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Interview

Felix Menzel: „Der Globalkapitalismus ist kein Naturgewächs”

Redaktion

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Der Publizist Felix Menzel hat eine Denkfabrik für Wirtschaftskultur gegründet. Bildrechte: Felix Menzel

Der deutsche Publizist Felix Menzel hat die erste patriotische Denkfabrik für Wirtschaftskultur in Deutschland ins Leben gerufen (Die Tagesstimme berichtete). Im Interview mit der Tagesstimme erklärt Menzel seine Beweggründe und warum die patriotische Opposition neben der Einwanderungskritik auch soziale, ökologische und ökonomische Standpunkte erarbeiten muss.

Die Tagesstimme: Herr Menzel, Sie haben die neue patriotische Denkfabrik für Wirtschaftskultur namens Recherche Dresden ins Leben gerufen. Beschäftigt sich das patriotische Milieu zu wenig mit Wirtschaft oder wozu braucht es eine solche Denkfabrik?

Menzel: Fangen wir mal so an: Gleich nach der Eröffnung unserer Denkfabrik haben uns einige Linke vorgeworfen, wir würden Diskurspiraterie betreiben. Wir scheinen also einen wunden Punkt berührt zu haben. In der Tat sind wir von der strategischen Notwendigkeit unserer Denkfabrik überzeugt: Es reicht für die patriotische Opposition nicht aus, nur am Straßenrand zu stehen und gegen die Asylpolitik zu protestieren. Dies ist ungemein wichtig, da uns die Masseneinwanderung der letzten Jahre in existentieller Weise bedroht.
Trotzdem ist eine Ausweitung der Kampfzone geboten. Wir müssen weitere Politikfelder besetzen und soziale, ökologische und eben auch ökonomische Standpunkte erarbeiten. Dies gilt insbesondere, da wir nach den ersten Wahlerfolgen der AfD aufzeigen müssen, wie wir diese Gesellschaft als Patrioten gestalten wollen, wenn man uns einmal machen ließe.

Freiheitliche Wirtschaftsordnung ohne Wachstumszwang

Zu dem Aufbau der Denkfabrik kam es aber noch aus einem viel unspektakuläreren Grund: nämlich schlicht aus Erkenntnisinteresse. Die Frage nach einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung, die dem Wachstumszwang nicht erliegt, bildete schon immer einen Schwerpunkt meines Denkens. 2013, also mittlerweile vor fünf Jahren, haben wir dem erstmals in unserem Buch Junges Europa ein Kapitelchen gewidmet und in dieser Zeit auch schon einige Interviews mit Experten wie Holger Rogall geführt. 2015 habe ich dann begonnen, für die Zeitschrift Sezession eine Serie zur Wachstumskritik zu schreiben. Im letzten Jahr schließlich habe ich meine Überlegungen zur nachbarschaftlichen Marktwirtschaft in meinem Büchlein Alternative Politik dargelegt.

Ich hoffe, dies verdeutlicht, dass der Vorwurf der kurzsichtigen Diskurspiraterie unberechtigt ist. Vielmehr wollen wir gerade die Stärken des konservativ‐patriotischen Denkens auf dem ökonomischen Feld in Erinnerung rufen, weil wir da an grandiose Theoretiker anknüpfen können. Rolf Peter Sieferle, Ernst Nolte („Marxismus und Industrielle Revolution“), Wilhelm Röpke, Oswald Spengler, Werner Sombart, Max Weber, Friedrich List und viele andere Geistesverwandte haben uns noch viel zu sagen.

Die Tagesstimme: Als erstes Projekt gibt Recherche Dresden künftig einen Infobrief, eine Art patriotisches Wirtschaftsmagazin, heraus. In der Ankündigung zur ersten Ausgabe findet man von Ihnen auch den Beitrag „Globalkapitalismus oder nachbarschaftliche Marktwirtschaft”. Würden Sie unseren Lesern bitte kurz skizzieren, wie eine nachbarschaftliche Marktwirtschaft im Gegensatz zum globalen Kapitalismus aussehen könnte?

