Gesellschaft

Kein Anschlag auf Halbmarathon: Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Symbolbild: Marathon Berlin Race Sport Human Run Runners (CC0)

Die sechs verdächtigen mutmaßlichen Islamisten, die am Sonntag während des Berliner Halbmarathons festgenommen worden waren (Die Tagesstimme berichtete), sind am Montag wieder freigelassen worden. Laut einer gemeinsamen Erklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei besteht kein dringender Tatverdacht.

Die am Sonntag während des Berliner Halbmarathons wegen des Verdachts der Verabredung eines Verbrechens festgenommenen mutmaßlichen Islamisten sind am Montagnachmittag aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen worden.

Ermittlungen laufen weiter

Bei der Auswertung und Untersuchung von Datenträgern und Spuren sei bislang nichts Verdächtiges gefunden worden. Gegen die sechs Männer zwischen 18 und 21 Jahren bestehe derzeit kein dringender Tatverdacht, gaben Polizei und Staatsanwalt am Montag bekannt. Die Ermittlungen laufen trotzdem weiter.

Kein Anschlag auf Halbmarathon geplant

Nach bisherigen Erkenntnissen der Berliner Polizei und Angaben der Staatsanwaltschaft war kein Terroranschlag auf den Halbmarathon geplant. Den Behörden zufolge gab es jedoch „vereinzelt Hinweise” darauf, dass die Verdächtigen an der Vorbereitung eines Verbrechens im Zusammenhang mit dem Marathon beteiligt gewesen sein könnten. Aufgrund dieser Hinweise und des noch nicht geklärten Attentats in Münster hätten sich die Generalstaatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt zu den Durchsuchungen von Wohnungen und zweier Fahrzeuge entschlossen.

Wie der Tagesspiegel berichtet, hätten der Hauptverdächtige – ein Iraker – und ein Komplize zum privaten Umfeld des Breitscheidplatz‐Terroristen Anis Amri gehört.

Richtige Entscheidung”

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) verteidigte unterdessen das Vorgehen der Polizei. „Mit Blick auf die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner und ihrer Gäste, war es die richtige Entscheidung, so zu handeln, wie es Staatsanwaltschaft und Polizei getan haben”, sagte Geisel dem Tagesspiegel. Am Montag reagierte auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auf die Festnahmen. „Wir haben eine sehr angespannte Sicherheitslage in der Bundesrepublik Deutschland nach wie vor. Das heißt, mit einem Anschlag muss jederzeit gerechnet werden“, sagte der CSU‐Chef. Vor diesem Hintergrund sei es richtig, wenn die Behörden sehr aufmerksam seien und auch Konsequenzen zögen.

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