Gesellschaft Kultur

Jugendkultur und politische Erziehung: Was ist eigentlich funk?

Symbolbild YouTube: Pxhere [CC0] / Logo funk: Wikimedia Commons [CC0] / Collage: Die Tagesstimme.

Der Rundfunkbeitrag steht in Deutschland seit langem in der Kritik. Dies liegt zum einen an der von vielen als tendenziös empfundenen Berichterstattung der öffentlich‐rechtlichen Medien und zum anderen an dem fehlenden Zugang zu jungen Zuschauern. Das sollte sich mit funk ändern und ein explizit junges, erwachsenes Publikum angesprochen werden. Doch was unterstützt funk und was ist die Agenda?

Bei den öffentlich‐rechtlichen Sendern ARD und ZDF hatte man den Zugang zum Internet und auch die Bindung an ein junges Publikum lange verschlafen. Gerade junge Erwachsene konsumierten immer weniger klassisches Fernsehen und wuchsen in eine Welt mit online Fernsehen und Youtube hinein. Als Reaktion auf diese Entwicklung wurde im Oktober 2016 funk unter dem Motto „Wir sind funk, wir sind ARD und ZDF und wir sind kein Fernsehkanal“ ins Leben gerufen. funk unterstützt ausschließlich junge Projekte, mit einer Zielgruppe im Alter von 14 bis 29 Jahren.

Finanzierung durch Rundfunkgebühren

Das Budget von funk wird aus dem öffentlich‐rechtlichen Rundfunkbeitrag gestellt und beträgt eine Höhe von rund 45 Millionen Euro jährlich. Nach eigenen Angaben kommen ein Drittel davon vom ZDF und zwei Drittel von der ARD. Es handelt sich zwar um ein beachtliches Budget, jedoch macht es nur einen eher kleinen Teil der jährlich rund 8 Milliarden Euro aus, die durch die Beitragszahlungen der GEZ eingetrieben werden.

Was wird bei funk unterstützt?

Bei dem stöbern auf YouTube ist es jedem schon einmal aufgefallen: Das kleine runde Logo von Funk, das am Ende eines Videos aufpoppt. Videos, die von funk unterstützt werden, bewerben dies also eher subtil. Die eigene Unabhängigkeit der Projekte soll gewährt werden und die redaktionelle Hoheit liegt angeblich beim jeweiligen Kanal.

Zugleich entstehen die Inhalte aber „in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern aus der Webvideowelt und jungen Medienmacher*innen.”, so funk in der Selbstdarstellung. Da drängt sich natürlich die Frage auf, welchen bildungspolitischen Auftrag funk verfolgt und inwiefern dieser die jungen Zuschauer beeinflusst.

Öffentlich‐rechtlicher Bildungsauftrag

Das Angebot von funk ist in der Tat sehr breit und reicht von einem Fußball Youtuber über Gamingshows bis hin zu Rap Guides oder Dokumentationen des Y‐Kollektivs. Natürlich gilt es, dass in allen Projekten „der öffentlich‐rechtliche Bildungsauftrag“ mitschwingt. Was das konkret bedeutet, kennt man aus mitunter tendenziösen Dokumentationen oder Fernsehformaten der ARD oder des ZDF. Die „Reconquista Internet“-Kampagne von Jan Böhmermann sei nur als ein Beispiel genannt.

Unabhängig von politischen Einflüssen?

Die personellen Überschneidungen dabei sind jedoch offenkundig. So wird beispielsweise Rayk Anders, der maßgeblich an der Dokumentation „Lösch dich“ und auch an der „Reconquista Internet“-Kampagne beteiligt war, ebenfalls von funk finanziert. „Inhalte zu erstellen, die unabhängig von finanziellen und politischen Einflüssen sind”, wie funk sich selbst versteht, erscheint dem neutralen Beobachter also nicht mehr als eine Phrase. Wenn man sich die finanzierten Projekte genauer anschaut, so ist die politische Agenda schnell offenkundig.

In der Reihe „Auf Klo” wird beispielsweise über Abtreibung, Achselhaare, Transsexualität und natürlich Rassismus diskutiert. Wer schon immer eine „Draq Queen” sein wollte, dem wird hier geholfen. Aber auch das unterstützte Format „Jäger und Sammler” will „gesellschaftlich relevanten Themen” auf den Grund gehen. Was das im Klartext heißt, wird hier deutlich. Eine Reporterin beleuchtet dabei den Patriotismus der Deutschen bei sportlichen Großveranstaltungen in einem ausgesprochen kritischen Licht.

Fazit

Fakt ist, dass sich unter den unterstützten Projekten eine breite Palette findet, die Jugendliche und ihre Lebenswelt bedient. Fakt ist aber auch, dass funk ein klar politisch formuliertes Narrativ pflegt. Es werden nur diejenigen Formate unterstützt, die auch ins ideologische Weltbild passen. Patriotische Projekte, die der Jugend beispielsweise ein positives Heimat‐ oder Naturgefühl vermitteln, sucht man vergebens. Umso wichtiger ist es deshalb, eine patriotische Gegenöffentlichkeit zu zwangsfinanzierten Staatsmedien aufzubauen.

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