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Gesellschaft

Chemnitz: Tausend Menschen demonstrieren nach tödlichem Messerangriff

Redaktion

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Wahrzeichen von Chemnitz und Treffpunkt weiterer Proteste: Das Karl-Marx-Monument. Symbolbild: Kora27 via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

In der Nacht von Samstag auf Sonntag am vergangenen Wochenende wurde auf dem Chemnitzer Stadtfest ein 35-jähriger Mann von bisher unbekannten Tätern getötet.

Chemnitz. Laut Meldungen der Chemnitzer Polizei gab es in der besagten Nacht eine Auseinandersetzung zwischen „mehreren Personen unterschiedlicher Nationalitäten“. Drei Männer wurden schwer verletzt und derzeit noch im Krankenhaus behandelt. Ein Mann erlag jedoch in derselben Nacht noch seine Verletzungen durch die Messerstiche und verstarb.

Ermittlungen wegen Totschlags

Einem Bericht der Jungen Freiheit zufolge handelt es sich bei dem Toten um den ehemaligen Tischlerlehrling Daniel H. Zu den Tatverdächtigen gibt es noch keine genauen Informationen seitens der Polizei, man nahm jedoch Ermittlungen wegen Totschlags auf. Auch zu den Nationalitäten der Täter wollte die Polizei keine weiteren Informationen preisgeben.

Wie das Nachrichtenportal DW berichtete, soll der Auseinandersetzung eine Belästigung von Frauen seitens der Tätergruppe vorausgegangen sein. Die besagten Männer sollen die Frauen vor der Übergriffen verteidigt haben wollen. Bei dem darauffolgenden Konflikt sollen die Angreifer ein Messer zum Einsatz gebracht haben. Die Polizei dementiert diese ersten Medienberichte jedoch.

Demonstrationen in der Innenstadt

Als Reaktion auf diesen Vorfall versammelten sich Sonntagnachmittag rund 1.000 Personen im Chemnitzer Stadtkern zu einem Protest. Über die genauen Organisatoren und Hintergründe der versammelten Personen gibt es reichliche Spekulationen, der MDR ordnete den Aufruf der Ultra-Vereinigung Kaotic zu. Wie ein Video darlegt, skandierten sie lautstark „Wir sind das Volk“ und ähnliche Parolen:

Oberbürgermeisterin „entsetzt” über Proteste

Gegenüber dem MDR äußerte die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig ihr Entsetzen über die Versammlungen. Im Wortlaut:  „Dass es möglich ist, dass sich Leute verabreden, ansammeln und damit das Stadtfest zum Abbruch bringen, durch die Stadt rennen und Menschen bedrohen – das ist schlimm.” Über den Messerangriff äußerte sie sich an dieser Stelle allerdings nicht, was auch gleich für harsche Kritik an ihrer Person in den sozialen Medien sorgte.

Medien polarisieren

Große deutsche Medien heizten den Tonfall der medialen Auseinandersetzung anschließend kräftig an. Die ZEIT betitelte ihren Bericht mit den Worten „Rechte jagen Menschen in Chemnitz“, der Spiegel konstatiert im Artikel, dass „hundert Rechtsextreme durch Chemnitz gezogen“ seien. Inzwischen tauchte ein Video auf, welches diese ‚Jagdszenen’ dokumentieren soll:

Weitere Videos zeigen Eingriffe seitens der Polizei auf die Demonstranten, die mit Flaschen geworfen haben sollen. Die Deutung des Bildmaterials in sozialen Medien unterscheidet sich dabei je nach Standpunkt des Kommentators.

Die AfD reagiert

Die politische Opposition, allen voran die AfD, stieg in die Debatte ebenso ein. Alice Weidel beklagt auf Twitter die als tendenziös empfundene Berichterstattung der Medien und den schonenden Umgang mit den „Messerstechern”. Der Tweet ist mittlerweile gelöscht; ob durch Weidel oder Twitter, ist nicht bekannt. Der Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmeier (AfD) äußerte sich jedoch ähnlich drastisch.

Auch die AfD selbst organisierte am Sonntag eine spontane Demonstration in Chemnitz, bei der sich etwa 100 Personen einfanden. Im Gegensatz zur späteren Versammlung unter mutmaßlicher Schirmherrenschaft der Ultra-Gruppe verlief diese ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Weitere Demonstrationen angekündigt

In den sozialen Medien wird indes zu weiteren Demonstrationen in der Chemnitzer Innenstadt aufgerufen. Einer Ankündigung zufolge wollen sich offenbar erneut Menschen ab 18:30 Uhr beim Karl-Marx-Monument treffen. In ihrem Aufruf auf Facebook heißt es wörtlich:  „Nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass der Tod nicht sinnlos war. Für mehr Sicherheit durch Veränderung! Und nicht durch Kameras.”

