Welt

Trump: Keine automatische Staatsbürgerschaft für Einwanderer‐Babys

Bild: Donald Trump / By Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America (Donald Trump) [CC BY-SA 2.0 ], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Donald Trump will per Dekret beschließen, dass in den USA geborene Kinder nicht mehr automatisch die US‐Staatsbürgerschaft erhalten wie bisher. Dadurch will er in weiterer Folge auch den „Gebär‐Tourismus” stoppen.

Washington. In den Vereinigten Staaten von Amerika gilt das sogenannte Territorialprinzip bei der Vergabe der Staatsbürgerschaft. In den USA geborene Babys erhalten somit automatisch die amerikansiche Staatsbürgerschaft. US‐Präsident Donald Trump will nun per Dekret dagegen vorgehen. Mit dieser Änderung will er weiters den „Gebär‐Tourismus” stoppen und gegen sogenannte „Anker‐Babys” vorgehen.

Das Territorialprinzip gilt nicht nur in den USA

Amerika sei das einzige Land auf der Welt, in das man einreisen und ein Kind kriegen könne, und dieses Kind werde dann automatisch amerikanischer Staatsbürger, meinte Trump in einem Interview mit der Nachrichtenplattform Axios. Das sei lächerlich und müsse aufhören. Die USA sind jedoch nicht das einzige Land, in dem dieses „Recht des Bodens” gilt. In vielen lateinamerikanischen Staaten und in mehreren anderen früheren Besitzungen Großbritanniens gilt diese Prinzip ebenfalls.

Wahrscheinlich Verfassungsänderung nötig

Laut Trump habe der Prozess in Richtung Gesetzesänderung bereits begonnen und die Rechtsberater des Weißen Hauses hätten grünes Licht gegeben. Um das Territorialprinzip jedoch abzuschaffen oder einzugrenzen, bedürfe es einer Verfassungsänderung, so die vorherrschende Meinung. Im 14. Verfassungszusatz heißt es nämlich wörtlich: „Alle Personen, die in den USA geboren oder naturalisiert werden und deren Gesetzgebung unterstehen, sind Bürger der Vereinigten Staaten.”

Trump will „Gebär‐Tourismus” stoppen

Das Resultat dieser Politik war, dass auch Kinder von Zuwanderern ohne Aufenthaltserlaubnis Staatsbürger wurden, wenn sie in den USA auf die Welt kamen. Einer Studie zufolge wurden alleine im Jahr 2014 etwa 275.000 solcher Babys geboren. Das Territorialprinzip führte außerdem zum sogenannten „Gebär‐Tourismus”. Aus aller Welt reisten Frauen in die USA, brachten dort ihre Kinder auf die Welt und stellten dadurch sicher, dass diese automatisch die Staatsbürgerschaft erhalten. können. Waren diese Kinder erwachsen, konnten sie für ihre Eltern und weitere Familienangehörige die Einbürgerung veranlassen. Diese Kinder werden deshalb als „Anker‐Babys” bezeichnet, der Mechanismus Kettenimmigration genannt.

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