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Gesellschaft

Chemnitz: Wolfsfiguren zeigen Hitlergruß

Monika Šimić

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Eine Kunstaktion in Chemnitz, bei der Wolfsfiguren zu sehen waren, die den Hitlergruß zeigten, veranlassten am Donnerstag einige Passanten dazu vor dem Karl-Marx-Monument stehen zu bleiben.

Chemnitz. Am Donnerstag staunten einige Stadtbewohner von Chemnitz wahrscheinlich nicht schlecht, als sie am Karl-Marx-Monument vorbeigingen und dort insgesamt zehn Wolfsplastiken vorfanden. Diese sind Teil einer Kunstaktion und der Ausstellung „Die Wölfe sind zurück?“, die der Bildhauer Rainer Opolka dort installiert hatte, um gegen zunehmenden Hass und Gewalt zu protestieren. Neben den Wölfen waren auch Schilder mit Sätzen wie „Wo gehetzt wird, wird später auch getreten!“ zu sehen.

Wölfe zeigen Hitlergruß

Bei dem eintägigen Projekt vor dem Karl-Marx-Monument konnten Passanten insgesamt zehn Wolfsplastiken entdecken, von denen fünf den Hitlergruß zeigten. Einige weitere waren in einer Angriffspose zu sehen, wieder andere hatten Augenbinden und waren an der Leine. Dies sei eine Anspielung auf Politiker wie den Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke gewesen, so Opolka. Ergänzt wurden die Plastiken durch große Schilder, auf denen Sätze wie „Wo gehetzt wird, wird später auch getreten!“ und „Herr Maaßen und Herr Seehofer: Rechtsradikalismus ist die Mutter aller Probleme.“ Mit dem letzten Satz bezieht sich der Künstler wohl auf die vor wenigen Tagen getätigte Aussage des deutschen Innenministers Horst Seehofer. Auf einem weiteren Schild ist der Satz „Nicht jeder trauert! AfD/Pegida und Nazis instrumentalisieren unsere Angst und hetzen!“ zu lesen. Die Reaktionen der Passanten fielen sehr unterschiedlich aus.

Chemnitz als Ausstellungsort war spontane Entscheidung

Als Grund Chemnitz als Ausstellungsort zu wählen, nannte Opolka die Ereignisse der vergangenen Wochen.  Er sieht das Projekt als Reaktion auf die aggressiven Proteste nach dem gewaltsamen Tod eines Deutschen in Chemnitz. „Es ist etwas faul, wenn Terroristen oder Kriminelle morden, aber es ist ebenso problematisch, wenn der Hitlergruß gezeigt, Menschen wegen ihrer Hautfarbe gejagt, Asylheime angesteckt, Journalisten angegriffen und jüdische Restaurants überfallen werden“, sagte der Künstler. Vor allem über die Hetzjagden gibt es seit mehreren Tagen teils hitzige Diskussionen. Bisher gibt es jedoch keine Beweise dafür, dass die Hetzjagden so wie sie von den Medien beschrieben wurden, auch tatsächlich stattgefunden haben.

Dialog stiften

Der Künstler betont, dass sich die Ausstellung in keinster Weise gegen die Bürger oder die Stadt Chemnitz selbst, sondern gegen Hass und Gewalt gerichtet habe. Mit der Kunstaktion versucht er einen Dialog zu stiften. „Wir müssen wieder lernen, miteinander zu diskutieren”, sagte Opolka. Auch er redet mit allen Interessierten, die er bei der Kunstaktion antrifft, unter anderem mit dem lokalen Chef der Pegida-Bewegung. „Wir haben konstruktiv gestritten, einer Meinung waren wir nicht.“ Im Unterschied zum Shitstorm bei Facebook aber gehe es gesittet zu, erzählte er.

