Deutschland Politik

Berlin: Fake‐Video mit AfD‐Stand und „Jagdszenen” aufgeflogen

In der Sequenz inszenierten Komparsen einen angeblichen AfD-Wahkampfstand. Bild: Screenshot Youtube [@0:43] (Ausschnitt)

Aktualisiert (14.9.2018 10:40 Uhr): Wie sich mittlerweile herausstellte, handelt es sich bei der Sequenz um Dreharbeiten für das Satireprojekt „Bohemian Browser Ballett”. Wir haben dies in einem Folgebeitrag thematisiert. 


In Berlin erwischten Bürger eine Gruppe, welche mit einem inszenierten, vermeintlichen AfD‐Wahlkampfstand offenbar potenziell diskreditierendes Videomaterial herstellen wollten. 

Berlin. Wie der stellvertretende AfD‐Bundessprecher Georg Pazderski in einer Aussendung bemängelt, fand am 7. September in Berlin offenbar ein groteskes Schauspiel statt. Aufmerksame Passanten hätten bemerkt, wie eine bislang unbekannte Gruppe mit etwa 20 Komparsen einen vermeintlichen Wahlstand der Partei inszenierte. Dabei hätten die Personen, welche Teilweise wie Skinheads gekleidet gewesen wären, auch eine „Jagdszene” auf eine südländisch aussehende Person nachgestellt.

Pazderski: Wahl des Drehorts „besonders perfide”

Als „besonders perfide” stuft Pazderski die Aktion auch deshalb ein, weil die Aufnahmen an einem Ort geschahen, an dem die AfD Berlin tatsächlich regelmäßige Infoveranstaltungen abhält. Man wisse derzeit nicht, wer für diese Aktion verantwortlich zeichnet, möchte aber „selbstverständliche” Anzeige gegen unbekannt erstatten.

Das eigene Parteilogo sei markenrechtlich geschützt, man fühle sich durch die dargestellten Szenen verleumdet. Eine Anfrage beim Bezirksamt werde über allfällige Drehgenehmigung und „Täter” aufklären. Der „Versuch, Politik mit Fake‐Videos” zu betreiben, so Pazderski weiter, sei „undemokratisch” und gehöre „unterbunden”.

AfD‐Spaniel: „Lügen haben kurze Beine!”

Ähnlich kommentierte Dirk Spaniel, Sprecher der AfD‐Landesgruppe Baden‐Württemberg im Bundestag, die Geschehnisse. Er zeigte sich über die Methoden mutmaßlicher politischer Gegner „erschüttert” und unterstellte diesen aufgrund der „unlauteren Methoden”, mit ihren „Argumenten offensichtlich am Ende” zu sein.

Er thematisierte weiter die Berichterstattung über die Geschehnisse in Chemnitz, wo ebenfalls ein Video mit ungeklärter Authentizität als Beleg angeblicher Hetzjagden auf Migranten für Aufregung sorgte. „Mut zur Wahrheit”, so Spaniel, gäbe es „nur mit der AfD”:

Chemnitz hat gezeigt: Lügen haben kurze Beine, auch wenn sie von höchster Stelle verbreitet werden”.

3 Kommentare

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  • War doch nur für eine Satire Sendung, ach so, na dann.

    Wäre der widerliche Schwindel nicht aufgeflogen, hätte man es den gutgläubigen Zuschauern irgendwann präsentiert. Vermutlich so geschickt, wie viele Werbeanzeigen (Pharmamittel u.a.) geschaltet sind, dass sie als solche nicht leicht erkennbar sind.

    Ist es nicht übrigens strafbar, so einfach mal ein Parteilogo zu fälschen? Es wird sicher geschützt sein. Wie sieht es mit Volksverhetzung aus? Wie gut, dass die AfD viele hervorragende Rechtsanwälte hat, die diesen Verleumdern Feuer unter ihrem Hintern machen werden. Und zwar ganz rechtsstaatlich.

    Man stelle sich nur vor, was im umgekehrten Fall für ein Tsunami der empörten „Aufrechten” durchs Land geschwappt wäre.

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