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Technik

Smartwatch”: Die neue Uhren‐Generation im Test

Redaktion

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Symbolbild: Smartwatch (Pixabay/CC0)

Vorbei sind die Zeiten, in denen man eine Armbanduhr nur wegen der Zeitanzeige oder als modisches Accessoire getragen hat. Die neuen „Smartwatches” bieten einige neue Funktionen und sollen damit das Leben im digitalen Zeitalter erleichtern. Die Tagesstimme hat die neue Uhren‐Generation einem Test unterzogen.

Eine „Smartwatch” („schlaue Uhr”) ist eine elektronische Armbanduhr, mit der man nicht nur die Uhrzeit anzeigen kann. Sie verfügt über zusätzliche Funktionen, die es erlauben, die Uhr beispielsweise mit dem eigenen Smartphone zu verbinden. Der folgende Artikel ist eine allgemeine Zusammenfassung der wichtigsten Features und deren Bewertung; ein Vergleich zu bisherigen analogen oder digitalen Uhren.

Basisfunktion Uhr:

Die Ur‐Funktion jeder Zeitanzeige ist stark eingeschränkt. Um die Akkulaufzeit nicht mehr als nötig zu strapazieren, wird die Anzeige auf ein Minimum reduziert. Im Extremfall wird die Uhr komplett ausgeblendet und ist nur mit einem Druck auf das Uhrglas einschaltbar. Wenn die „Smartwatch” eingeschaltet ist, ist sie fast immer beleuchtet. Wenn diese Beleuchtung nicht mit der aktuellen Helligkeit des Raumes abgestimmt ist, blendet die Anzeige in der Nacht, die an Dunkelheit gewohnten Augen und bei Tag ist die Anzeige schlecht zu entziffern.

Ist der Akku einmal leer, gibt es keine Anzeige der Uhr mehr und hoffentlich hat der Smartwatchhersteller daran gedacht, die Einstellung und den Lauf der Uhr mit einem zweiten Akku weiterzubedienen. Ansonsten darf man jedes Mal, wenn der Akku leer ist, die Uhr neu einstellen.

Wasserdicht:

Achtung! IP67 ist nicht IP68‐Standard. Für eine handelsübliche Uhr ist Wasserdichtheit zumindest für fünf Meter Tiefe Standard, aber bei „Smartwatches” – vor allem bei den billigeren Nonameprodukten – kann man hier durchaus negative Überraschungen erleben. Die Funktion des Touchscreens unter Wasser ist nicht bei jeder „Smartwatch” gegeben.

Akku:

Die Akkulaufzeit ist verglichen mit einer bisher verwendeten normalen Uhr nie vergleichbar. Nur die wenigsten Modelle schaffen mehr als einen bis zwei Tage und das auch nur im Standby‐Modus. Wenn ich die Uhr als „Smartwatch” verwende, ist eine Laufzeit von einem Tag schon gut. Für jemanden, der immer eine Uhr trägt, kann das zum Problem werden. Manche „Smartwatches” haben daher einen Stromsparmodus integriert. Entweder wird die Anzeige komplett abgeschaltet oder es wird auf eine alternative passive (also nicht selbst leuchtende LED‐) Anzeige umgeschaltet. Die Anzeige ist schlecht lesbar, benötigt selbst aber nur ganz wenig Energie. Die Akkulaufzeit für diese Variante wird immerhin schon mit einem Monat angegeben.

Ein wechselbarer Akku ist (wie auch inzwischen bei den meisten Handys) für keine einzige Uhr verfügbar. Ein auswechselbarer Akku, wenn der Akku alt und „müde“ geworden ist, ist auch nicht Standard. Hier sollte man beim Einkaufen auf jeden Fall nachfragen, ob man einen alten Akku austauschen kann.

Zum Laden der Uhr muss die Uhr immer abgenommen werden. In den meisten Fällen braucht man eine eigene spezielle Ladestation, weil viele „Smartwatches” nur berührungsfrei aufgeladen werden können. Wenn eine Mini‐USB‐Schnittstelle verfügbar ist, ist sie schlecht erreichbar. Für jene, die ihre „Smartwatch” unterwegs aufladen wollen, ist eine zweite Ladestation am Arbeitsplatz und vielleicht sogar eine dritte Ladestation im Auto notwendig. Für einige Modelle ist ein Laden im Auto de facto unmöglich, weil es keine Schnittstellen zwischen dem 12V‐Autozigarettenanzünder und der Ladestation der „Smartwatch” gibt. Nicht alle Ladestationen vertragen sich mit den Uhrbändern. Da gibt es selbst im Hochpreissegment eine Menge unschöner Lösungen.

