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Gesellschaft

Reaktionen auf Münster-Amokfahrt: Zwischen Mitgefühl und Häme

Redaktion

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Bild Großer Kiepenkerl: Hajotthu via Wikimedia Commons [CC BY 3.0] / Screenshots: Twitter, Stern.de @14-04-18 14:00 / Collage: Die Tagesstimme

In Münster ist jemand mit einem Fahrzeug in eine Menschengruppe gefahren, es gibt Tote und Verletzte. Online beginnen Spekulationen über das Motiv und den Hintergrund des Täters. Schlussendlich wird „Freude“ darüber kundgetan, dass der Täter ein Deutscher war. Mehr Ruhe und Mitgefühl würde vielen in diesen Zeiten gut tun.

Kommentar von Martina Huber

Ich sitze gerade mit einigen Freunden und Bekannten zusammen, als ich durch die Nachrichten auf meinem Smartphone scrolle und lese, dass in Münster jemand mit einem Fahrzeug in eine Gruppe Menschen gefahren ist. Es gibt Tote und Verletzte. Weitere Täter seien auf der Flucht (das wird später von anderen Medien dementiert). Natürlich ist der erste Gedanke wie schlimm es für die Menschen sein muss, die gerade ihr Wochenende genießen und dann ein Fahrzeug auf sich zurasen sehen.

Wie schlimm muss es sein, zu erfahren, dass dort Freunde oder Verwandte gestorben sind! Ich bin geschockt! Aber auch der Gedanke, dass es sich um einen bewussten islamistischen Terroranschlag handeln könnte, schleicht sich ein. Leider ist dies bei gewissen Verbrechen immer häufiger der Fall. Dennoch hofft man, dass es eventuell einfach nur ein Unfall war und nicht jemand wieder in voller Absicht Menschen töten wollte.

Spekulationen und Kommentare im Netz

Mit Äußerungen im Netz halte ich mich bewusst zurück, so lange nicht klar ist, was eigentlich genau passiert ist. Andere sind da leider nicht so sparsam mit entsprechenden Reaktionen. Egal, ob private Twitterprofile, Medienmenschen oder sogar große Zeitungen: Jeder twittert, postet und kommentiert. Sobald wieder ein Detail von der Polizei bekannt gegeben wird, wird es im gesamten Internet herumgereicht. In den meisten Fällen ist auch die Täterherkunft, beziehungsweise ob der Täter Moslem war, von Interesse. Nicht etwa aus kolportiert „rassistischen” Gesichtspunkten – sondern weil sich dadurch eben mitunter auf ein möglicherweise islamistisches Motiv schließen lässt.

Und ja, es gibt leider auch im patriotischen Lager immer wieder einige Menschen, die sich mit Spekulationen nicht zurückhalten können. Aber selbst wenn jemand durchaus scharf und mit Fingerzeig twittert wie Beatrix von Storch – es wird weder gefreut noch spekuliert – es wird großteils festgestellt. Ganz im Gegensatz zur bösartigen und hämischen Twitterei linksgerichteter Kommentatoren übrigens, sobald Details über den mutmaßlichen Täter bekannt wurden.

Münster: „Freude” über deutschen Täter

Ein Paradebeispiel liefert hierbei ein Kommentar im Stern, dessen Überschrift schon vor Häme nur so trieft. Der Titel:„Der Attentäter war ein deutscher Jens – was sagt ihr jetzt, ihr rechten Hetzer?“ Hier zeigt die linke Journaille worum es ihr eigentlich geht: sich selbst moralisch zu überhöhen und deutlich zu zeigen, dass man zu den Guten gehört. Für mich und viele Mitmenschen ist eine solche Reaktion auf einen Anschlag oder eine Amokfahrt selten widerlich. Innerhalb des gesamten Artikels findet sich kein Wort von Mitleid mit Opfern oder Angehörigen. Man spottet lediglich über den genannten Tweet der AfD-Abgeordneten Beatrix von Storch.

