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Gesellschaft

Falter-Redakteur und Innenministerium streiten um Mail-Veröffentlichungen

Julian Schernthaner

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am

Bild Kickl (2018): Michael Lucan via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 DE] (Bild zugeschnitten) / Bild Klenk (2016): Manfred Werner (Tsui) via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] / Collage: Die Tagesstimme.

Seit Dienstag kommt es zu einem stetigen Schlagabtausch zwischen dem Innenministerium und Falter-Chefredakteur Florian Klenk. Streitpunkt ist beiderseits unter anderem die Veröffentlichung vertraulicher Korrespondenzen und Inhalte.

Wien. Die Posse nahm ihren Ausgang am Dienstagmorgen, als die Stadtzeitung Falter einen Klenk-Artikel mit den Titel „Das System Kickl” veröffentlichte. Darin erhebt er schwere Vorwürfe gegenüber Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) und dessen „Machtverständnis”. Er beruft sich in seinem Stück auf angebliche „vertrauliche Gespräche mit Spitzenbeamten” sowie auf „interne Dokumente”.

BVT: Wirbel um BMI-Anfrage über Burschenschaften

Als besonderes Schmankerl galt neben Aufklärungen zur Verteilung von Inseraten die Enthüllung über eine Anfrage des BMI-Generalsekretärs Peter Goldgruber an das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT). So soll Goldgruber gemäß Falter-Informationen zur Höhepunkt der Liederbuch-Affäre die Kenntnis über Details zur allfälligen Beobachtung von Burschenschaften durch das BVT begehrt haben. Kurz zuvor hatte die SPÖ in dieser Causa den Nationalen Sicherheitsrat einberufen.

Die Aufarbeitung einer Hausdurchsuchung im BVT Ende nur einen Monat später ist übrigens derzeit Gegenstand eines Untersuchungsausschusses. In diesem entlastete die zuständige Richterin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), Ursula Schmudermayer, das Innenministerium am selben Tag vom Vorwurf, einen Ermittlungsdruck ausgeübt zu haben. Dass dabei auch Unterlagen aus dem BVT-Extremismusreferat beschlagnahmt wurden, sorgt seit Monaten für zusätzliche Brisanz.

Innenministerium veröffentlicht Klenk-Mails

Die Äußerungen in der aktuellen Falter-Ausgabe waren allerdings zu viel für das Innenministerium, welches mittels Aussendung reagierte. Unter Nennung des Namens des Journalisten veröffentlichte es die Chronologie seiner Presseanfragen. Dieser habe dabei lediglich Interview-Anfragen und Einladungen zu Kaffeehaus-Gesprächen getätigt, sowie „konkrete Fragen zu anderen Sachverhalten” gestellt.

Im Bezug auf die maßgeblichen Vorhalte habe man hingegen keinerlei Anfrage Klenks erhalten. Dies gelte insbesondere für die Frage der Informationseinholung rund um die Burschenschaften. Klenk verstoße deshalb mit seinem Artikel gegen den „Ehrenkodex der österreichischen Presse”. Aus diesem Grund plane das Ministerium, den heimischen Presserat mit der Angelegenheit zu betrauen.

Klenk: Keine rechtliche Grundlage für Veröffentlichung

Die Reaktion folgte auf dem Fuß. Auf Twitter beklagte sich Klenk darüber, dass Kickls „Propagandatruppe” seine Korrespondenz veröffentlichte. Dies sieht er als Versuch, ihn der vermeintlichen schlechten Recherche zu überführen.

Weiters wunderte sich der promovierte Jurist Klenk mehrfach über die rechtliche Grundlage, welche eine Veröffentlichung seiner Anfragen rechtfertigen würde.

Am Mittwoch forderte der Falter-Chefredakteur schließlich, ebenfalls auf Twitter, eine Stellungnahme von Regierungssprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Dieser strich in seiner Antwort den „respektvollen, vertrauensvollen und faktenbasierten Umgang” als „wichtiges Anliegen” der Bundesregierung hervor.

