Gesellschaft

Geiselnahme in Köln: Was wir bislang wissen

Symbolbild (Köln Hbf): Joshua Brown via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten).

Die Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof am gestrigen Montag fand ein blutiges Ende. Der Täter wurde mit mehreren Schüssen niedergestreckt. Augenzeugen lassen auf einen möglichen islamistischen Hintergrund schließen.

Köln. Bis in die Abendstunden hinein blieb der Kölner Hauptbahnhof am Montag vollständig gesperrt. Grund dafür war eine Geiselnahme, die sich zunächst in einer Mc‐Donalds‐Filiale abspielte. Dann floh der Täter in eine naheliegende Apotheke, um dort erneut eine Geisel festzuhalten (Die Tagesstimme berichtete). Jetzt ist mehr zu den genauen Umständen bekannt.

  • Aussagen des Geiselnehmers lassen auf einen möglichen islamistischen Hintergrund schließen.
  • Der Täter versuchte, das Opfer mit einem Molotowcocktail in Brand zu setzen. Die Flammen wurden von der Sprinkleranlage gelöscht.
  • In einer naheliegenden Apotheke nahm der Täter erneut eine Geisel und wurde daraufhin von der Polizei erschossen.
  • Ausweisdokumente eines 55‐jährigen Syrers wurden am Tatort gefunden, möglicherweise der Täter.

Geiselnahme mit islamistischem Hintergrund?

Der Täter gab sich nach Augenzeugenberichten als Anhänger der islamistischen Terrormiliz „Islamischer Staat” zu erkennen. Demnach könnte die Geiselnahme auf einen terroristischen Hintergrund deuten. „Im Zusammenhang mit dem Betreten der Apotheke soll er Passanten zufolge auch gerufen haben, dass er zur Terrorgruppe Daesh gehört“, so der Einsatzleiter der Polizei Klaus Rüschenschmidt gegenüber dem Tagesspiegel. „Daesh” ist der arabische Name für den „Islamischen Staat”. Weitere Informationen hierzu gäbe es laut Polizei jedoch nicht.

Täter versuchte Geisel in Brand zu setzen

Auf mehr als eine „einfache Geiselnahme” deutet der Plan des Täters hin. Bevor er von der Polizei niedergeschossen wurde, hatte er versucht, in einer Mc‐Donalds‐Filiale die 14‐jährige Geisel in Brand zu setzen – diese wurde dadurch leicht verletzt. „Eine von beiden (Geiseln, Anmerkung der Redaktion) hatte den Fuß am Brennen und die Flammen ragten schon bis zur Hüfte hoch.” – so schilderte eine junge Augenzeugin den Vorfall gegenüber dem EXPRESS. Passanten eilten der verletzten Frau schnell zur Hilfe.

Der Täter zündete einen Molotowcocktail, der jedoch recht schnell von der Sprinkleranlage des Schnellimbisses gelöscht wurde. Daraufhin floh der Täter in eine Apotheke in direkter Umgebung. Dort nahm der Angreifer erneut eine Geisel. Das Drama setzte sich fort.

Bewaffnet mit Gaskartuschen und Brandbeschleuniger

In der Apotheke nahm Täter eine Angestellte als Geisel. Er war laut Polizei mit mehreren Gastkartuschen, Brandbeschleuniger und einer Schusswaffe bewaffnet. Die Gaskartuschen hatte der Täter an seine Geisel gebunden und diese mit Brandbeschleuniger übergossen. Als er das anrückende SEK‐Kommando sah, versuchte er, die Geisel in Brand zu setzen. Das SEK stürmte daraufhin die Apotheke und streckte den Täter mit mehreren Schüssen nieder. Aufgrund der Ausrüstung des Angreifers geht die Polizei von mehr als einer „einfachen Geiselnahme” aus.

Die Spurensicherung sicherte in der Apotheke ein Ausweisdokument eines 55‐jährigen Syrers. Der syrische Staatsbürger ist polizeibekannt. Möglicherweise handelt es sich um die Papiere des Täters – eine Bestätigung dieser Information bleibt noch offen.

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