auch der Täter ist, könnte man dann auch hinterfragen.
    Die westliche Politik hält sich mit solchen Nebensächlichkeiten allerdings nicht auf.

  • Wenn Russland an dem Anschlag nicht beteiligt war, hätte man Frau T. May vollständige Kooperation zusagen müssen. Russland hat sich durch die fehlende Kooperationsbereitschaft selbst in diese ungute Lage manövriert und muss nun die Konsequenzen tragen. Beleidigt sein hilft hier nicht.
    Aber die russische Antwort darauf wird hart und konsequent ausfallen. Der Westen sollte bedenken, dass auch er bei diesem Konflikt sehr viel zu verlieren hat.

Newsletter

Jetzt in den Newsletter eintragen und wöchentlich die Top-Nachrichten erhalten!
Newsletter

Neues von Anbruch

Jordan Peterson – Gegengift oder Gift?

Der Name Jordan Peterson ist momentan in aller Munde. Doch worum geht es in seinem neuen Buch überhaupt und birgt seine Weltsicht auch Problematiken?

 

… weiterlesen