Solidarität für Klenk von Kollegen

Auf Solidarität stieß Klenk vor allem im linksgerichteten medialen Lager. So zeigte sich die ehemalige profil-Redakteurin und nunmehr selbständige Publizistin Ingrid Brodnig, welche in der Vergangenheit allerdings selbst mit kritischen Äußerungen zu Konkurrenzmedien auffiel, etwa „komplett fassungslos”:


Der ehemalige Falter-Journalist und Gründungsredakteur des Standard, Thomas Mayer, äußerte sich ähnlich drastisch. Er forderte dabei sogar Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Bundespräsident Alexander van der Bellen zu einer Stellungnahme auf. Im Wortlaut:

Neben der gesellschaftlichen Dimension äußerten einzelne Experten wie die Medienanwältin Maria Windhager auch rechtliche Bedenken. Gegenüber dem Standard sah diese in der Mail-Veröffentlichung einen Verstoß gegen die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Grosz: „Klenk verfällt in Hysterie”

Gleichzeitig gab es auch Stimmen, welche die Aufregung rund um die Veröffentlichung der Mails nicht verstanden. So wies etwa der ehemalige BZÖ-Mandatar Gerald Grosz, der sich mittlerweile einen Namen als politischer Kommentator macht, auf angebliche Parallelen hin. Seiner Ansicht nach lebe Klenk selbst davon, „Mails von unbescholtenen Bürgern zu leaken”.


Weiterlesen: 

Kolumne: „Linke Journalistin teilt aus, kann aber nicht einstecken” (2.8.2018)

BVT-Affäre: Weichen für Untersuchungsausschuss gestellt (20.4.2018)

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Gesellschaft

Uni Wien: ÖH-Referat unterhält Meldeportal für „rechtsextreme Aktivitäten”

Julian Schernthaner

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am

ASDF Symbolbild (Hauptgebäude Universität Wien, Feststiege): Manfred Morgner via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Bereits seit zwei Jahren können Studenten über eine offizielle Meldeseite der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) an der Universität Wien anonym angebliche „rechtsextreme” Vorfälle melden.

Wien. – Im Nachlauf der zweiten Protestaktion linksradikaler Studenten gegen den patriotischen Historiker Lothar Höbelt gerät zusehends auch die weit links stehende Arbeit der Univertretung an Österreichs größter Hochschule in den Fokus. Dort koalieren sozialistische und grüne Listen schon seit Jahren mit einem der beiden kommunistischen Studentenparteien.

Meldeportal für „rechtsextreme Umtriebe”

Ein kurioser Ausläufer ist dabei das Meldeportal, für welches das sogenannte „Referat für antifaschistische Gesellschaftskritik und Sport” verantwortlich zeichnet. Dort können Nutzer angebliche „rechtsextreme Umtriebe” dokumentieren, anhand welcher man einmal im Semester ein gesammeltes „Lagebild” erstellen möchte. Die Kategorien sind dabei unter anderem „rechtsextreme Gewalt”, „Propagandamaterial”, „nationalsozialistische Wiederbetätigung” und „sonstige rechtsextreme Agitation”.

Die vermeintliche Notwendigkeit für die Einrichtung begründet das Referat der mit Pflichtgebühren finanzierten ÖH damit, dass „einige Fakultäten […] verstärkt als Rekrutierungspool” dienen würden. Hörsäle seien mit „rechtsextremem Propagandamaterial geflutet” worden, eine „Vielzahl einschlägiger Aufkleber” angebracht worden. Verschlüsselte Meldungen sind ebenso möglich wie weiterhin per Mail an eine beim vor allem in einschlägigen Kreisen benutzten Anbieter Riseup registrierten Adresse.