Bei den meisten „Smartwatches” ist die Lebenszeit nach den üblichen 200–400 Ladungen zu Ende und es muss (ein teurer) neuer Akku oder eine neue „Smartwatch” gekauft oder getauscht werden (zusätzliche Arbeitszeitkosten). Auch wenn der Preis einer „Smartwatch” durchaus an eine bisher verkaufsübliche Quarzuhr oder Digitaluhr heranreicht, über die Jahre ist hier um einiges mehr in die eigene Uhr zu investieren, denn an die Lebensdauer einer normalen Uhr reicht ein Akku nicht heran.

Bluetooth Verbindung:

Diese muss dauerhaft eingeschalten sein. Nur die wenigsten „Smartwatches” kommen ohne Handy-„Mutter“-Gerät aus. Die üblichste und meist einzige Verbindung ist über Bluetooth. Wer auf Privatsphäre nicht verzichten will, braucht dazu trotzdem eine Bluetooth‐Freisprecheinrichtung. Im Extremfall hat man dann mit dem Handy, der „Smartwatch” und der Freisprecheinrichtung schon drei Geräte, die abends zum Aufladen in ihre Ladegeräte gesteckt werden müssen. Nicht alle Geräte (Handy bzw. „Smartwatch”) schaffen es, zwei Bluetooth‐Verbindungen gleichzeitig aufrechtzuerhalten.

Bedienung:

Bei diesem Punkt scheiden sich die Geister. Jeder hat hier seine eigenen Vorlieben und Abneigungen.
Zugegeben: Eine „Smartwatch” hat aufgrund ihrer Größe nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten. Es beginnt beim Touchdisplay, das aufgrund der Uhrengröße auf Wischen und Tippen mit einem Finger beschränkt ist. Manche Touchdisplays funktionieren mit Handschuh, andere nicht.
Die Lünette (Ring um dem Ziffernblatt) lässt sich bei einigen Uhren im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen und wechselt so zwischen den einzelnen Anzeigen der Uhr hin und her. Den ursprünglichen Sinn, die Restzeit für Taucher einzustellen, ist aber damit dahin.

Die Spracheingabe ist durch den Abstand der Hand zum Mund immer etwas eingeschränkt und funktioniert selten auf Anhieb. Wenn dann mangelnde Softwareunterstützung dazukommt, macht es die Probleme damit komplett. Die Hintergrundgeräusche limitieren die Spracheingabe in ihren Möglichkeiten.

Die Gestensteuerung hat schon bei Handys nicht wirklich funktioniert, bei Uhren ist das Problem noch größer. Wenn dieser Punkt bei den technischen Daten der „Smartwatch” angegeben ist, vergessen sie ihn am besten gleich wieder. Manche „Smartwatches” reagieren auch auf Schütteln, aber diese Handbewegung ist im Alltag so gebräuchlich, dass sich die Uhr entsprechend oft unwillkürlich einschaltet und damit den Akku entsprechend belastet.

Telefonieren:

Wenn das Telefonieren über die „Smartwatch” +berhaupt direkt funktioniert, so nur über eine Freisprecheinrichtung. Sprich: Entweder ohne Privatsphäre über einen Lautsprecher in der „Smartwatch” selbst oder über eine Bluetooth‐Freisprecheinrichtung (wieder ein Gerät mehr zum Laden). Zu beachten ist auch, dass selbst wenn eine „Smartwatch” eine eigene SIM‐Karte enthält, sie nicht unbedingt ohne Handy auskommt. Wenn eine eSIM‐Karte im Gerät eingebaut ist, muss diese als Zweitkarte konfiguriert sein. Nicht jeder Provider unterstützt das. Die „Smartwatch” funktioniert zwar dann als Handy, aber ein normales Handy ersetzt es deswegen noch nicht. Manche Funktionen wie Whatsapp lassen sich nur bei eingeschaltetem Handy verwenden.

