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Arbeiter‐Samariter‐Bund lehnt Erste‐Hilfe‐Kurse für AfD‐Mitarbeiter ab

Bild: ASB / By Foto: Bernd Schwabe in Hannover [CC BY 3.0 ], from Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der ASB begründet seine Absage mit der klaren Haltung, die man gegen rechtspopulistische und rechtsextreme Politik vertritt.

Berlin/Köln. Der Arbeiter‐Samariter‐Bund (ASB), lehnt es ab, einen Erste‐Hilfe‐Kurs bei der AfD‐Bundesfraktion durchzuführen. Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch erklärte in Köln, dass sein Verband keinerlei Geschäftsbeziehungen mit der Partei eingehen werde. „Dazu kann auch gehören, die Durchführung von Erste‐Hilfe‐Kursen für die AfD‐Bundestagsfraktion abzulehnen“, so der Bundesgeschäftsführer. Die AfD‐Fraktion kritisierte die Absage und sieht darin ein politisches Motiv. Bundesvorsitzender des ASB ist nämlich der SPD‐Europaabgeordnete Knut Flechenstein aus Hamburg. Präsident des Verbandes ist der frühere SPD‐Vorsitzende Franz Müntefering.

ASB‐Wertekodex als Begründung für Absage

In einer Stellungnahme erklärt Bauch nun, dass der ASB allen Menschen helfe, „unabhängig von ihrer politischen, ethnischen, nationalen und religiösen Zugehörigkeit. Das gilt demzufolge auch für Mitglieder, Abgeordnete und Mitarbeiter der AfD.” Die Absage hätte jedoch nichts damit zu tun. Der ASB vertrete aber eine „klare Haltung gegen rechtspopulistische und rechtsextreme Politik”. Bauch begründet die Haltung des ASB auch mit der Geschichte und dem Wertekodex des Verbandes. Der ASB sei selbst Opfer von Rechtsextremismus gewesen, der Verband 1933 von Nationalsozialisten enteignet und zerschlagen worden. Man werde die Anfrage der Fraktion noch einmal prüfen, wenn sich die AfD zu den allgemeinen Menschenrechten bekenne.

AfD kann die Begründung nicht nachvollziehen

Die AfD‐Fraktion kritisiert die Absage und empfindet die Begründung als nicht nachvollziehbar. Bei einem Erste‐Hilfe‐Kurs gehe es darum, im Notfall Menschenleben zu retten, so die Abgeordnete Ulrike Schielke‐Ziesing. Das sei nicht davon abhängig, ob die Werte der Beteiligten übereinstimmten. Die Fraktionsmitarbeiter, von denen viele nicht Mitglied der AfD seien, würden damit „zur Geisel der SPD gemacht”, so Schielke‐Ziesing. Der ASB‐Bundesvorsitzende solle die politische Auseinandersetzung nicht auf dem Rücken seines Verbandes und der AfD‐Mitarbeiter austragen.

Heute ist der ASB eine Hilfs‐ und Wohlfahrstorganisation mit über 1,3 Millionen Mitgliedern, die sich für „Menschlichkeit, eine offene Gesellschaft und eine solidarisches Miteinander einsetzt und auch 130 Jahre nach ihrer Gründung eine klare Haltung gegen rechtspopulistische und rechtsextreme Politik vertritt”, heißt es abschließend in der Stellungnahme des ASB.

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