Mehrmals betont der Autor, dass es ihn müde mache, ständig Stellung zu beziehen gegen Rechtspopulismus. Aber es sei eben eine verdammte Pflicht. Leider gehen auch viele Twitter-Kommentare in eine ähnliche Richtung. Anstatt zu kondolieren oder zumindest andächtig zu schweigen, bis die Trauerphase vorüber ist: Die Opfer interessieren sie nicht. Hauptsache man hat wieder die Gelegenheit, Stellung „gegen rechts” zu beziehen. Beinahe wirkt es so, als freue man sich in diesen Kreisen über jeden deutschen Täter. Wo bleibt das Mitgefühl, wo die Empathie?

Sinkendes Vertrauen in Medienlandschaft ist hausgemacht

Menschen, die den Angaben der etablierten Medien nicht trauen, werden dabei als „Nazis” beschimpft und diffamiert. Obwohl es aus meiner Sicht durchaus verständlich ist, Medien nicht blind zu vertrauen. Speziell wenn man sich die Berichterstattung in letzter Zeit ansieht: Unterschiedliche Medien berichten teilweise völlig widersprüchlich und eine Woche später gibt es dann wieder Gegendarstellungen. Selbst als Mensch mit einigem journalistischem Geschick tut man sich dann einigermaßen schwer, Wahrheit und Falschmeldungen auseinander zu halten.

Woher soll ein normaler Bürger da noch wissen, was den Tatsachen entspricht? Warum wurde etwa in Münster zu Beginn berichtet, man suche weitere Täter – später jedoch legt man sich auf einen Einzeltäter fest? Auch wenn es verständlich ist, möglichst als Erster eine exklusive Information zu liefern – gerade in diesem Fall änderte sich der Stand der Erkenntnisse teilweise im Minutentakt (Die Tagesstimme berichtete). Warum wird nicht abgewartet und einfach nur darüber berichtet, was tatsächlich sicher ist? Es verwundert daher kaum, dass Menschen selbst spekulieren und nicht jede Nachricht oder Eilmeldung gleich für bare Münze nehmen.

Mehr Besonnenheit wünschenswert

Für die Zukunft empfehle ich Allen, sich mit seiner (virtuellen) Schaulustigkeit ein wenig zurückzuhalten. Als gutes Leitbild könnten hier die Worte von Armin Laschet dienen. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen sprach in Münster einfach sein Mitgefühl und dankte den Helfern. Außerdem sagte er: „Ich würde mir wünschen, dass diese Besonnenheit, die die Menschen in Münster ausgestrahlt haben (…) auch die erreicht, die ganz schnell bei Twitter das Hetzen begonnen haben.“

Auch wenn er damit mit erhobenem Finger in eine ganz bestimmte Richtung deuten will – der Wahrheitsgehalt der Aussage ist nicht von der Hand zu weisen. Genau diese Besonnenheit würde ich mir auch wünschen! Vielleicht öfter mal still sein und nicht ein schreckliches Verbrechen dafür missbrauchen, mal wieder seine moralische Überlegenheit zu präsentieren! Bei solchen tragischen Fällen wie in Münster geht es vordergründig um Anteilnahme – und das sollte für Erste auch die Reaktionen beherrschen. Für moralische Bewertungen bleibt auch später noch Zeit.

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Gesellschaft

Wiener Akademikerball: Platzverbot und Gratisbus zur Demo

Monika Šimić

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ASDF Bild: Am Freitag findet in der Hofburg der Wiener Akademikerball statt, gegen den linke Akteure demonstrieren wollen / Bild: Bwag [CC BY-SA 3.0 AT] (Bild zugeschnitten)

Gegen den Wiener Akademikerball wollen neben der „Offensive gegen Rechts” auch die „Omas gegen Rechts” demonstrieren.

Wien/Graz. – Am Freitag findet in der Wiener Hofburg der Akademikerball statt – und wie eine Woche zuvor auch schon in Graz will man von linker Seite dagegen demonstrieren. Zum Protest gegen den Ball hat etwa die „Offensive gegen Rechts” aufgerufen. Um den Ballgästen eine sichere Zufahrt zum Veranstaltungsort zu ermöglichen, hat die Landespolizeidirektion Wien ein Platzverbot rund um die Hofburg verordnet.