Betriebssystem – OS:

Bei den Betriebssystemen gibt es zwei Marktführer. Von Apple das WatchOS und von Google Android das WearOS. Entscheidend ist, mit welchem Handybetriebssystem sich die „Smartwatch” besser verbinden lässt. Die Kompatibilität ist selbstverständlich am besten, wenn das Handy und die „Smartwatch” das gleiche Betriebssystem haben. Auch Drittanbieter mit ihrem eigenen Betriebssystem können sich gut auf WearOS oder WatchOS anbinden.

Apps:

Die Möglichkeiten der Apps sind aufgrund des kleinen Bildschirms sehr eingeschränkt. Zusammen mit den vielen möglichen Sensoren gibt es zwar Potential, aber bis dato bestehen die Apps selten die Na‐Und‐Probe. Standardapps wie Kalender, Notizen, Kontakte, Taschenrechner und Synchronisation mit dem Handy sollten auf jeden Fall dabei sein.

Bildschirm:

Wer auf das Design Rücksicht nimmt, wird sich eher eine runde Uhr kaufen. Damit verzichtet er aber auf die Vorteile eines rechteckigen Bildschirmes. Die Informationsanzeige auf einem runden Display kommt nicht an die eines viereckigen Displays ran. Die Hersteller versuchen zwar „die Quadratur des Kreises“, aber die Realität setzt hier ihre Grenzen.

Die Leuchtstärke des Bildschirmes ist eine wichtige Sache. So manche Modelle sind bei Sonnenlicht nur noch schwer zu entziffern. Hier einen kurzen Testlauf bei Sonnenlicht, statt im Neonröhrenbeleuchteten Geschäft zu starten, kann den Augeninnendruck senken.
Bei einigen Uhren wird gemunkelt, dass sich das Uhrbild in die Maske einbrennt, einen faktischen Beweis dafür ist man noch schuldig geblieben.

Fitnessfunktionen:

Gerade die Smartwatch eignet sich wie kein anderes Handygadget für Fitnessfunktionen. Es liegt an der Haut an und hat damit Kontakt zu den Blutgefäßen. Über eine kleine Kamera an der Unterseite der Uhr können Puls und Sauerstoffgehalt gemessen werden. Das GPS schreibt die Bewegung mit und das Gyroskop dient als Schrittzähler.

Da können eine Menge Sensoren auf engstem Raum im Handy eingebaut sein. Nach Auswertung aller verfügbaren Quellen und nach eigener Erfahrung kann man sagen, dass diese Sensoren in einer neuen „Smartwatch” üblicherweise funktionieren. Faktoren wie verschmutzter Sensor, Haare, sehr dunkle Haut, Tätowierungen, zu lockeres Armband oder auch Kälte beim Messvorgang beeinflussen zwar die Messergebnisse, aber darauf hat der Sensor keinen Einfluss. Ausdauersportarten mit längeren gleichbleibenden Messergebnissen zeigen genauere Werte als Kampf‐ oder Kraftsportarten. Alles in allem kann man sagen, dass die Sensoren gut arbeiten.
Wer bessere Messergebnisse braucht, kann auf einen Brustgurt umsteigen.

Design:

Das Design geht in drei Richtungen: die sportliche Richtung als Fitnesstrainingsüberwachungsgerät, die kommerzielle Businessrichtung für den Manager und die technische Ausrichtung für den Technikfreak. „Feminine” Designs sind hier die absolute Ausnahme. Grundsätzlich ist zu sagen, dass eine „Smartwatch” ordentlich klobiger ist als eine gewöhnliche Quarzuhr. Klar, die diversen Sensoren und Features benötigen ein Minimum an Platz. Das kann bei einem zarteren Handgelenk schon mal protzig wirken. Vielleicht ein Grund, warum feminines Design die Ausnahme und nicht die Regel ist.

Armband:

In den meisten Fällen braucht es speziell auf die „Smartwatch” zugeschnittene Armbänder. Diese sind vom Design fast ausschließlich für Männer konzipiert. Bei handelsüblichen Armbändern kann man das bevorzugte Material und Design selbst aussuchen – sei es, dass man allergisch ist auf bestimmte Materialien oder Leder zum Lebensgefühl gehört.

Fazit:

Die „Smartwatch” löst Probleme, die man früher nicht hatte, und schafft wenige Lösungen für neue Probleme. Eine Lösung, um das Handy „auf die Hand zu bringen”, ist eine „Smartwatch” noch lange nicht und bleibt diversen Science‐Fiction‐Filmen oder Werbefilmen vorbehalten.


Im nächsten Artikel zum Thema „Smartwatch” vergleichen wir drei aktuelle Modelle von Huawei, Apple und Casio.