Weiterlesen:

Jetzt auch Verfassungsschützer Maaßen: „Keine Belege” für Hetzjagden

Keine Hetzjagd in Chemnitz: Maaßen verteidigt Einschätzung

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    15. September 2018 at 15:08

    Bekanntlich gibt es drei verschiedene Gruppen von Hitlergrußidioten. Die Bekloppten, die meinen „ihrem Führer” die Treue halten zu müssen, die Spitzel des Verfassungsschutzes, die das ungestraft machen dürfen und linke Provokateure, die auch mal nachts schnell ein paar Hakenkreuze schmieren, damit ihr kriminelles Handeln der rechten Szene zugeordnet wird. Wofür sich allzu viele bereitwillige Dumme und Gutgläubige finden lassen, die das auch bestätigen. Wer kann denn sicher behaupten, dass nicht auch der Angriff der Maskierten auf das jüdische Restaurant in Chemnitz ein linksradikaler „Geniestreich” war, solange wie die Täter nicht ermittelt wurden? Leichter kann man doch diesen bösen Nazis nicht eins auswischen.

    Eine ganze Menge Leute die in Chemnitz nicht getrauert haben sah ich auch. Zu teils menschenfeindlichen Texten, sich rhytmisch bewegend, waren sie sich ihrer Mehrzahl und ihres vermeintlich anständigen Handelns sicher bewusst. Angelockt von Gratiskonzertdarbietungen, für die sie sonst reichlich Euros abdrücken müssten, Gratisbusfahrten mit dem bösen Kapitalistenunternehmen und gratis Cola des sonst so verteufelten Konzerns lässt es sich schon recht angenehm „trauern”. Schade, man hätte noch gratis Gummibärchen ankündigen sollen, bestimmt wären noch ein paar mehr gekommen. Allein, Trauer sieht für mich völlig anders aus. Aber das mag jeder für sich allein entscheiden.

    Bleibt noch die Frage, welchen Obulus der grandiose Wolfskünstler vom Staat für sein Kunstwerk erhält. Geld ist genügend vorhanden für derlei guten Zweck, es wurde ja z.B. bei den Hinterbliebenen des Amri Mordes vom Berliner Breitscheidtplatz eingespart. Diese müssen sich mit kümmerlichen Renten und Entschädigungen zufrieden geben und obendrein laut veröffentlichtem Schreiben die Obduktionskosten selber bezahlen. Ansonsten drohe Zwangseintreibung. War nicht wieder einmal schnelle und unbürokratische Hilfe von Politikern versprochen worden? Verdammte Lügner und Schönredner. Haltet euch doch wenigstens an eure Versprechungen, wenn ihr schon die Bevölkerung nicht schützen könnt.

    Bliebe noch zu klären, ob der Künstler vielleicht gar aus dem schönen Städtchen Wolfsburg stammt. Dem weltweit bekannten Ort mit dem vom „Führer” und seinen Vasallen verliehenem, „urnazihaftem” Namen. Aber wen stört das denn? Die allermeisten Menschen werden noch gar keinen Gedanken daran verschwendet haben. Hauptsache jedes alte Wort, was die Nazis mal missbraucht haben, steht für immer auf dem Index deutscher Geschichte.

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Gesellschaft

Erfolgreiche Hilfsaktion der steirischen Burschenschaften

Stefan Juritz

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Mit der Erntehelfer-Aktion wollen die steirischen Burschenschaften zeigen, dass Solidarität für sie nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Bisher wurden in verschiedenen Regionen der Steiermark etwa 1.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Doch die Aktion ist noch nicht zu Ende!

Bericht von Stefan Juritz

Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Steirischer Burschenschaften, der insgesamt neun Grazer und zwei Leobener Verbindungen angehören, hatte diese Aktion Ende März ins Leben gerufen. Anlass dafür waren Meldungen aus dem Landwirtschaftsministerium, wonach wegen der Corona-Maßnahmen in Österreich 5.000 Erntehelfer fehlten. Es wurde sogar von gewaltigen Ernteausfällen gewarnt.

Kurz darauf veröffentlichten die steirischen Burschenschaften auf der Tagesstimme und dem Blog des Freilich-Magazins einen Aufruf zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft. „Die Lage ist also ernst. Die Bauern brauchen unsere Hilfe! Gerade in Krisenzeiten ist Solidarität gefragt. Für uns ist das mehr als nur ein reines Lippenbekenntnis. Jetzt ist es an der Zeit, mit anzupacken und unsere heimischen Bauern nicht im Stich zu lassen!”, hieß es damals.