Menzel: Man muss dazu eines begreifen: Der Globalkapitalismus ist kein Naturgewächs, sondern das Ergebnis einer systematischen, staatlich gesteuerten Umverteilung nach oben hin zu Großunternehmen, die inzwischen meist vollkommen entortet agieren und zu einer ökonomischen Vereinheitlichung der Welt beitragen, die ich gerade auch aus kulturellen und marktwirtschaftlichen Gründen ablehne.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat kürzlich errechnet, dass der deutsche Staat 2017 inklusive Steuervergünstigungen Subventionen in Höhe von 118 Milliarden Euro per Gießkanne verteilt hat. Das landet fast ausschließlich bei den Großen, während der Mittelstand vernachlässigt wird und der normale Arbeitnehmer die Hälfte seines Lohnes für Sozialabgaben und Steuern berappen muss.
Hinzu kommt die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank, über die eine schleichende Enteignung des Bürgers betrieben wird, währenddessen durch die Anleihenkäufe in Höhe von bald 2,5 Billionen Euro Zombieunternehmen und Zombiestaaten künstlich am Leben gehalten werden, die unter normalen Umständen längst zahlungsunfähig wären. Wir haben also das seltsame Phänomen, dass aktuell aufgrund des Wachstumszwangs mit Hilfe von Geldsozialismus der Globalkapitalismus aufrechterhalten wird. Das ist eine tickende Zeitbombe, die sich niemand traut zu entschärfen, weil die Begleiterscheinungen vermutlich sehr heftig wären.

Soziale Beziehungen in Regionen stärken

Wir können da nun leider nicht ohne Weiteres aussteigen. Deutschland und Europa waren schon immer überdurchschnittlich in die Weltwirtschaft eingebunden. Wir steigen mit ihr auf und wir fallen mit ihr gemeinsam auf die Nase. Was wir dennoch tun können, ist die unterste Ebene unserer Wirtschaft zu stärken, statt die höchste immer weiter zu subventionieren. Das meine ich mit nachbarschaftlicher Marktwirtschaft. Wir müssen schauen, wie wir gerade mit den Werkzeugen der Digitalisierung die ökonomischen und sozialen Beziehungen in jeder Region und in jedem Ort verbessern können. Dies halte ich für die dringend notwendige Alternative zum Sozialstaat, der anonyme Umverteilungen vornimmt, über die sich niemand so richtig freuen kann. Wir werden das auch noch konkretisieren, z.B. was dies für die Rente bedeuten könnte.

Die Tagesstimme: Auf der Homepage der Denkfabrik findet man vier Punkte zur „Agenda 2030”. Als erster Punkt steht die Forderung „Die Politik der ‚Geldschöpfung aus dem Nichts’ muss beendet werden”. Welche Alternativen zum aktuellen Geldsystem sind dabei Ihrer Ansicht nach am interessantesten und erfolgversprechendsten?

Menzel: Ach, interessant sind die allermeisten alternativen Geldsysteme. Es wäre sicherlich spannend, mal ein Jahr auf der Basis von Schwundgeld zu arbeiten, dann das Vollgeld auszuprobieren, um schließlich am Ende auch noch Free Banking zu testen. Das Experimentieren mit lebendigen Gemeinschaften und Gesellschaften sollten wir aber besser den Linken überlassen. Wir setzen erst einmal darauf, die Debatte über diese ganzen Geldsysteme in Gang zu bekommen, indem wir sie mit all ihren Vor‐ und Nachteilen beschreiben.

Rückkehr zu einer gesunden Eigentumsökonomik

Aus meiner konservativen, vorsichtigen Sicht heraus würde es schon einer Revolution gleichkommen, wenn wir zu einer gesunden Eigentumsökonomik zurückkehren, wie sie Gunnar Heinsohn skizziert hat. Das heißt, wenn der Grundsatz wieder uneingeschränkt gelten würde, dass jeder Schuldner Sicherheiten hinterlegen muss und jeder Gläubiger über ausreichend Eigenkapital verfügen muss, wäre schon viel gewonnen. Ich möchte das große „Aber“ bei diesem Plan jedoch nicht unerwähnt lassen: Vermutlich würde bereits dieses eigentlich selbstverständliche Reförmchen den nächsten Finanzcrash auslösen. Genau das macht es so schwierig, Veränderungen anzuschieben.

Die Tagesstimme: In den letzten Monaten gewannen Kryptowährungen wie Bitcoin immer mehr an Einfluss. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung. Hat Bitcoin eine Zukunft?