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5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    27. August 2018 at 15:26

    Zwei „Schutzsuchende”, ein Irake rund ein Syrer sollen verhaftet worden sein, meldete B5 aktuell.

    Dass die Menschen im Land irgendwann genug von diesen Übergriffen haben, hätte von Seiten der Politiker erwartet werden dürfen. In den USA gehenSchwarze wegen eines Getöteten radikal gegen die Polizei vor, in französischen Großstädten ist fast jede Nacht Randale.

    Natürlich sollte es dann wenigstens bei uns nicht auch noch zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen. Nackte Gewalt überlässt man besser faschistoiden linken Gruppen, wie beim G20 Gipfel in Hamburg geschehen.

  2. Avatar

    Rainer Seifert

    27. August 2018 at 15:40

    Die OB ist nun also entsetzt, dass sich Menschen nach dem Mord und den anderen Messerstechern versammelt und damit das Stadtfest zum Abbruch gebracht haben.

    Es wäre doch wohl Sitte und Anstand geschuldet, umgehend nach den scheußlichen Verbrechen das Fest abzubrechen. Vermutlich sehr zum Verdruss der Schausteller. Aber über etwas Pietät sollte auch verfügen, wer über das Schicksal einer Kommune bestimmt.

  3. Avatar

    Peter Lüdin

    27. August 2018 at 22:11

    In mehreren Reports kann man inzwischen nachlesen, dass statistisch jeden dritten Tag ein Deutscher von einem angeblichen „Flüchtling” nicht nur bedrängt oder verletzt, sondern getötet wird. Das betrifft allein das erste Quartal 2018. Den entsptechenden BKA-Bericht kann jeder selbst interpretieren. Da die Bürger sich in diesem Sinn von Staat und Regierung nicht geschützt fühlen, gehen sie jetzt auf die Strasse. Offensichtlich nehmen sie alle Konsequenzen in Kauf.

  4. Avatar

    Zickenschulze

    28. August 2018 at 20:54

    Entsetzen und Ernüchterung beginnen sich die Hand zu reichen.

    • Avatar

      Rainer Seifert

      28. August 2018 at 23:49

      Grüße nach Bernau, haha.

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Gesellschaft

Kündigung wegen Nähe zu rechten Fans: Frahn-Klage gegen Ex-Verein erfolgreich

Julian Schernthaner

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ASDF Symbolbild (Stadion an der Gellertstraße, Heimstätte des Chemnitzer FC): Lord van Tasm via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (Bild zugeschnitten)

Kehrtwende im Fall Frahn: Das Arbeitsgericht in Chemnitz gab der Klage von Daniel Frahn gegen die fristlose Entlassung beim Chemitzer FC statt.

Chemnitz. – Das Arbeitsgericht Chemnitz erklärte die fristlose Entlassung des einstigen CFC-Kapitäns für unzulässig. Eine außerordentliche Kündigung bringe hohe Hürden mit sich, welche allfälliges Fehlverhalten im privaten Bereich nicht erfülle. Damit ist Frahn laut Tag24 ab sofort formell wieder Vertragsspieler des Drittligisten, der Kontrakt läuft bis 2021.

Fristlose wegen Kontakten zu rechter Fangruppe

Die Causa um den mehrfachen Regionalliga-Torschützenkönig, zuletzt eine Identifikationsfigur bei Kollegen und Fans, kam im August ins Rollen. Frahn hatte zuvor mit Akteuren einer rechten Fangruppierung ein Auswärtsspiel seines Vereins besucht, um diesen auch während einer Verletzung anfeuern zu können. Dafür hatte der Verein keinerlei Verständnis und setzte den Kapitän der Mannschaft vor die Tür – Die Tagesstimme berichtete.

Verantwortliche betonten damals, zu den Aufgaben eines CFC-Spielers gehöre „mehr als nur Tore zu schießen und sich bejubeln zu lassen”, nämlich „Haltung”. Frahn klagte gegen seine Unterlassung und bekam nun recht. Sein Anwalt hatte in der Verhandlung betont, dass dieser zudem „in der Fanszene und innerhalb der Mannschaft noch immer viele Sympathien” genieße.

Verein will durch alle Instanzen gehen

Keine Freude mit der Entscheidung hat man unterdessen beim Chemnitzer FC. Hauptgesellschafter Klaus Siemon bezeichnete das Urteil als „Skandal”. Die Justiz in der drittgrößten sächsischen Stadt würde „zum wiederholten […] sehr rechtslastig” entscheiden.