Wirbel um Sellner-Teilnahme am Ball

Beim Wiener Akademikerball werden FPÖ-Bundesparteichef Norbert Hofer und der Wiener Vizebürgermeister Dominik Nepp (FPÖ) eine Rede halten. Erst vor wenigen Tagen sorgte die mittlerweile bestätigte Teilnahme Martin Sellners am Akademikerball für Kritik. Der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Martin Engelberg warf der FPÖ eine fehlende Distanz und „keine klare Haltung” gegenüber der Identitären Bewegung vor. Sellner schrieb daraufhin auf Twitter: „Wie peinlich. Meine Ballbesuche sollten nicht Thema der Innenpolitik sein”.

Zwei Demonstrationen angekündigt

Wie schon in den Jahren zuvor demonstrieren linke Gruppierungen auch heuer wieder gegen die traditionelle Ballveranstaltung. In der Beschreibung der Facebookveranstaltung zur Demonstration heißt es seitens der „Offensive gegen Rechts”, dass die FPÖ nicht nur einen Ball feiern, sondern auch „die Grundsteine für ihre nächsten Angriffe auf unser Sozial- und Gesundheitssystem, sowie auf die Rechte von Arbeitern und Migranten” legen würde. Auch nach Ende der blauen Regierungsbeteiligung solle der Protest damit weitergehen. Neben der „Offensive gegen Rechts” rufen auch die „Omas gegen rechts” zum Protest auf.

Gratisbus der ÖH nach Wien

An den Demonstrationen dürften aber nicht nur Personen aus Wien und Umgebung teilnehmen. Erwartet werden auch Teilnehmer aus der Steiermark. Denn das Kulturreferat der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) an der Universität Graz hat einen Bus organisiert, für den man sich im Vorhinein zwar anmelden muss, dafür dann aber gerade am 24. Jänner gratis nach Wien und zurück nach Graz fahren kann. Im Beschreibungstext der Facebookveranstaltung „Kultref goes Wien” und auch im ÖH-Newsletter, der in der Regel an alle Studenten der Karl-Franzens-Universität Graz ausgeschickt wird, schreibt das Referat: „Nicht nur Graz hat ein reiches, kulturelles Angebot, sondern auch Wien”.

Neben fünf kulturellen Veranstaltungen findet sich allerdings auch der Hinweis auf die Facebookveranstaltung zur Demonstration der „Offensive gegen Rechts”. Im ÖH-Newsletter wurde sogar direkt darauf verlinkt. „Wer genug von rechter Provokation hat, kann sich der Demo gegen den Akademikerball anschließen”, heißt es seitens des Kulturreferats sowohl im ÖH-Newsletter als auch in der Beschreibung der Facebookveranstaltung. Auch der Kommunistische Studentenverband (KSV) weist auf seiner Facebookseite auf die Busfahrt nach Wien hin: „Antifa heißt Busfahren. Am 24. Jänner gratis nach Wien zur Demo gegen den FPÖ-Burschiball!”

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Gesellschaft

Uni-Rampe besetzt: Linksextreme werfen Tampons auf Burschenschafter

Stefan Juritz

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ASDF Linke und Linksextreme gegen den WKR-Bummel an der Uni Wien. Bild: privat.

Die Polizei hatte am Montag eine Kundgebung gegen den Bummel der Wiener Studentenverbindungen untersagt. Die linke Szene reagierte am Mittwoch mit einer Sitzblockade an der Uni-Rampe.

Wien. – Heute Mittag haben verschiedene linke Gruppen, darunter die ÖH Uni Wien, aber auch Linksextreme von der autonomen antifa w, die Rampe der Universität Wien besetzt, um gegen den wöchentlichen Farbenbummel des Wiener Korporationsringes (WKR), dem vor allem schlagende Studentenverbindungen angehören, zu protestieren.

