Gesellschaft

Chemnitz: Wolfsfiguren zeigen Hitlergruß

Bild: "Kunstaktion gegen Hass" – Hitlergruß-zeigende Wölfe vor Marx-Kopf in Chemnitz aufgestellt / Screenshot YouTube @ 02:47 min

Eine Kunstaktion in Chemnitz, bei der Wolfsfiguren zu sehen waren, die den Hitlergruß zeigten, veranlassten am Donnerstag einige Passanten dazu vor dem Karl‐Marx‐Monument stehen zu bleiben.

Chemnitz. Am Donnerstag staunten einige Stadtbewohner von Chemnitz wahrscheinlich nicht schlecht, als sie am Karl‐Marx‐Monument vorbeigingen und dort insgesamt zehn Wolfsplastiken vorfanden. Diese sind Teil einer Kunstaktion und der Ausstellung „Die Wölfe sind zurück?“, die der Bildhauer Rainer Opolka dort installiert hatte, um gegen zunehmenden Hass und Gewalt zu protestieren. Neben den Wölfen waren auch Schilder mit Sätzen wie „Wo gehetzt wird, wird später auch getreten!“ zu sehen.

Wölfe zeigen Hitlergruß

Bei dem eintägigen Projekt vor dem Karl‐Marx‐Monument konnten Passanten insgesamt zehn Wolfsplastiken entdecken, von denen fünf den Hitlergruß zeigten. Einige weitere waren in einer Angriffspose zu sehen, wieder andere hatten Augenbinden und waren an der Leine. Dies sei eine Anspielung auf Politiker wie den Thüringer AfD‐Vorsitzenden Björn Höcke gewesen, so Opolka. Ergänzt wurden die Plastiken durch große Schilder, auf denen Sätze wie „Wo gehetzt wird, wird später auch getreten!“ und „Herr Maaßen und Herr Seehofer: Rechtsradikalismus ist die Mutter aller Probleme.“ Mit dem letzten Satz bezieht sich der Künstler wohl auf die vor wenigen Tagen getätigte Aussage des deutschen Innenministers Horst Seehofer. Auf einem weiteren Schild ist der Satz „Nicht jeder trauert! AfD/Pegida und Nazis instrumentalisieren unsere Angst und hetzen!“ zu lesen. Die Reaktionen der Passanten fielen sehr unterschiedlich aus.

Chemnitz als Ausstellungsort war spontane Entscheidung

Als Grund Chemnitz als Ausstellungsort zu wählen, nannte Opolka die Ereignisse der vergangenen Wochen.  Er sieht das Projekt als Reaktion auf die aggressiven Proteste nach dem gewaltsamen Tod eines Deutschen in Chemnitz. „Es ist etwas faul, wenn Terroristen oder Kriminelle morden, aber es ist ebenso problematisch, wenn der Hitlergruß gezeigt, Menschen wegen ihrer Hautfarbe gejagt, Asylheime angesteckt, Journalisten angegriffen und jüdische Restaurants überfallen werden“, sagte der Künstler. Vor allem über die Hetzjagden gibt es seit mehreren Tagen teils hitzige Diskussionen. Bisher gibt es jedoch keine Beweise dafür, dass die Hetzjagden so wie sie von den Medien beschrieben wurden, auch tatsächlich stattgefunden haben.

Dialog stiften

Der Künstler betont, dass sich die Ausstellung in keinster Weise gegen die Bürger oder die Stadt Chemnitz selbst, sondern gegen Hass und Gewalt gerichtet habe. Mit der Kunstaktion versucht er einen Dialog zu stiften. „Wir müssen wieder lernen, miteinander zu diskutieren”, sagte Opolka. Auch er redet mit allen Interessierten, die er bei der Kunstaktion antrifft, unter anderem mit dem lokalen Chef der Pegida‐Bewegung. „Wir haben konstruktiv gestritten, einer Meinung waren wir nicht.“ Im Unterschied zum Shitstorm bei Facebook aber gehe es gesittet zu, erzählte er.

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1 Kommentar

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  • Bekanntlich gibt es drei verschiedene Gruppen von Hitlergrußidioten. Die Bekloppten, die meinen „ihrem Führer” die Treue halten zu müssen, die Spitzel des Verfassungsschutzes, die das ungestraft machen dürfen und linke Provokateure, die auch mal nachts schnell ein paar Hakenkreuze schmieren, damit ihr kriminelles Handeln der rechten Szene zugeordnet wird. Wofür sich allzu viele bereitwillige Dumme und Gutgläubige finden lassen, die das auch bestätigen. Wer kann denn sicher behaupten, dass nicht auch der Angriff der Maskierten auf das jüdische Restaurant in Chemnitz ein linksradikaler „Geniestreich” war, solange wie die Täter nicht ermittelt wurden? Leichter kann man doch diesen bösen Nazis nicht eins auswischen.

    Eine ganze Menge Leute die in Chemnitz nicht getrauert haben sah ich auch. Zu teils menschenfeindlichen Texten, sich rhytmisch bewegend, waren sie sich ihrer Mehrzahl und ihres vermeintlich anständigen Handelns sicher bewusst. Angelockt von Gratiskonzertdarbietungen, für die sie sonst reichlich Euros abdrücken müssten, Gratisbusfahrten mit dem bösen Kapitalistenunternehmen und gratis Cola des sonst so verteufelten Konzerns lässt es sich schon recht angenehm „trauern”. Schade, man hätte noch gratis Gummibärchen ankündigen sollen, bestimmt wären noch ein paar mehr gekommen. Allein, Trauer sieht für mich völlig anders aus. Aber das mag jeder für sich allein entscheiden.

    Bleibt noch die Frage, welchen Obulus der grandiose Wolfskünstler vom Staat für sein Kunstwerk erhält. Geld ist genügend vorhanden für derlei guten Zweck, es wurde ja z.B. bei den Hinterbliebenen des Amri Mordes vom Berliner Breitscheidtplatz eingespart. Diese müssen sich mit kümmerlichen Renten und Entschädigungen zufrieden geben und obendrein laut veröffentlichtem Schreiben die Obduktionskosten selber bezahlen. Ansonsten drohe Zwangseintreibung. War nicht wieder einmal schnelle und unbürokratische Hilfe von Politikern versprochen worden? Verdammte Lügner und Schönredner. Haltet euch doch wenigstens an eure Versprechungen, wenn ihr schon die Bevölkerung nicht schützen könnt.

    Bliebe noch zu klären, ob der Künstler vielleicht gar aus dem schönen Städtchen Wolfsburg stammt. Dem weltweit bekannten Ort mit dem vom „Führer” und seinen Vasallen verliehenem, „urnazihaftem” Namen. Aber wen stört das denn? Die allermeisten Menschen werden noch gar keinen Gedanken daran verschwendet haben. Hauptsache jedes alte Wort, was die Nazis mal missbraucht haben, steht für immer auf dem Index deutscher Geschichte.

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