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Meinung

Kolumne: Auch linksliberale Journalisten können positiv überraschen

Redaktion

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am

Symbolbild: By Rainer Surrey (Mediengruppe Madsack) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

In seinem ersten Kolumnen‐Beitrag zeigt sich Tagesstimme-Chefredakteur Stefan Juritz erfreut über wichtige Wortmeldungen linksliberaler Journalisten. Außerdem macht er den Kritikern patriotischer Medienarbeit ein Angebot.

Kolumne von Chefredakteur Stefan Juritz

Anfang der Woche wurde bekannt, dass die Staatsanwalt Graz Anklage gegen insgesamt 17 Aktivisten der Identitären Bewegung Österreich erhebt. Die Vorwürfe lauten unter anderem: Verhetzung, Sachbeschädigung und die Bildung einer kriminellen Vereinigung. Praktisch alle Medien in Österreich berichteten und in den sozialen Netzwerken sorgten die Meldungen für äußerst kontroverse Diskussion.

Mediale Überraschung

Groß war natürlich die Schadenfreude bei Gegnern und Kritikern der Identitären: „Endlich geht die Justiz gegen die ‚Neofaschisten’/‚Rechtsextremen’ vor”, so der allgemeine Tenor im linken Lager. Und der eine oder andere hoffte sogar, dass es nach dieser Anklage auch der FPÖ an den Kragen gehen könnte – schließlich hätten Identitäre und FPÖ ähnliche Ziele. Warum mit dem sogenannten „Mafiaparagraf” nicht auch gleich gegen die freiheitliche Regierungspartei vorgehen? Wenn man schon dabei ist, sollte man doch gleich tabula rasa machen.

Überraschend und zugleich erfreulich in dieser Diskussion waren aber die Wortmeldungen mehrerer bekannter Journalisten, die sich – obwohl politisch völlig anders als die Identitären verortet – nicht der Schadenfreude hingaben, sondern die Anklage nach § 278 StGB kritisch kommentierten. Falter-Chefredakteur Florian Klenk etwa schrieb: „Ob der § 278 hier richtig ist? Ich denke, man sollte sich hier nicht mit schwammigen Paragrafen helfen, sondern jede einzelne Tat anklagen, beweisen und aburteilen.” Der bekannte linke Autor und Standard-Journalist Robert Misik pflichtete Klenk umgehend bei – zu Recht, wie ich finde.

Heute Identitäre, morgen Umweltschützer oder Antifa‐Gruppen?

Man kann die Identitäre Bewegung natürlich für ihre Ansichten und Aktionen kritisieren. Vielleicht haben sie es mit ihrem Aktionismus manchmal übertrieben. Und natürlich: Dort, wo es zu Gesetzesverstößen kommt, müssen die Behörden aktiv werden. Aber ist es gerechtfertigt, eine politische Gruppe wie die Identitären, die sich ihre Protestformen vor allem bei NGOs wie Greenpeace abschaut, als „kriminelle Vereinigung” anzuklagen? Den jetzigen Kritikern ist ganz sicher noch der „Tierschützerprozess” aus den Jahren 2010/2011 in Erinnerung geblieben, und deshalb auch ihre ablehnende Reaktion.

Dass die Kritik an der Anklage nicht nur aus patriotischen Kreisen, sondern auch aus dem linksliberalen bis stramm linken Milieu kommt, war trotzdem überraschend. Umso erfreulicher, dass mit Florian Klenk einer der bedeutendsten österreichischen Journalisten Stellung bezogen und damit Weitblick und eine gewisse geistige Offenheit bewiesen hat. Denn was den Identitären nun vorgeworfen wird, könnte später einmal auch andere – dann vielleicht linke – Gruppen und NGOs treffen.