1.000 Stunden ehrenamtliche Hilfe

Und nur wenige Wochen später fanden auch bereits die ersten ehrenamtlichen Hilfseinsätze der Burschenschafter statt. Organisiert vom ARGE-Vorsitz, der Grazer akademischen Burschenschaft Marko-Germania, halfen bisher rund 30 Personen in verschiedenen Regionen der Steiermark mit. Bis jetzt leisteten sie insgesamt knapp 1.000 Arbeitsstunden. Angepackt haben dabei jedoch nicht nur Burschenschafter – nein, es meldeten sich auch mehrere Personen, die mit Studentenverbindungen bislang nichts am Hut hatten. Vom Arzt bis zur Musikstudentin brachten sich völlig unterschiedliche Helfer ein.

Bei den ersten Hilfseinsätzen ging es aber noch nicht direkt um die Ernte. Mitte April setzten die Helfer stattdessen beispielsweise drei Tage lang zahlreiche Maronibäume in der Nähe von Stubenberg in der Oststeiermark ein. Die weiteren Einsätze fanden im April und im Mai bei Weinbauern in der Süd- und Weststeiermark statt. Dort half man beispielsweise beim Setzen eines neuen Weingartens und beim Ausbrechen überschüssiger Triebe an den Weinstöcken. Und wie es bei Weinbauern gute alte Tradition ist, durften alle Helfer am Ende des Tages auch stets die Weine von jenen Hängen verkosten, an denen sie zuvor selbst gearbeitet hatten. So kam auch trotz der Corona-Regelungen die Geselligkeit nie zu kurz.

Heuernte im Juni

Im Juni steht bereits der nächste Einsatz auf dem Programm. Diesmal werden Burschenschafter bei der Heuernte auf einer Alm in der Obersteiermark helfen. Die Aktion der ARGE Steirischer Burschenschaften ist also noch nicht zu Ende und Interessenten können sich melden. Nähere Informationen gibt es unter: [email protected].


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Gesellschaft

USA: Undercover-Recherche entlarvt paramilitärische Antifa-Strukturen

Julian Schernthaner

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Mit einer brisanten Enthüllung lässt jetzt das „Project Veritas” aufhorchen: Einem seiner Investigativ-Journalisten will es gelungen sein, eine besonders gewaltbereite Antifa-Gruppe zu infiltrieren. 

Portland, OR. – Dabei suchte sich der Undercover-Journalist, der zum Schutz seiner Identität mit Sonnenbrille und Gesichtsmaske im Video auftritt, nicht irgendeine Antifa-Ortsgruppe aus. Sondern er wählte dafür die „Rose City Antifa” in Portland im US-Bundesstaat Oregon. Bei der 2007 gegründeten Zelle handelt es sich um eine der ältesten aktiven Antifa-Gruppen im Land – und gleichzeitig um eine der rabiatesten, die sich öffentlich zur Militanz bekennen.

„Trainiert einfach, wie man Augen aussticht”

Das erste Video ging am Mittwoch ins Netz. Bei der Frage wie gewalttätig die Gruppe ist, stößt der Reporter auf unglaubliche Abgründe. In internen Schulungen werden dabei unverblümt Taktiken diskutiert, mit dem einzigen Ziel, einem Gegenüber möglichst viel körperlichen Schaden zuzufügen. Als wäre es das Normalste der Welt, erklärt einer der Linksextremisten: „Trainiert einfach, wie man Augen aussticht. Dafür muss man nicht viel Druck ausüben.”

Dabei räumt die Recherche auch mit der gängigen Darstellung von linker Seite auf, dass ‚die Antifa kein Verein’ sei. Denn er beschreibt verpflichtende Schulungen, die er als ‚Mitglied auf Probe’ besuchen musste. Diese fanden geheim in einem schalldichten Hinterzimmers eines Buchladen statt, weiß der Undercover-Journalist zu berichten. Zudem erzählt er von den konspirativen Methoden seiner Anwerbung für die linksextreme Gruppe.