Menzel: Mit dem Bitcoin habe ich mich noch nie ausführlich beschäftigt. Ich kann dazu also keine Expertenmeinung abgeben, denke aber, dass die dahinterstehende Blockchain‐Technologie in der Tat eine Zukunft hat. Als defensiver Investor ganz im Sinne Benjamin Grahams schreckt mich die hohe Volatilität des Bitcoin ab. Ich bin kein Spekulant, sondern setze am Kapitalmarkt langfristig auf große und kleine Unternehmen, von denen ich überzeugt bin und bei denen ich nicht auf die tagesaktuellen Auf und Abs schauen muss. Die Einhaltung des eben skizzierten Grundsatzes der Eigentumsökonomik kann ich beim Bitcoin ebenfalls nicht erkennen. Von daher ist er für mich lediglich ein Krisensymptom. Viele Anleger suchen nach alternativen Währungen und landen dann halt beim Bitcoin oder anderen Kryptowährungen.

Die Tagesstimme: Nicht nur im patriotischen Milieu allgemein, sondern auch in der Alternative für Deutschland (AfD) finden sich mitunter unterschiedliche Positionen – von wirtschaftsliberal/libertär bis zu eher „sozialistischen” Ideen. Wie ist Ihr Eindruck: Könnten das noch zu großen Konflikten innerhalb der Partei führen?

Menzel: Ehrlich gesagt, glaube ich das nicht. Dazu eine kleine Anekdote: Ich besuchte vor einigen Tagen einen Vortrag von Peter Boehringer, dem Vorsitzenden des Haushaltsausschusses. Boehringer ist dem libertären Spektrum zuzuordnen. Davon war bei dem Vortrag aber kaum etwas zu spüren. Vielmehr ging er gegenüber dem Publikum sogar so weit zu sagen, dass auch die AfD das derzeitige Rentensystem komplett unangetastet lassen will, selbst wenn das den Bund pro Jahr in naher Zukunft über 100 Milliarden Euro kostet.

Die Begründung dieser Position von Boehringer war dabei absolut schlüssig: Er verwies darauf, dass die AfD erst einmal auf anderen Baustellen Erfolge erzielen muss. Die Migrationspolitik kostet nach offiziellen Schätzungen jährlich um die 20 Milliarden Euro. Inoffiziell dürften wir uns den 50 Milliarden Euro nähern. Ebenso fatal sind die Pläne der Europäischen Union, die nach dem Brexit noch mehr Geld von Deutschland haben will. Es handelt sich hier um jährlich zusätzliche 12 Milliarden Euro.

Ich vermute, dass bei diesen Punkten in der gesamten patriotischen Opposition – parlamentarisch und außerparlamentarisch – Einigkeit besteht. Die Aufgabe der AfD ist es daher, diese Konsensmeinung im Streit mit den anderen Parteien voranzubringen. Das wird schwer genug. Für die weitergehenden Visionen ist dann unsere Denkfabrik zuständig. Deshalb machen wir das ja.

Die Tagesstimme: Zurück zu „Recherche Dresden”. Wie kann man das Projekt unterstützen?

Menzel: Aus Politik und Unternehmen haben sich in den letzten Wochen schon erstaunlich viele Mitstreiter gefunden, die etwas für unsere Zeitschrift Recherche D beitragen wollen. Auf diesem Wege ist also eine dezentrale Mitarbeit möglich. Wir suchen ganz speziell nach Autoren, die aus der Praxis, Wissenschaft und Politik kommen. Gern können sich aber auch Studenten einbringen, sofern sie bereit sind, für eine Recherche in die Universitätsbibliothek zu gehen.

Darüber hinaus freuen wir uns natürlich über jeden neuen Abonnenten. Um ein Magazin wie Recherche D langfristig mit renommierten Gastautoren und Interviewpartnern betreiben zu können, brauchen wir mindestens 1.000 Abonnenten. Da sind wir auf einem guten Weg. Trotzdem ist die Strecke noch weit.

Bei Veranstaltungen, Studien und dem, was wir an Netzwerkarbeit leisten, sind wir zudem auf Spenden angewiesen und haben dafür im Hintergrund den gemeinnützigen Verein Journalismus und Wissenschaft aufgebaut. Wer unsere Denkfabrik für Wirtschaftskultur also unterstützen möchte, hat allerhand Möglichkeiten, dies zu tun. Jede Mithilfe, jeder Hinweis und jeder noch so kleine Spendenbetrag bringt uns dabei voran.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview, Herr Menzel!