Linke werfen mit Tampons

Laut Augenzeugenberichten beteiligten sich etwa 30 Personen an der Sitzblockade an der Uni-Rampe, 50 weitere Linke protestierten an der Treppe davor. Die Demonstranten hielten Schilder wie „Gegen Rechtsextremismus und Polizeiwillkür!” und „Niemand hat das Recht zu gehorchen” hoch und riefen Parolen. Aus der Sitzblockade wurden rot angemalte Tampons auf die Verbindungsstudenten geworfen.

Eines der Tampons, das Demonstranten auf die Korporierten warfen. Foto: privat

Mutmaßliche Einschüchterungsversuche

Wie die Tagesstimme erfuhr, habe es darüber hinaus auch Einschüchterungsversuche gegen jenen Burschenschafter gegeben, der am vergangenen Mittwoch von Linksextremen gewalttätig angegriffen und leicht verletzt worden war.

Nach Ende des Farbenbummels eskortierte die Polizei die Korporierten zu ihrem Ausklang auf ein Wiener Verbindungshaus.

Seit Dienstag hatte die ÖH Uni Wien, die Plattform Radikale Linke, die Jüdischen österreichischen HochschülerInnen und die autonome antifa w zur Besetzung der Uni-Rampe aufgerufen. Zuvor hatte die Polizei bereits am Montag eine für Mittwoch geplante Kundgebung der ÖH gegen den WKR-Bummel untersagt.


Weiterlesen:

„Gegen Burschenschafter: ÖH will heute Uni-Rampe besetzen” (22.01.2020)

„Steirische Burschenschaften reagieren auf ‚linksextreme Einzelfälle’ ” (16.01.2020)

„FPÖ verurteilt ‚linke Gewaltexzesse’ an Uni Wien scharf” (15.01.2020)

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Gesellschaft

Gegen Burschenschafter: ÖH will heute Uni-Rampe besetzen

Stefan Juritz

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am

ASDF Symbolbild (Hauptgebäude Universität Wien): Alexander Johmann via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Die Auseinandersetzung zwischen Linken und Rechten an der Universität Wien geht am heutigen Mittwoch weiter.

Wien. – Die ÖH Uni Wien, die Plattform Radikale Linke und die Jüdischen österreichischen HochschülerInnen haben gemeinsam für heute Mittag um 12 Uhr die Besetzung der Rampe an der Universität Wien angekündigt. Damit wollen die linken und linksradikalen Studenten gegen den dort mittwochs stattfindenden „Farbenbummel” der Studentenverbindungen des Wiener Korporationringes (WKR) protestieren.

Polizei untersagt ÖH-Kundgebung

Eine geplante Kundgebung der ÖH sei am Montag untersagt worden, berichtet die Studentenvertretung auf ihrer Facebook-Seite: „Diese skandalöse Entscheidung reiht sich ein in eine lange Kette von Diffamierungsversuchen, Demoverboten und anderen Formen der Repression gegen antifaschistische Proteste!”

RFS spricht von „Mega-Skandal”

Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) ortet in der angekündigten Besetzung der Uni-Rampe einen „Mega-Skandal”. „Der linksextreme Schlägertrupp der ÖH Uni Wien, der bereits letzte Woche mehrere Verletzte zu verschulden hatte, ruft dazu auf sich gegen die Untersagung der Polizei zu stellen und den Aufgang zur Universität zu blockieren!”, kommentierten die blauen Studenten den ÖH-Beitrag auf Facebook.

Linksextremer Überfall in der Vorwoche

Vergangenen Mittwoch hatten Linksextreme an der Universität Wien einen Burschenschafter tätlich angegriffen. Der junge Studenten erlitt bei dem Angriff leichte Verletzungen und wurde anschließend im Krankenhaus behandelt. Die Polizei konnte zwei Tatverdächtige vorübergehend festnehmen. Die beiden wurden „nach sofortiger Vernehmung über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien auf freiem Fuß angezeigt”, wie eine Pressesprecherin der Polizei auf Anfrage der Tagesstimme mitteilte.


Weiterlesen:

„Steirische Burschenschaften reagieren auf ‚linksextreme Einzelfälle’ ” (16.01.2020)

„FPÖ verurteilt ‚linke Gewaltexzesse’ an Uni Wien scharf” (15.01.2020)

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