Rechte Aktionen als Auslöser – linke Störungen unerwähnt

Tatsächlich beriefen sich die Initiatoren bei der Schaffung des Meldeportals im Juni 2017 vordergründig – und angesichts der jüngsten Geschehnisse kurioserweise – auf rechte „Störaktionen”. Einer der beiden Vorfälle betrifft dabei die Aktion der Identitären im Jahr 2016 – nach Diktion der ÖH eine „Stürmung” mit angeblichen Körperverletzungen. Mittlerweile wurden sämtliche 17 beteiligten Aktivisten der patriotischen Gruppe übrigens von allen Vorwürfen rechtskräftig freigesprochen – Die Tagesstimme berichtete.

Als zweiten Auslöser dient eine außerhalb des Unibetriebs nicht medial verbriefte „Störaktion vor einem Hörsaal, in dem eine Podiumsdiskussion zu Perspektiven der Linken stattfand”. Tatsächlich fungierte damals die linksextreme autonome antifa [w] als Veranstalter. Brisant: Nur einen Monat vor dieser Aussendung verhinderten linke Gruppen an derselben Uni die planmäßige Abhaltung einer Podiumsdiskussion mit patriotischen Medienvertretern. Noch zwei Monate eher verwüsteten vermummte Antifa-Aktivisten gar einen Infostand des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS).

Dokufilmer: Meldeportale fördern „Gesellschaftsverrohung”

Es ist nicht das erste Mal in der jüngeren Vergangenheit, dass Meldeseiten zu vermeintlich „rechtsextremen Aktivitäten” in Kritik geraten. Erst kürzlich veröffentlichte die Bürgerinitiative Ein Prozent eine Kurzdoku über den von öffentlicher Hand geförderten Miteinander e.V., der in Sachsen-Anhalt ein umstrittenes Portal mit ähnlicher Stoßrichtung betreibt. Nach Ansicht von Ein Prozent agiert der Verein als „Schnittstelle zwischen linksextremen Schnüfflern und vermeintlich seriöser ‚Zivilgesellschaft’ ”

Nur wenige Stunden nach den Enthüllungen verübten bislang unbekannte Vermummte einen Anschlag auf das Familienauto des daran beteiligten Dokumentarfilmers Simon Kaupert. Dieser machte die Unterhaltung von „Meldeportalen gegen Andersdenkende” und „Denunziation kritischer Mitbürger” in der Folge indirekt mitverantwortlich. Solche Einrichtungen würden eine „Gesellschaftsverrohung” erst fördern, durch welche „derartige Angriffe zum Alltag in der bunten Republik gehören” würden.

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Frankfurt: AfD geht gegen „Antirassismus-Schild“ am Rathaus vor

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Frankfurter Römer): Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

An der Eingangstür des Frankfurter Rathauses hängt ein Schild der Initiative „Respekt!” mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus“. Die AfD will nun dagegen vorgehen.

Frankfurt. – Die AfD-Fraktion schickte dem Oberbürgermeister Feldmann (SPD) eine schriftliche Abmahnung. Der Vorwurf lautet, dass mit dem Schild gegen das Neutralitätsgebot verstoßen werde.

Organisation „Respekt!“ agiert gegen AfD

Auf dem Schild mit dem besagten Aufdruck ist ein Link zur Internetseite der Initiative „Respekt!“ zu finden. Diese verhalte sich laut der AfD-Fraktion „offen kritisch gegen die Alternative für Deutschland“. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, befindet sich das Schild am zentralen Eingang des Frankfurter Rathauses.

Da der sozialdemokratische Oberbürgermeister das Schild nicht als Privatperson aufgehängt habe, verstoße die Handlung gegen geltendes Recht, da er im Amt zur Neutralität verpflichtet sei. Die Forderung der AfD lautet nun, dass das Schild umgehend entfernt werden soll.