 

Zum Interviewpartner:
Felix Menzel ist ein politischer Publizist und wurde 1985 in Karl‐Marx‐Stadt (heute: Chemnitz) geboren. Er studierte Medien‐ und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL an der Martin‐Luther‐Universität Halle Wittenberg. 2004 gründete er mit Mitschülern die Jugendzeitschrift „Blaue Narzisse” (BN) und war an der „konservativ‐subversiven‐aktion” (ksa) rund um den Verleger Götz Kubitschek beteiligt. Für die Reihe kaplaken des Antaios‐Verlags publizierte Menzel das Band „Medienrituale und politische Ikonen”. Außerdem trat er bei der BN‐Anstoß‐Reihe in mehreren Bänden als Autor und Herausgeber hervor. 

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Deutschland

Straße und Parlament dürfen für uns kein Gegensatz sein”

Redaktion

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ASDF AfD-Kandidat und "Zukunft Heimat"-Gründer Dr. Christoph Berndt. Foto: privat

In wenigen Wochen findet die Landtagswahl in Brandenburg statt. Die Tagesstimme hat deshalb ein Interview mit dem AfD‐Kandidaten Dr. Christoph Berndt geführt. Darin spricht der Gründer von Zukunft Heimat e.V. über seinen Slogan „Bürger‐Bewegung ins Parlament”, Björn Höcke und den „Flügel” sowie die Wahlziele der AfD.

Die Tagesstimme: Herr Berndt, Sie sind der Begründer des patriotischen Bürgerinitiative „Zukunft Heimat“ in Cottbus und haben dort seit mehreren Jahren Demonstrationen gegen die Asyl‐ und Migrationspolitik der Bundesregierung organisiert. Nun kandidieren Sie bei der Landtagswahl in Brandenburg auf Listenplatz zwei der AfD. Wieso nun dieser Schritt von der Straße in das Parlament?

Berndt: Bislang kandidiere ich ja nur, aber abgesehen davon dürfen Straße und Parlament für uns kein Gegensatz sein. Die Verteidigung des Eigenen, die Bewahrung und wo nötig die Wiederherstellung unseres Nationalstaates ist eine umfassende Aufgabe. Straßenprotest, parlamentarische Arbeit und metapolitische Hinterfragung müssen ineinandergreifen. Ich verstehe die AfD als Teil einer Volksbewegung und denke, dass ich als Stimme der Bürgerbewegung in der Partei wahrgenommen werde. Sollte ich in den Landtag gewählt werden, dann eben auch als Stimme der Bürgerbewegung im Parlament. Ich kandidiere schließlich auch mit dem Slogan: „Bürger‐Bewegung ins Parlament!

Die Tagesstimme: Werden Sie die Arbeit bei „Zukunft Heimat“ fortsetzen?

Berndt: Auf jeden Fall! Ich habe meinen Platz gefunden. Ich bin Teil der patriotischen Bürgerbewegung und kann mir nichts Besseres vorstellen. Und ich will meinen Teil dazu beitragen, um das Brandenburger Kooperationsmodell von AfD und Bürgerbewegung fortzuentwickeln.

Die Tagesstimme: In den Umfragen sieht es sehr gut aus für die AfD. Wie lautet das Wahlziel?

Berndt: Aus meiner Sicht gibt es zwei Ziele: Erstens so viele Stimmen wie möglich zu gewinnen und vielleicht sogar stärkste Kraft in Brandenburg zu werden. Zweitens mit der eigenen Stärke eine Regierungsbildung von SPD‐Linken‐Grünen zu verhindern.

Die Tagesstimme: Welche Themenschwerpunkte setzen Sie persönlich im Wahlkampf?

Berndt: Die Blickrichtung, die uns von den konkurrierenden Parteien unterscheidet: Die AfD hält am Volk und am Nationalstaat fest. CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne, zumindest ihre Führungen, verneinen das Volk (Habeck), definieren es zur Bedeutungslosigkeit um (Merkel) und halten den Nationalstaat für überholt. Daraus ergibt sich alles Weitere: Die Ablehnung der illegalen Masseneinwanderung, die Forderungen nach besserer Bildung (die Hälfte der Brandenburger Schüler lernt nicht richtig Lesen und Rechnen), einer vernünftigen Energie‐ und Umweltpolitik (Stopp des Baus von Windkraftanlagen, keinen ideologiegetriebenen Kohleausstieg) und mehr direkter Demokratie (Hürden für Volksentscheide senken), um Beispiele zu nennen.