Zweiter Teil zeigt paramilitärische Trainingseinheiten

Was ein Mitglied der straff organisierten Antifa-Gruppe dabei klarstellt: „Es geht nicht um Boxen, es geht nicht um Kickboxen, es geht darum, einen Feind zu vernichten.” Ständig ist dabei die Rede von bewaffneter Aktion – oder wie ein heimlich gefilmter Teilnehmer eines Treffens erklärt: „Das Hauptziel ist es, rauszugehen und möglichst gefährliche Dinge so sicher wie möglich zu erledigen.“ Wie effizient für dieses Vorgehen trainiert wird, stellt dabei ein Folgevideo heraus, das am Donnerstag ins Netz ging.

Dieses zeigt Szenen mit Baseballschlägern sowie rabiate Schlag- und Wurftechniken. Was aussieht wie ein normales Training in einem Kampfsportverein, bekommt erneut durch die Tonspur einen Beigeschmack. Ein Coach sagt etwa: „Wenn du einen guten Schlag in die Leber oder die Niere schaffst, sind sie ziemlich außer Gefecht. Sie werden sich krümmen und heftige Schmerzen verspüren.” Direkt in der Folge erwähnt er auch gefährliche Rippenbrüche als Option.

„Safe-Space für Aggressionen”

Auf Fairness zielt diese Ausbildung nicht ab, wie er weiter ausführt – sondern auf ‚Hit & Run’-Taktiken: „Ein guter Körperstoß gibt dir alle Zeit der Welt, während sie sich krümmen. Du könntest weglaufen – oder sie richtig verdreschen, wenn du die Person absolut nicht magst.” An dieser Stelle lachen einige weibliche Teilnehmer. Das Ganze geht weiter im Takt, eine weitere Sequenz zeigt den bewaffneten Kampf gegen Polizisten.

Was dabei schockiert, ist weniger der Umstand, dass durchaus legitime Techniken der Selbstverteidigung gelehrt werden. Sondern, dass diese offenbar vor allem in offensivem Potenzial im politischen Kampf zum Einsatz kommen sollen. Oder, wie ein Trainer die Rolle des Trainingszentrums erläutert: „Das hier ist ein ’safe-space’, um Aggressionen zu üben.”

Antifa-Apologeten versuchen Enthüllungen zu verschleiern

Kaum war der erste Teil online, versuchten einschlägige Kreise diesen Umstand zu verschleiern. Ein Twitter-Konto mit sechs Millionen Followern, das sich als Sprachrohr der „Anonymous”-Bewegung geriert, rief etwa dazu auf, den Hashtag #ExposeAntifa zu kapern. Wie FlinkFeed berichtet, soll es zudem sogar zu Hackangriffen auf das Twitter-Konto von Project Veritas‑Chef James O’Keefe gekommen sein.

Dieser wiederum will sich vom Gegenwind nicht einschüchtern lassen: „Es schaut ganz so aus, also ob unsere trendende Serie genau den richtigen Leuten ans Bein pinkelt.” Die beiden bisherigen Videos sollen nur der Auftakt einer längeren Aufdeckung über Antifa-Machenschaften sein, die auf dem YouTube-Kanal des Projekts laufend in kleinen Ausschnitten erscheinen soll.

Aufdeckungen haben enormes politisches Sprengpotenzial

Die Enthüllungen haben jedenfalls das Potenzial, richtig aufzuwühlen, und mit so manchem Mythos über vermeintlich friedliche Linksaußen aufzuräumen. Und auch die Politik hat bereits angebissen: Der republikanische Abgeordnete Matt Gaetz aus Florida sprach in der Folge Klartext: „Es ist glasklar, dass diese Leute sich nicht für Politik engagieren. Sie sie engagieren sich für den Terrorismus.”

Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump seine Absicht erklärt, die Antifa in den Vereinigten Staaten als terroristische Organisation einzustufen. Dieser Schritt sorgte im europäischen Ausland sowohl für Lob als auch Kritik – Die Tagesstimme berichtete. Zumindest dürfte die Publikation für die öffentliche Debatte just zur rechten Zeit kommen.