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Gesellschaft

YouTube startet Löschwelle: Auch Patrioten und Konservative betroffen

Joshua Hahn

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am

ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Auf der Videoplattform YouTube soll in Zukunft vermehrt auf die Löschung von Videos geachtet werden, welche „Hassbotschaften“ und „Diskriminierungen“ enthalten. Kritiker befürchten aber auch eine Zensurwelle gegen konservative Stimmen.

Kalifornien. – Wie YouTube am Mittwoch mitgeteilt hat, will der Konzern ab sofort stärker gegen diskriminierende und Hass verbreitende Videos vorgehen. Darunter fallen laut dem Konzern Videoinhalte, die etwa andere Religionen, Ethnien oder sexuelle Identitäten abwerten, die NS‐Ideologie verherrlichen oder den Holocaust leugnen.

Auch konservative YouTuber betroffen

Bereits kurz nach Veröffentlichung der Erklärung löschte YouTube zahlreiche Videos und Profile. Betroffen waren dabei aber nicht nur extremistische Inhalte, sondern auch YouTuber aus dem konservativen und patriotischen Milieu. Diese befürchten nun willkürliche Löschungen ihrer Inhalte und kritisieren die Richtlinien als schwammig.

Verschiedenen Accounts wurde darüber hinaus auch das Recht entzogen, Werbung vor ihre Videos zu schalten. Durch die Werbung ist es YouTubern auf der Plattform möglich, in Abhängigkeit der Anzahl der Videoaufrufe Geld zu verdienen. Betroffen von dieser Maßnahme sind derzeit unter anderem Steven Crowder, auch der österreichische Identitären‐Chef Martin Sellner scheint betroffen zu sein.  Laut Eigenangaben wurden auch zwei Videos des ungarischen IB‐Aktivisten Abel Bodi gelöscht. 

Auf Twitter werden seit den Änderungen immer mehr Fälle unter dem Hashtag #VoxAdpocolypse zusammengetragen.

Streit um Steven Crowder

Anlass für die neuen Löschwellen dürfte unter anderem ein Streit über den US‐amerikanischen YouTuber Steven Crowder sein. Dieser ist bekannt für sein Format „Change my mind“, in welchem er konservative Themen vor Universitäten diskutiert und sich dabei filmt. 

Nachdem ihm auf den sozialen Netzwerken vorgeworfen wurde, sich über die sexuelle Orientierung eines Moderators lustig gemacht zu machen, wurde die Löschung des Videos gefordert. 

YouTube erklärte jedoch, dass das Video nicht gelöscht werden könne: „Meinungen können zutiefst beleidigend sein, aber wenn sie nicht gegen unsere Richtlinien verstoßen, bleiben sie auf unserer Website“. 

Als Reaktion erntete das Unternehmen enorme Kritik aus dem linksliberalen Spektrum, woraufhin die oben genannten Maßnahmen folgten. 

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Technik

Inside IB”: YouTube löscht investigative Reportage über Identitäre

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Die Reportage 'Inside IB' der Jungen Freiheit lässt auch identitäre Aktivisten wie deren österreichischen Leiter Martin Sellner zu Wort kommen. Bildzitat: YouTube [@17:21 min]

Die Video‐Reportage der Jungen Freiheit über die Identitäre Bewegung wurde vonseiten des Videoportals YouTube offenbar bereits am Freitagabend vom Netz genommen.

San Bruno/Berlin. – Wie das Onlineportal der konservativen Wochenzeitung Junge Freiheit berichtet, hätten die Verantwortlichen des Videodienstes die Reportage aufgrund eines nicht eindeutig geklärten Verstoßes gegen seine Richtlinien entfernt. Das Medium kritisiert den Vorfall scharf und äußert sein Unverständnis für diese Vorgehensweise.

Reportage über Identitäre: Über 70.000 Aufrufe

Es war eine Reportage, welche sich einer großen Reichweite erfreute. In etwas mehr als einer Woche sahen über 70.000 Menschen den 25‐minütigen Beitrag, welcher die Identitären und die gegenwärtigen Vorwürfe gegen deren Österreich‐Leiter Martin Sellner näher beleuchtet.

Dieser sowie seine Bewegung befand sich nach dem passiven Empfang einer Spende vom späteren Christchurch‐Atttentäter im Jänner 2018 im Zentrum der weltweiten Berichterstattung. Dabei lässt die Reportage auch Aktivisten der patriotischen Protestgruppe zu Wort kommen – und kritisiert eine als einseitig empfundene Berichterstattung über diese.