Die Tagesstimme: In den vergangenen Wochen wurde intensiv über Richtungsstreits in der AfD und speziell über Björn Höcke und den „Flügel“ diskutiert. Können Sie die Kritik an Höcke nachvollziehen und wie stehen Sie zum „Flügel“?

Berndt: Diskussionen gehören zu einer lebendigen Partei, auch solche über Personen. Und auch Björn Höcke hat ein Recht darauf, kritisiert zu werden. Im Fall der AfD und speziell von Höcke werden Diskussionen aber immer wieder von Gegnern außerhalb der Partei befeuert. Das kennen wir seit Jahren, und das sollten alle berücksichtigen, die Höcke kritisieren. Ich kann und will mir eine AfD ohne Björn Höcke und den „Flügel” nicht vorstellen.

Die Tagesstimme: Obwohl die AfD stärkste Kraft werden könnte, haben die anderen Parteien eine Koalition mit der AfD bereits ausgeschlossen. Was halten Sie von dieser Ankündigung und wäre die AfD bereit für eine Regierung?

Berndt: Solange die anderen Parteien unter der Fuchtel von Globalisten stehen, käme für mich auch aus AfD‐Sicht keine Koalition in Frage. Sollten die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen für CDU und SPD schlecht ausgehen, wird sich Merkel nicht halten. Dann können sich neue Konstellationen ergeben. Angst vor einer Regierungsübernahme muss die AfD nicht haben. Nirgendwo in Deutschland. Was die jetzigen Regierungen in den Ländern und im Bund zu bieten haben, kann die AfD locker übertreffen.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview!

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Interview

Wiesinger: „Brauchen mehr Ehrlichkeit in der Kunst!”

Julian Schernthaner

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ASDF Bild (Odin Wiesinger in seinem Atelier, 2019): Michael Scharfmüller (Info-DIREKT - Das Magazin für Patrioten) [mit freundlicher Genehmigung]

Der patriotische Maler Odin Wiesinger polarisiert und sorgt damit für heftige politische Diskussionen. Im Gespräch mit der Tagesstimme reflektiert er über die jüngste Kontroverse um seine Person, die Wichtigkeit von Heimat und den Zustand der zeitgenössischen Kunst‐ und Kulturszene.

Die Tagesstimme: Sehr geehrter Herr Wiesinger – vor einigen Wochen sorgte österreichweit für großes Aufsehen, dass Sie von der FPÖ für einen Posten im Kulturbeirat des Landes Oberösterreich vorgeschlagen wurden. Hat Sie diese hohe Wertschätzung überrascht – und wie eng ist Ihre Beziehung zu den Freiheitlichen?

Odin Wiesinger: Das hat nichts mit Wertschätzung zu tun, sondern ich bin FPÖ‐Mitglied und wurde gefragt, ob ich für die FPÖ in den Kulturbeirat gehen möchte. Im Nachhinein betrachtet: Leider habe ich mich überreden lassen!

Die Tagesstimme: Nach dieser Ankündigung machten diverse linke Politiker sofort gegen Ihre Nominierung mobil. Verstehen Sie die Kontroverse um Ihre Person? 

Odin Wiesinger: Diese Kontroverse verstehe ich nur insofern, als dass diverse politische Parteien des linken Spektrums, sowie der – leider immer mehr -politisch agierende Kulturbetrieb ein Feindbild brauchen. Dass man aber hier mit Unterstellungen, Manipulationen und Denunziation arbeitet, um gegen mich Stimmung zu machen,  finde ich sehr bedenklich.

Ein Beispiel: Über mich können sie oftmals Folgendes lesen: der „Burschenschafter‐Künstler”, der „rechtsextreme Künstler” und so weiter. Liest man derartige Attribute auch bei anderen Künstlern? … Da könnte man mit Bestimmtheit manchen als „linksextremen, SPÖ‐, KPÖ‐, et cetera Künstler“ bezeichnen, aber es wird nicht gemacht!

Die Tagesstimme: Etwa gleichzeitig ließ die Unterstützung des umstrittenen Blutmalers Hermann Nitsch für die Grünen‐Kandidatin Sarah Wiener die Wogen nicht annähernd so hochgehen. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?

Odin Wiesinger: Kurze und klare antwort: JA!

