Gesellschaft

Chemnitz: Ausschreitungen überschatten Trauerkundgebung

Pro-Chemnitz-Kundgebung am Montag, den 27. August 2018 / Bild: privat

Mehrere tausend Menschen nahmen an der Trauerkundgebung in Chemnitz teil. Überschattet wurde die Versammlung allerdings von Ausschreitungen zwischen Versammlungsteilnehmern und Gegendemonstranten, bei denen laut Polizeiangaben mehrere Personen verletzt worden seien. Der Großteil der Demonstranten habe sich jedoch friedlich verhalten.

[Beitrag wurde am 28.8.2018 um 10:50 Uhr aktualisiert]

Chemnitz. Nach dem tödlichen Messerangriff am vergangenen Wochenende, bei dem ein 35‐jähriger Deutscher getötet wurde, fand am späten Montagnachmittag am Karl‐Marx‐Monument in der Chemnitzer Innenstadt eine Trauerkundgebung der Bürgerbewegung Pro Chemnitz statt. Laut Medienberichten nahmen daran etwa 5.000 Menschen teil. Das linke Bündnis „Chemnitz nazifrei” organisierte eine Gegendemonstration mit mehr als 1.000 Personen.

Stimmung kocht über

Die Polizei versuchte, die Teilnehmer beider Demonstrationen zu trennen, was den Beamten allerdings nicht vollständig gelang. Die erste brenzlige Situation entstand, als ein linker Gegendemonstrant versuchte, ein Banner auf der Pro‐Chemnitz‐Kundgebung herunterzureißen. Die Polizei konnte die Situation zunächst beruhigen. Später kochte die Stimmung allerdings offenbar immer wieder über:

Nach Angaben der Polizei sei es zu Würfen von Feuerwerkskörpern und anderen Gegenständen aus beiden Versammlungen gekommen. Deshalb seien einige Menschen verletzt und anschließend medizinisch behandelt worden. Nachdem sich mehrere Demonstranten vermummt hatten, stoppte die Polizei schließlich die Pro‐Chemnitz‐Demonstration.

Überwiegender Teil der Demonstranten friedlich

Danach konnte die Versammlung mit starker Polizeibegleitung fortgesetzt werden. Dennoch sei es laut Polizeiangaben weiterhin vereinzelt zu Würfen von Gegenständen „auf die und aus der Versammlung” gekommen. Der überwiegende Teil der Demonstranten habe sich jedoch friedlich verhalten.

Teilnehmer der Trauerkundgebung skandierten immer wieder „Widerstand”, „Volksverräter”, „Wir sind das Volk” und „Merkel muss weg”. Außerdem waren teilweise Rufe wie „Nationaler Sozialismus jetzt” und „Frei, sozial und national” zu hören.

Kurz nach 21 Uhr endete die Pro‐Chemnitz‐Demonstration mit einer Abschlusskundgebung vor dem Karl‐Marx‐Monument. Vereinzelt würden Teilnehmer aus beiden Lagern aneinander geraten, gab die Polizei weiter bekannt. Laut Polizei wurden am späten Abend vier Teilnehmer der Pro‐Chemnitz‐Demonstration von 15 bis 20 Gegendemonstranten angegriffen und verletzt.

Haftbefehl gegen Syrer und Iraker

Nach der tödlichen Messerattacke am Wochenende hatte die Staatsanwaltschaft Chemnitz am Montag Haftbefehl gegen zwei Ausländer wegen Totschlags beantragt. Laut Medienberichten handelt es sich bei den beiden Männern um einen 23‐jährigen Syrer und einen 22 Jahre alten Iraker. Sie stehen im Verdacht, in der Nacht auf Sonntag „ohne rechtertigenden Grund” mehrfach auf einen 35‐jährigen Deutschen eingestochen zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Montagnachmittag mit. Das Tatmotiv und der Tathergang würden noch ermittelt. Sie waren am Sonntag vorläufig festgenommen worden, als sie sich vom Tatort entfernt hatten. Noch am Montag wurden sie dem Haftrichter vorgeführt.

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1 Kommentar

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  • Die bürgerliche Mitte, sowie direkt die Polizei, wird nun zwischen rechten und linken Lagern aufgerieben. Nebenbei wurden/werden weiterhin die Gefängnisse im Nahen Osten und Afrika gen Europa geleert.
    Man hat es bald geschafft.

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