Feldmann: „Gerne auch gerichtlich klären lassen“

Der Oberbürgermeister sagte laut der „Welt“ zu den Vorwürfen: „Dass die Partei versucht juristisch dagegen vorzugehen, ist jedoch eine neue Qualität, die ich gerne bereit bin notfalls auch gerichtlich klären zu lassen.“

Rainer Rahn, Vorsitzender der AfD-Fraktion, forderte lediglich, dass Schild entfernen zu lassen – „Wenn er das macht, ist der Fall erledigt“. Mit Statements gegen Rassismus habe die AfD generell kein Problem, ihr ginge es lediglich um die ausdrücklich AfD-feindlichen Aktionspartner der „Respekt!“-Initiative.

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Gesellschaft

Junge vor Zug gestoßen: Eritreer wahrscheinlich schuldunfähig

Joshua Hahn

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ASDF Symbolbild (ICE-Züge in Frankfurt/Main Hbf.): DrKssn via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Vor vier Monaten sorgte der vierzigjährige Eritreer Habte A. für Entsetzen, als er einen 8‑Jährigen und seine Mutter am Frankfurter Hauptbahnhof vor einen ICE stieß. Der Junge starb.

Frankfurt. – Nun wurde bekanntgegeben, dass der Migrant nicht wegen Mordes angeklagt werden soll.  Aufgrund einer „psychischen Grunderkrankung“ sei der Asylbewerber nicht schuldfähig. Dies steht in einem aktuellen Gutachten. Und selbst die Staatsanwaltschaft stuft den Fall der Welt zufolge nur mehr als Totschlag ein.

Keine Anklage gegen Eritreer

Der Eritreer tötete am 29. Juli dieses Jahres einen acht Jahre alten Jungen. Auch die Mutter stieß er auf das Gleis, sie konnte jedoch rechtzeitig zurück auf den Bahnsteig klettern. Der Eritreer soll jedoch an einer Psychose leiden, weshalb eine Anklage wegen Mordes nicht erhoben wird. Dies erklärte laut Focus eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft.

Stattdessen soll der Migrant in einer Psychiatrie untergebracht werden. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, habe sich der Täter nämlich bereits rund um den Tatzeitraum in ärztlicher Behandlung befunden. Dies soll auch ein aktuell erstelltes Gutachten bestätigen. Der Anwalt der Familie des Opfers gab an, dieses genau prüfen zu wollen.

Anwalt des Opfers denkt an eigenes Gutachten

Gegenüber der FAZ sagte der Anwalt, dass er im Fall von „berechtigten Zweifeln“ ein privates Gutachten in Auftrag geben wolle. Die Tat sorgte deutschlandweit für Entsetzen. Neben der Mutter und ihrem Sohn griff der Eritreer noch eine ältere Dame an, sie stürzte jedoch auf dem Bahnsteig und konnte somit nicht auf das Gleis gestoßen werden.

Die Verhandlung soll im kommenden Jahr stattfinden, ein genauer Termin wurde noch nicht genannt. Der tatverdächtige Eritreer wohnte zuvor jahrelang in der Schweiz und wurde dort etwa vor zwei Jahren in einer Broschüre als Musterbeispiel gelungener Integration präsentiert.

Große Anteilnahme nach Tötungsdelikt

Der Fall sorgte bundesweit für großes Entsetzen und Anteilnahme. In den folgenden Tagen entzündete sich eine öffentliche Debatte über die Sicherheit an Bahnsteigen. Verwunderung und Empörung löste dabei unter anderem die Wortmeldung eines Grünen-Politikers aus, wonach man grundsätzlich über Schrittgeschwindigkeit in Bahnhöfen diskutieren sollte – Die Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen:

Frankfurt: Bahnsteig-Täter galt als Musterbeispiel gelungener Integration (30.7.2019)

Nach Tötungsdelikt: Lux (Grüne) will „Schrittgeschwindigkeit in Bahnhöfen” (29.7.2019)

Frankfurt/Main: Mutter und Kind vor einfahrenden Zug gestoßen – Kind tot (29.7.2019)

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