Die Tagesstimme: Letztendlich entschieden Sie, von einem Einzug in den Kulturbeirat Abstand zu nehmen. Welche Gründe haben Sie dazu bewogen, von Ihrer Nominierung zurückzutreten? Gab es auch Drohungen gegen Sie oder Ihre Familie?

Odin Wiesinger: Diese ganzen Unterstellungen und ungustiösen Beschimpfungen haben in kürzester Zeit ein Ausmaß angenommen, das ich meiner Familie nicht auf Dauer zumuten wollte! Enttäuscht bin ich hier vom oberösterreichischen Landeshauptmann, der nur auf linke Zurufe reagierte, und mir nicht einmal die Möglichkeit einer Gegendarstellung beziehungsweise eines klärenden Gesprächs mit ihm gab.

Die Tagesstimme: Immer wieder unterstellen Ihre Kritikern Ihnen, sie würden rechtsextremes Gedankengut pflegen. Dabei verweisen sie auch auf streitbare Äußerungen Ihrerseits zu historischen Themen. Wie bewerten Sie solche Anschuldigungen?

Odin Wiesinger: Das sind keine Kritiker, sondern denkfaule Menschen, die jeden, der nicht sofort und eindeutig ihrem „linken Gedankengut“ und ihrer Weltsicht zuteilbar ist, als rechtsextrem bezeichnen!

Die Tagesstimme: Wie wichtig ist dennoch eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, um die Zukunft zu bewältigen?

Odin Wiesinger: Ich bin davon überzeugt, dass Geschichte keine „ideologische Einbahn“ sein sollte, und das passt natürlich so manchem nicht, der sich dann aus politischen Motiven heraus von vornherein einer kritischen Auseinandersetzung verweigert!

Die Tagesstimme: Im Zentrum der Kritik steht auch regelmäßig Ihre Altherrenschaft bei einer Mittelschulverbindung. Zurecht?

Odin Wiesinger: Ich bin Burschenschafter, und ich stehe dazu! Das ist ja auch nichts Verbotenes, auch wenn es den Grünen nicht gefällt, und von Teilen der Roten nicht erwünscht ist – die damit ihre Geschichte leugnen, denn die Begründer der österreichischen Sozialdemokratie, Adler und  Pernerstorfer, waren Burschenschafter!

Die Tagesstimme: Viele Ihrer Werke widmen sich tatsächlich Elementen aus der studentischen Tradition. Welche wichtigen Lehren nimmt ein Mensch von dieser für viele Leute kaum verständlichen Welt fürs Leben mit?

Odin Wiesinger: Richtig, einigen meiner werke liegen studentische/burschenschaftliche Motive zugrunde. Einige davon sind in Österreich, in der BRD und in der Schweiz zu finden, sogar in Chile und Amerika! Der Wahlspruch der Burschenschaft „Ehre – Freiheit – Vaterland“ hat meines Erachtens nach allgemeine Gültigkeit im Leben eines jeden Menschen.

Die Tagesstimme: Mehrere überregional bekannte, heimatverbundene Mundartdichter wie Franz Stelzhamer, Ludwig Luber oder Hans Schatzdorfer kamen wie Sie aus dem Innviertel, ebenso die Bildhauerdynastie Schwanthaler. Zahlreiche Maler wie Wilhelm Träger, Max Schlager oder Hans Schachinger wirkten ebenso in der Region. Als Andorfer Urgestein: Was macht das Innviertel für Künstler aller Art so attraktiv?

Odin Wiesinger: Es ist die Mischung aus Landschaft und Menschen, welche den Charakter einer Region prägt … leider werden die „echten“ Innviertler immer weniger! Aber ich möchte dazu einfach den „Franz aus Piesenham“ [Stelzhamer, Anm. der Red.] zitieren:

Frisch außa, was drin is,
nöt kriachn am Bauch,
frei d´Hand göbn,
ins Gsicht schaun,
is Innviertler Brauch.“

Die Tagesstimme: Ihre Malkunst sticht durch realistische Bilder hervor. In der Vergangenheit äußerten sie sich immer wieder kritisch über abstrakte und aktionistische Kunst. Glauben Sie, gegenständliche Kunst kann zeitnah eine Renaissance feiern?