Man wolle in Berufung gehen, notfalls bis zum Bundesarbeitsgericht. Das Urteil sieht man daher als nicht rechtskräftig, die Kündigung bleibe somit aufrecht. Daher werden man diesen „auch weiterhin nicht am Trainings- und Spielbetrieb des CFC teilnehmen” lassen.


Weiterlesen:

Wegen Nähe zu rechter Fangruppe: Chemnitzer FC wirft Kapitän raus (6.8.2019)

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Dänemark: 20 Festnahmen bei Antiterroreinsatz

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Dänischer Streifenwagen): Kevin.B [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Bei einem Antiterroreinsatz in Dänemark am Mittwoch gab es insgesamt 20 Festnahmen. 

Kopenhagen. – Die festgenommenen Personen stehen in Verdacht, einen Anschlag mit Sprengstoff und Schusswaffen geplant zu haben. 

Polizeichef: „Militantes, islamistisches Motiv“

Die dänischen Behörden gaben bei einer Pressekonferenz bekannt, dass die 20 Personen in Verdacht stehen, Material für die Herstellung von Sprengstoff beschafft zu haben. Außerdem sollen sie versucht haben, an Schusswaffen zu gelangen.

Der Polizeichef Kopenhagens, Jørgen Bergen Skov,  sagte laut dem „ZDF“, man habe die Vorbereitung eines Terroranschlags mit einem „militanten, islamistischen Motiv“ befürchtet. Für mehrere der festgenommen Personen lautet der Vorwurf folglich Terrorismus. 

Razzien in verschiedenen Teilen von Dänemark

Die Hausdurchsuchen fanden in verschiedenen Teilen Dänemarks statt, wie die „Zeit“ berichtet. Die Verdächtigen sollen am heutigen Tag den Haftrichtern vorgeführt werden. Laut Skov ändere sich an der aktuellen Sicherheitslage in Dänemark jedoch nichts. Die Terrorgefahr sei bis auf Weiteres als „ernsthaft“ eingestuft. 

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Gesellschaft

Schwerin: Migranten randalieren in Notaufnahme

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Helios-Klinikum Schwerin): Gerd Fahrenhorst [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

In der Nacht zum Mittwoch kam es zu einem Polizeieinsatz in der Notaufnahme des Helios-Klinikums in Schwerin.

Schwerin. – Dabei sollen drei Migranten aus Georgien im Krankenhaus randaliert und eine Person verletzt haben. Bei den mutmaßlichen Tatverdächtigen handelt es sich um einen 31‑, einen 40-Jährigen sowie eine 58-Jährige Frau aus Georgien.

Wachmann mit Gegenstand im Gesicht verletzt

Gegen 2.30 erschienen die betrunkenen Tatverdächtigen in der Notaufnahme und verlangten unter Drohungen gegenüber dem Personal und wartenden Patienten eine sofortige Behandlung wegen eines Drogenproblems und „Schmerzen im Geschlechtsteil“. Aufgrund ihres aggressiven Verhaltens sprach ein Wachmann die Migranten daraufhin an.

Daraufhin wurde diesem laut der Jungen Freiheit mit einem herabgerissenen Desinfektionsmittelspender unvermittelt ins Gesicht geschlagen. Der Sicherheitsbeamte erlitt einen Nasenbeinbruch, nach dem Schlag wurde er außerdem eine Treppe herunter gestoßen. Nach der Konfrontation drangen die drei Asylbewerber gewaltsam in die Behandlungsräume des Krankenhauses ein. 

Ermittlungen eingeleitet

Nachdem die Räumlichkeiten der Klinik teilweise geräumt werden mussten, nahm die Polizei die Tatverdächtigen unter Gegenwehr fest. Sie wurden überwältigt und fixiert, bei dem Einsatz kam es auch zum Einsatz von Schlagstöcken. Laut Bild erlitten außerdem ein Patient und ein zweiter Wachbeamter während des Vorfalls Schwächeanfälle. Die Ermittlungen gegen die drei Georgier wegen schwerer Körperverletzung, Hausfriedensbruch sowie Sachbeschädigung wurden eingeleitet.

In letzter Zeit häufen sich die Meldungen über Übergriffe in deutschen Krankenhäusern. Besonders in Berlin kommt es immer häufiger zu Clan-Auseinandersetzungen in den Gesundheitseinrichtungen. Unlängst gab es beispielsweise eine Massenschlägerei zwischen verschiedenen teilweise libanesischen Großfamilien vor einem Krankenhaus in Berlin-Tempelhof. Etwa 60 Polizisten waren im Einsatz.

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