AK Nautilus veröffentlicht Extremismus‐Recherche

Gerade aktuell zur Diskussion um die Identitären veröffentlichte der Arbeitskreis Nautilus (zu dem auch Die Tagesstimme gehört) am Montag seine erste Recherche‐Arbeit zum Thema „Extremismus” (hier gibt es den Text zum Download). In der Fallstudie konnte der Co‐Leiter der Identitären Bewegung Österreich, Patrick Lenart, auf den Begriff des (Rechts-)Extremismus allgemein und auf den Rechtsextremismus‐Vorwurf gegenüber den Identitären speziell eingehen. Den Text will der AK Nautilus dabei als einen Beitrag zur Extremismus‐Debatte in Österreich verstanden wissen.

Von Gegnern der Identitären kam bisher leider kaum inhaltliche Kritik an der Fallstudie. Man begnügte sich auf Twitter eher mit personenbezogener „Kritik”, bezeichnete den AK Nautilus und Die Tagesstimme wahlweise als „Propagandablatt” der Identitären oder der FPÖ. Nun trifft beides natürlich nicht zu, denn Nautilus und dessen Projekte sind unabhängig von allen Organisationen und Parteien, und das wird auch in Zukunft so bleiben. Wir berichten stets differenziert und vielseitig (führten beispielsweise Interviews sowohl mit Identitären als auch mit Grünen und Sozialdemokraten), bemühen uns bei den Recherchen um größtmögliche Objektivität und lassen uns in unserer journalistischen Arbeit keinerlei Vorschriften machen.

Ein Angebot an die Kritiker

Den Kritikern der Studie mache ich auch gerne ein Angebot: Jeder kann einen sachlichen Kommentar schreiben, in dem er (oder sie, natürlich) inhaltliche Fehler aufzeigt. Der Arbeitskreis Nautilus wird den Text als kritische Replik veröffentlichen. Uns geht es nämlich vor allem darum, einen Debatten‐Beitrag zu leisten und so zur demokratischen Willensbildung in unserer Gesellschaft beizutragen. Vielleicht überraschen mich nicht nur Klenk, Misik und Co, sondern auch die sogenannten „Rechtsextremismus‐Experten”, wer weiß.

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Antonio Strolz

    19. Mai 2018 at 12:52

    Gutes Angebot an Personen jeglicher politischer Richtung mitzudiskutieren!

    Ich hoffe, dass dieses Diskussionsangebot auch angenommen wird!

    Wir sind doch alle Demokraten – oder?

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Meinung

Nichts ist falsch daran, für Politiker zu beten, aber…”

Redaktion

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am

von

ASDF Bild: Sebastian Kurz / By Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (OSZE 2017 Mauerbach) [CC BY 2.0 ], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Jeden Sonntag wird in unseren Kirchen „für alle, die in Politik und Gesellschaft Verantwortung tragen” gebetet. Nichts daran ist ungewöhnlich und jeder Christ sollte sich diesem Gebet anschließen. Verantwortungslos ist es aber, eine vergeistigte Stimmung und »offene Kanäle« dafür zu missbrauchen, politische Botschaften zu verankern.

Kommentar von Raphanus

Awakening Europe veranstaltet Festivals aus einer Mischung zwischen Popkonzert und Gebetstreffen auf der ganzen Welt, mit dem Ziel, Menschen zu Jesus zu führen und durch Gebets‐ und Lobpreistreffen Veränderung in den Herzen der Menschen zu bewirken. Das Evangelium wird gepredigt, Gottes Güte und Kraft soll gezeigt und der Heilige Geist persönlich erfahrbar gemacht werden.

Gebet für Politiker

Es wird gebetet und es wird viel und intensiv gebetet. Es wird getanzt, gesungen, gespürt und geweint. Viele erfahren die Nähe Gottes, was eine intensive und stärkende Glaubenserfahrung sein kann. In einer christlichen Welt, die in den letzten Jahrzehnten hauptsächlich von eingeschlafenen »Papierchristen« verwaltet wurde, eine aus christlicher Sicht wichtige und entscheidende Entwicklung. Kirchen brauchen junge und engagierte Leute, die das geistige Vakuum mit Leben füllen – ein ernstzunehmendes christliches Angebot stellen.

