Technik Wirtschaft

Bitcoin & Co: Blockchain‐Technologie könnte Gesellschaft revolutionieren

Symbolbild (Max Pixel /CC0)

Geht es nach den Autoren einer neuen Studie des Hasso‐Plattner‐Instituts (HPI) könnte die Blockchain‐Technologie viele Bereiche in Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren.

Eine aktuelle Studie des Hasso‐Plattner‐Instituts (HPI) setzt sich mit der für Kryptowährungen verwendeten Blockchain‐Technologie und ihrem Innovationspotenzial sowie den derzeitigen Problemfeldern und möglichen Gefahren auseinander. Dabei trage die Technologie nach Ansicht der Autoren „durchaus das Potenzial in sich, viele Prozesse in Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren zu können”.

Blockchain‐Technologie verstehen nur wenige

Der HPI‐Studie zufolge sind derzeit jedoch viele überzogene Erwartungen an die Blockchain‐Technologie gerichtet. Probleme sehen die Informatikwissenschaftler momentan vor allem noch bei der unzureichenden Standardisierung und mangelnden Fähigkeit zur Zusammenarbeit zwischen den Blockchain‐Systemen.

Die komplexe Blockchain‐Technologie ist seit fast zehn Jahren immer häufiger Gesprächsthema, wird aber nach wie vor nur von wenigen wirklich verstanden”, stellt Prof. Christoph Meinel, HPI‐Direktor und Mit‐Autor der Studie, in einer Aussendung fest. Die Technologie stecke noch in den Kinderschuhen und müsse zunächst durch Weiterentwicklung ausreifen. Danach komme es auf den „richtigen Einsatz” an.

Bitcoin am sichersten

Die Studie erläutert, wie die Blockchain‐Technologie bereits vorhandene Ansätze wie dezentrale Netzwerke, Kryptographie und Konsensfindungs‐Modelle miteinander verknüpft. Dabei stellen die Autoren auch die Funktionsweisen der drei bislang wichtigsten Systeme Bitcoin, Ethereum und Hyperledger dar.

Von diesen dreien ist das rasant wachsende System für die so genannte ‚Kryptowährung’ Bitcoin nach wie vor als stärkstes und sicherstes anzusehen”, sagt Meinel. Problem beim Bitcoin seien allerdings der riesige Stromverbrauch für dessen Rechenprozesse sowie die sehr starken Kursschwankungen der Digitalwährung.

Ebenfalls genau beschreiben die Informatikwissenschaftler mögliche Hacker‐Angriffe auf Blockchains, bei denen versucht wird, Transaktionen zurückzuverfolgen und geheime Schlüssel auszuspähen. „Werden ganz neue Blockchain‐Systeme entwickelt, kann es durch Änderungen an der bestehenden Softwaretechnologie durchaus zu Sicherheitslücken kommen, die von Angreifern ausgenutzt werden könnten”, ergänzt Meinel.

Vielversprechende Einsatzfelder

Die HPI‐Studie will schließlich zeigen, was erforderlich ist, um Blockchain‐Konzepte erfolgreich in der Praxis umzusetzen und welche Möglichkeiten es dabei gibt. Wie die Autoren der HPI‐Studie in ihrer Aussendung betonen, seien neben der Vermietung von Wohnungen, Autos und Zweirädern auch der Handel mit Kunstwerken, Abstimmungs‐Systeme oder die Verwaltung von Gesundheitsdaten erfolgsversprechende Einsatzfelder.

Wie es in der Aussendung weiter heißt, habe die Blockchain‐Technologie zudem Vorteile für das Management digitaler Identitäten, den sicheren Datenaustausch zwischen Geräten im Internet der Dinge (Internet of Things, IoT), den Handel mit lokal erzeugter erneuerbarer Energie und bei der Effizienzsteigerung von Lieferketten.

Exzellenz‐Zentrum für Digital Engineering

Das Hasso‐Plattner‐Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz‐Zentrum für Digital Engineering. An der gemeinsamen Fakultät des HPI und der Universität Potsdam legen derzeit rund 500 Studenten ein ingenieurwissenschaftliches Informatik‐Studium. Bei den CHE‐Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze.

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