Odin Wiesinger: Zur Zeit arbeite ich hauptsächlich realistisch. Natürlich habe ich mich auch kritisch über Kunst geäußert, da meiner Meinung nicht alles, was uns von Seiten der Medien als „abstrakte Kunst“ verkauft wird, auch Kunst ist! Der Aktionismus, wie ihn eine Wiener Gruppe prägte,  war nie „meine Sache“.

Der Begriff ‚Renaissance’ ist vielleicht übertrieben, denn die gegenständliche Kunst war ja nie weg, obwohl sich das mancher gewunschen hätte! Mein Professor an der Kunsthochschule forderte immer „mehr Ehrlichkeit“ in der Kunst, das würde uns heute bestimmt nicht schaden.

Die Tagesstimme: Die linksgerichtete Plattform ‚Stoppt die Rechten’ hat wegen Ihrer Künstlersignatur eine Strafanzeige eingebracht, weil diese der historisch belasteten Odalrune ähnlich sehen soll. Wie bewerten Sie diesen Vorstoß – und was drückt Ihre Signatur tatsächlich aus?

Odin Wiesinger: Ich habe, um meine Skulpturen zu signieren,  vor ca. 25 Jahren (!!!) ein sogenanntes „Steinmetzzeichen“ in der Tradition der Dombauhütten kreiert. Es besteht aus einem O, einem W und den zwei i‐Punkten.

Diese Strafanzeige, das ist Denunziantentum, wie man es mit dem Ende der DDR und damit verbundener Stasi‐Methoden überwunden glaubte. Ein widerlicher Polit‐Aktivismus, der hier von dieser Plattform und einem ex‐Politiker der Grünen betrieben wird!

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Gespräch!

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Interview

Praktizierender Katholik zu sein ist beinahe schon ein rebellischer Akt”

Monika Šimić

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ASDF Symbolbild: Erst vor kurzem startete der neue Podcast "Jung. Europäisch. Direkt" / Bild: Pottcast

Im patriotischen Milieu entstehen immer mehr Projekte. Wir haben mit einem jungen Mann über seinen neuen Podcast und das Thema Katholizismus und die Neue Rechte gesprochen. Am Ende hat er uns auch schon den Namen des Gastes für die nächste Podcastfolge verraten.

Die Tagesstimme: Möchtest du dich unseren Lesern zu Beginn kurz vorstellen? 

Sehr gerne! Mein Name ist Maximilian. Ich bin 18 Jahre alt und komme aus Nordrhein‐Westfalen. Meine Interessen liegen sowohl bei klassischen Jugendbereichen, als auch bei deutscher und europäischer Kultur. Ich schaue gerne Fussball, bin Kirchgänger – höre von Rapmusik bis hin zu klassischer Musik alles. 

Die Tagesstimme: „Jung.Europäisch.Direkt“ – so lautet der Name deines Podcasts. Was erwartet die Hörer und worin unterscheidet sich dein Podcast von anderen? 

Es ist in erster Linie ein Sprachrohr, ich muss endlich den Mund aufkriegen und für meine Standpunkte einstehen. Diesen Podcast unterscheidet viel von anderen Podcasts. J.E.D. ist nicht sonderlich strukturiert und besitzt auch keine festen Uploadtermine. Im generellen kann ich freier agieren, meine Wunschgäste einladen wann ich will und die Themen behandeln, welche ich gerne behandeln will. Klar gehe ich auch auf Zuhörerwünsche ein, jedoch besitze ich eine lange Notizliste, auf denen bereits Themen stehen, welche von jungen Europäern definitiv noch angesprochen werden sollten. Generell unterscheidet sich mein Podcast von anderen durch die Freiheit, welche ich bei der Ausübung meiner »Agitation« habe. 

Die Tagesstimme: In der ersten Folge, die ja bereits online (hier nachhörbar) ist und in der es unter anderem um politische Theorien, Europa und die soziale Frage, Theologie, Lifestyle und Aktivismus geht, erklärst du, dass du Katholik bist. Was bedeutet es für dich persönlich in der heutigen Zeit praktizierender Katholik zu sein? 

Praktizierender Katholik zu sein, vorallem in meiner Altersklasse, ist beinahe schon ein rebellischer Akt. Freilich gibt es jene Liberalkatholiken vom Land, die Diversität und Nächstenliebe predigen, jedoch stehe ich konträr zu solchen Positionen. Ich gehe, wie bereits gesagt wurde, regelmäßig in die Kirche – doch dabei bleibt es nicht. Ich beschäftige mich mit katholischer Weltgeschichte und sehe eine Linie an Verteidigern des Glaubens in der Vergangenheit, nun in der Gegenwart bröckeln die Grundpfeiler des Katholizismus. Wir, sofern wir uns wirklich noch als »Konservative« verstehen wollen, müssen sanieren. Dazu später mehr, denn ich schweife ab.