Selbst wenn bei einer dieser Veranstaltungen für einen bestimmten Politiker gebetet wird, ist nicht unbedingt etwas dagegen einzuwenden. Politiker sind Menschen und jeder Mensch kann sich über Segen und die Führung Gottes glücklich schätzen und noch viel mehr über Menschen, die für ihn beten.

Gebete sollen keine politische Botschaft haben

Aus einer begrenzt‐menschlichen Sicht sollte das aber immer neutral passieren und der Weisheit Gottes anvertraut werden. Wir sollten nicht dafür beten, dass diese oder jene Partei gewinnt, sondern dafür, dass alle, die Verantwortung tragen, inspiriert werden und in ihrem Bereich die richtigen Entscheidungen treffen.

Von daher mutet es ein wenig eigenartig an, wenn der Prediger, der zuvor 10.000 jungen Menschen das Herz geöffnet hat, plötzlich mit ÖVP‐Chef Sebastian Kurz auf der Bühne steht und „Gott so sehr für die Weisheit und das Herz, das er ihm für sein Volk gegeben” hätte, dankt. Das ist eine klare politische Botschaft und alles andere als neutral formuliert.

Charismatische Bewegungen werden wegen ihrer »schwer verifizierbaren« und sehr persönlichen Erfahrungen, die sie bei den Menschen auslösen, immer auch sehr kritisch beäugt. Gerade deshalb haben unterschwellige und erst recht keine politischen Botschaften bei so intensiven und emotionalen Glaubensfesten etwas verloren.

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Meinung

Kolumne: Der Widerstand ist kein Teekränzchen

Patrick Lenart

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ASDF

Egal ob an heißen Sommertagen in stickigen Marathonsitzungen, auf regnerischen Demos mit dem Megaphon in der Hand, in durchgemachten Nächten hinter dem Laptop oder in kaffeegetränkten Verhören – die Arbeit an der patriotischen Wende ist mühevoll. Was uns dabei anspornt und Hoffnung gibt, ist nicht nur der gute Zweck, sondern auch die Kameradschaft mit allen, die sich freiwillig für den gleichen Weg entschieden haben.

Kommentar von Patrick Lenart

Ich habe diese Kameradschaft schon oft selbst kennengelernt: Als ich mit einer Handvoll Unbekannter eine Reihe bildete, um einen Antifa‐Angriff abzuwehren. Als ich mich bei einer sitzenden Gruppe einhakte, um die CDU‐Zentrale in Berlin zu blockieren. Als sich Demonstranten bei der Wien‐Demo gemeinsam dem Steinhagel stellten. Als mir Menschen mit Spenden dabei halfen, den Vernichtungsversuch der Staatsanwaltschaft zu überstehen.

Es waren Menschen aus den unterschiedlichsten Lagern innerhalb des patriotischen Milieus – Liberale wie Konservative, Katholiken genauso wie Heiden, Nationale wie Monarchisten, Sozialisten wie Libertäre. Jeder Einzelne davon wusste, wie unwichtig unsere weltanschaulichen Differenzen im Angesicht der drohenden Katastrophe sind. Und sie wussten: Nicht eitle Streitigkeiten, sondern nur gemeinsames Handeln bringt uns vorwärts.

Die Stillen und die Maulhelden

Es sind vor allem die stillen und unscheinbaren Charaktere, die sich dann in den entscheidenden Stunden als die echten Patrioten erweisen. „Ich erfülle nur meine Pflicht gegenüber der Heimat. Das ist ja selbstverständlich” – das kann man oft aus ihren Mündern hören. Ich habe in den letzten Jahren gemerkt, dass sich im patriotischen Milieu wohl die selbstlosesten Menschen einfinden, die unser Volk zu bieten hat.

Aber ich habe auch ihr Gegenteil kennenlernen müssen: Jene Maulhelden, die zwar auf Kosten anderer möglichst radikale Töne spucken, die aber in den entscheidenden Stunden feige das Weite suchen. In den letzten Tagen habe ich solche anonymen Maulhelden vermehrt in den sozialen Medien sehen müssen. Dennoch: Es kostete mich höchstens ein Lächeln.