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Gesellschaft

Weltumwelttag: Österreich gefährdet durch Verbauung sein „Naturkapital”

Monika Šimić

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Während sich die Coronavirus-Krise mittel- bzw. langfristig sogarpositiv auf manche Bereiche der Umweltpolitik auswirken könnte, zerstört die fortschreitende Verbauung des Landes den Lebensraum vieler Tierarten.

Wien. – Angesichts des heutigen Weltumwelttags mahnt der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Dr. Kurt Weinberger, vor dem fortschreitenden Verlust an Boden und gleichzeitig vor der Zuspitzung der Umweltkrise durch Bodenverbrauch, Ressourcenschwund und dem Biodiversitätsverlust. Die Therapie in diesem Zusammenhang sei langwierig, der Erfolg nicht vielversprechend. Man müsse jetzt handeln, fordert Weinberger.

Gefahren durch Verbauung

Dabei sollte uns die Erfahrung der Corona-Krise Mut machen: „Nötige Veränderungen und Maßnahmen zum Schutz von Klima, Umwelt und Biodiversität werden ebenfalls alle Lebensbereiche betreffen, aber keineswegs so dramatische Einschnitte bringen wie die Corona-Maßnahmen, die in hohem Maße akzeptiert werden. Beginnen wir mit dem Schutz unserer Lebensgrundlage, dem brennendsten Umweltproblem Österreichs”, so Weinberger.

In einer Aussendung nannte er die drei größten Gefahren durch den Flächenverbrauch, nämlich die Senkung des Selbstversorgungsgrades, die negativen Auswirkungen auf Österreich als Tourismusland, und den Rückgang der Artenvielfalt.

Mehrheit will keine weitere Verbauung

Durch die Verbaaung von Flächen würde der Selbstversorgungsgrad Tag für Tag sinken und Österreich durch Importe zunehmend verletzbar, betont Weinberger. „Beim Brotgetreide haben wir mittlerweile nur noch einen Selbstversorgungsgrad von 87 %, bei Spargel von 49 % und bei Erdbeeren von 35 %”, heißt es dazu in der Aussendung. Der Boden sei aber essentiell für die Lebensmittelproduktion, das hätte auch die Coronavirus-Krise deutlich gezeigt. „Von Beton kann man nicht abbeißen.”

Aber auch die Kulturlandschaft und somit das Tourismusland Österreich leide unter etwa dem Baggerschaufeln. Laut einer market-Umfrage kritisieren 4 von 5 Österreichern die „Verschandelung” Österreichs und wollen keine weitere Verbauung. Durch diese nimmt auch die Artenvielfalt ab. So leben rund 1,5 Millionen Regenwürmer in einem Hektar Boden. Pro Tag werde also die Lebensgrundlage von rund 20 Millionen Regenwürmern zubetoniert, kritisiert Weinberger.

„Es gibt keine zweite Chance”

„Faktum ist: Wir brauchen den Boden zum Leben wie die Luft zum Atmen. Der Boden ist die Haut der Erde, und weder Erde noch Mensch sind ohne Haut überlebensfähig”. Wir bräuchten daher einen Wandel hin zu einem „intelligenteren Wirtschaftsdenken”, erklärt Weinberger. Der Wohlstand einer Volkswirtschaft sei nicht nur an der Kennzahl des Bruttoinlandsprodukts, sondern auch am Erhalt seines Naturkapitals wie Boden, Luft oder Wasser zu beurteilen. Auch das Humankapital gehöre als Messgröße in die Beurteilung miteinbezogen. „Diese Lehren müssen wir ziehen und diese Chance müssen wir für unsere nachfolgenden Generationen nützen – eine zweite gibt es nich”, appelliert Weinberger anlässlich des heutigen Weltumwelttages.


Wir schreiben aus Überzeugung!
In Zeiten von einheitlichem Mainstream, Falschmeldungen und Hetze im Internet ist eine kritische Stimme wichtiger denn je. Ihr Beitrag stärkt FREILICH und ermöglicht ein inhaltsvolles rechtes Gegengewicht.

 

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