Die Tagesstimme: Du erwähnst zu Beginn deiner ersten Folge auch gleich den schwarzen Kardinal Robert Sarah, der immer wieder für Schlagzeilen sorgt, indem er sich kritisch zur Massenmigration äußert und vor dem „Untergang“ Europas warnt. Findest du, dass dies eine berechtigte Warnung ist? 

Selbstverständlich, Kardinal Sarah wäre sogar ein Wunschpapst meinerseits. Es klingt ironisch wenn ein »Rechter« sich einen schwarzen Papst wünscht, jedoch ist dieser Kardinal um einiges anständiger, markant konservativer und pro europäische Völker als bestimmte Elemente der aufkommenden Rechtsströme in Deutschland, die keinen wirklichen Strich zwischen Ethnie und Staatsbürgerschaft setzen können oder wollen.

Die Tagesstimme: Die jungen Europäer stehen deiner Meinung nach in „einer Tradition von christlichen Märtyrern, die sich geopfert haben“ und die diese Tradition auch auf friedliche Art und Weise in die heutige Zeit übertragen sollten. Wie ist das genau gemeint und wie könnte diese „Tradition“ übertragen werden? 

Diese Frage ist eine sehr gute Frage und ebenso die Möglichkeit meine Ausschweifung bezüglich der Frage zur heutigen Praktizierung des Katholizismus freien Lauf zu lassen. Katholizismus ist Vertrauen zu Gott in radikalster Form, wir stehen Rücken an Rücken in einem Meer aus Unvernunft und Vernichtung, freilich kämpfen wir mit den Karten welche uns gegeben wurden, wir bleiben friedlich.

Nun komme ich zu dem „Wie?” und das ist der schwierigste Punkt. Klar, man kann beten. Klar, das Vertrauen an Gott ist unzerrüttelbar – jedoch sollten wir Widerstand leisten. Wir werden Europa nicht durch Religion retten, jedoch muss jene eben mit überstehen, sonst bricht Europa auseinander. 

Wir sollten alle Themen von Migration bis Umwelt abdecken aber auch die theologischen, bei mir wohl eher integralistischen Ansätze aber nicht ausser Acht lassen. Wir sollten die Kirche, welche unter Liberalismus, Achtundsechzigertum und den vermeintlichen »Werten« der »Aufklärung« zu leiden hat, unterstützen und retten. 

Die Tagesstimme: Du sprichst in deiner ersten Folge auch darüber, dass viele Menschen aus der Kirche austreten. Wie könnte es der Kirche gelingen, die Menschen zu halten und vor allem auch für junge Menschen attraktiv zu bleiben? 

Das wird keine Aufgabe der Kirche sein, wenn die Menschen erst wieder anders und heimatlicher ihr Leben leben, finden sie auch so wieder zu Gott. Die breite Wiederfindung zu Gott wird durch eine gesamtkonservative Revolution als Nebenerscheinung auftreten, da bin ich mir doch sehr sicher.

Die Tagesstimme: Menschen und besonders Katholiken in Osteuropa sind, wie du betonst, viel traditioneller, religiöser. Geistliche bedienen sich teilweise „identitärer Rhetorik“ und seien identitären Aktivisten gar nicht so unähnlich, wie du behauptest. Denkst du, dass es bei Geistlichen in Mittel‐ und Westeuropa in dieser Hinsicht noch zu einer Wende kommen kann, oder ist es bereits zu spät? 

Aufgrund der Zersetzung der Kirche in Westdeutschland durch 68er, Liberale im Priestergewand und seltsame Multikulti‐Spender wird es tatsächlich zu spät sein. Klar gibt es konservative Inseln im Westen, die sterben aber Stück für Stück aus.

Die Tagesstimme: Zum Schluss noch eine letzte Frage zum Podcast – ist der Name des Gastes für die nächste Podcastfolge noch geheim, oder dürfen ihn unsere Leser vorab schon erfahren? 

Roman Möseneder hat bereits eine Einladung zum Podcast angenommen.

Die Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview! 

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