Kein Twitter‐Teekränzchen

Denn der Widerstand spielt sich im echten Leben ab – in den vielen guten und schlechten Momenten, die uns trotz aller Unterschiede immer wieder zusammenschweißen. Und in den vielen Wagnissen, welche die Fronten zwischen Idealisten und Maulhelden klären. Das ist die echte Bruchlinie: zwischen jenen, die aus Pflichtgefühl an der Wende arbeiten, und jenen, welche diese Arbeit sabotieren.

Das ist der entscheidende Bruch und er verläuft nicht nach Geschlecht, Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung. Und schon gar nicht verläuft er an den unterschiedlichen – heute unwichtigen – weltanschaulichen Befindlichkeiten. Wir sitzen nicht beim genüsslichen Teekränzchen mit Leuten zusammen, die unseren persönlichen Vorlieben entsprechen. Wir ringen – vielleicht ein letztes Mal – mit dem Schicksal. Wollen wir eine freie, geeinte Heimat erstreiten – müssen wir diese schon heute im Kleinen sein.

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Wort zum Sonntag: „Schützt eure Kirchen vor falschen ProphetInnen!”

Redaktion

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von

ASDF Symbolbild: Anders Hellberg [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

An einer jungen, frischen und inspirierten Kirche liegt es, falsche Propheten klar zu benennen und ihre Stimme gegen sie zu erheben. Gerade auch dann, wenn es nicht dem Zeitgeist entspricht und wenn selbst altgediente Autoritäten den Weg Gottes aus den Augen verlieren.

Eine Kolumne von Raphanus

Paul Zulehner ist katholischer Priester, emeritierter Theologieprofessor und hielt dieses Jahr die Pfingstpredigt in Weiz. Das Wirken und der Geist Gottes war sein Thema; und Aufbruch und Zuversicht stellte er in den Mittelpunkt seiner Predigt. Mit der Wahl des neuen Papstes Franziskus habe sich die Lage der Kirche tiefgreifend verändert und die Weltkirche erlebe derzeit ein neues Pfingsten mit der – oh Wunder! – neuen Prophetin Greta Thunberg!

Greta als Verkünderin des neuen Evangeliums?

Gott sei in allem gegenwärtig und durch das Wirken Gottes durch uns Menschen sei jetzt schon ein Stück Himmel auf die Erde gekommen – eben mit Greta als „Prophetin” und den vielen Schülerinnen und Schülern, die nun endlich „revolutionär” geworden seien und den säumigen Erwachsenen gehörig ins Gewissen redeten. Der liebe Gott ein Revolutionär, mit Greta als Verkünderin des neuen Evangeliums?

Im Katechismus lesen wir, dass das Kommen des Gottessohnes so gewaltig war, dass es durch die Jahrhunderte von Gott vorbereitet und durch den Mund der Propheten angekündigt wurde. All die Riten und Opfer, Gestalten und Sinnbilder liefen auf dieses Kommen zu. Auch die Propheten des neuen Bundes nahmen in ihrer Verkündigung immer Bezug auf den Herrn.

Greta Thunberg ist in der Tat eine medienwirksame Galionsfigur und die Sinnhaftigkeit, unseren Planeten zu schützen und etwas für das Klima zu tun, ist unumstritten. Wie auch immer Greta und die Menschen um sie herum es schaffen, mediale Reichweite zu generieren, sollte man die Kirche doch im Dorf lassen: Denn gute PR macht noch lange keine Prophetin.

Jeder Hype geht mal zu Ende

Zulehner ist auf Grund seines Hintergrunds gern gesehener Referent und durch seinen wissenschaftlichen Hintergrund und sein geistliches Wirken haben seine Worte Gewicht und Einfluss auf Kirche und Gemeinde. Er und alle mit ähnlichem Einfluss sollten daher ihre Worte mit Bedacht wählen. So er nicht von Gott kommt, ist jeder Hype einmal zu Ende und alle, die heute vorschnell eine neue Prophetin verkünden, wollen morgen sicher nicht zu den Irrlehrern zählen. Es liegt auch an uns Christen, darauf aufmerksam zu machen.

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