Videos mit gewalttätigen oder grausamen Inhalten”

Nun löschte YouTube das Stück, angeblich ohne nähere Begründung. Lediglich generell sei befunden worden, dass „Videos mit gewalttätigen oder grausamen Inhalten, die sensationslüstern präsentiert oder in ausbeuterischer Absicht erstellt werden“, verboten wären.

Dazu würden nach Ansicht des Videoportals insbesondere Inhalte mit „Kriegsszenen, Folgen von Terroranschlägen oder ähnlichen Szenarien, die Zuschauer schockieren oder Ekel hervorrufen sollen“ zählen. Aufgrund dessen ist die Reportage derzeit nur über einen Mirror eines anderen Nutzers anzusehen.

Kurze Christchurch‐Sequenz als Auslöser für Löschung?

Bei der Jungen Freiheit kann man diese Begründung nicht abschließend nachvollziehen. Man munkelt in der Redaktion, dass ein kurzes, verpixeltes Bildzitat des Christchurch‐Attentats und dem dafür tatverdächtigen Australier Brenton T. als Stein des Anstoßes gedient haben könnte. Allerdings habe man hier „bewusst aus Respekt vor den Opfer und ihren Angehörigen” auf eine graphische Darstellung verzichtet.

Insgesamt wundert sich ein Journalist des JF‐Kollektivs: „Wie
soll man über einen Anschlag berichten, wenn man keine Bilder des Täters zeigen kann?” Außerdem verweist man darauf, dass YouTube nach dieser Logik wohl auch jede Dokumentation über den 11. September oder die Anschläge vom Breitscheidplatz von Netz nehmen müsste. Man habe jedenfalls Einspruch gegen die Entfernung eingelegt.


Weiterlesen:

Inside IB’: Reportage entlarvt einseitige Berichterstattung über Identitäre (10.5.2019)

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Gesellschaft

Microsoft Word soll politisch korrekt werden

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Microsoft Zentrale in Redmont, Washington / Coolcaesar [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Damit wolle man den Nutzern helfen, „effizienter, effektiver und inklusiver zu kommunizieren”.

Seattle. Nach dem Willen des Softwareherstellers Microsoft soll im Schreibprogramm Word die politische Korrektheit Einzug halten. Die neue Funktion, die sich „Ideas in Word” (Ideen in Word) nennt, wird von künstlicher Intelligenz angetrieben und wurde von Microsoft auf seiner jährlichen „Build Developer Conference” vorgestellt.

Mailperson” statt „Mailman”

Die neue Funktion soll unter anderem Wörter unterstreichen, die von Microsoft als diskriminierend angesehen werden. Laut einem Bericht des Fachmagazins Fast Company werden Ausdrücke wie „Mailman” (Briefträger) oder „Congressman” (Kongressabgeordneter) angestrichen. Stattdessen empfiehlt das Programm die Nutzung genderneutraler Formulierungen wie etwa „Mailperson” oder „Congressperson”. Um das Wort „Policeman” (Polizist) zu vermeiden, kann man sich für das vom Programm vorgeschlagene „Police Officer” entscheiden.

Person‐Zuerst‐Ansatz”

Microsoft geht allerdings weiter und nimmt sich auch feststehende Phrasen wie „gentlemen’s agreement” vor, aus dem „unspoken agreement” wird. Außerdem ermuntert das Programm den Schreiber zu einem „Person‐Zuerst‐Ansatz”. Statt „Disabled person” (behinderte Person) soll es etwa „Person with disability” (Person mit Behinderung) heißen. Formulierungen wie diese sollen zeigen, dass der Mensch selbst wichtiger ist als die Behinderung.

Das Programm, dessen Entwicklung unter anderem durch Linguisten unterstützt wird, soll zudem auch auf „sensible geopolitische Bezeichnungen” hinweisen, ohne dass es hierzu schon konkrete Beispiele gibt. „Wir wollen Ihnen helfen, effizienter, effektiver und inklusiver zu kommunizieren“, erklärte der hochrangige Marketingmanager des Unternehmens, Malavika Rewari, die Ziele des Programms. Den Nutzern steht es allerdings frei, gleich wie bei der Rechtschreibprüfung auch, die Hilfe auszuschalten.

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